Bankenkrise in Spanien Eurogruppenchef will rasche Lösung

Unternimmt Spanien jetzt Schritte, um unter den Rettungsschirm zu schlüpfen? Ein Interview mit Eurogruppenchef Juncker nährt die Spekulationen. Er verweist jedoch auf die Unterschiede zwischen Spanien und Griechenland.
Update: 09.06.2012 - 00:43 Uhr 10 Kommentare
Jean-Claude Juncker verweist darauf, dass Spaniens Krise sich auf Banken beschränkt. Quelle: Reuters

Jean-Claude Juncker verweist darauf, dass Spaniens Krise sich auf Banken beschränkt.

(Foto: Reuters)

BerlinEurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat sich für eine rasche Beilegung der spanischen Bankenkrise ausgesprochen. „Die Lösung wird schnell erfolgen müssen“, sagte der luxemburgische Ministerpräsident am Freitag im Sender Deutschlandradio Kultur und nährte damit Spekulationen über weitere Schritte noch am Wochenende.

Es gebe jedoch keinen volkswirtschaftlichen Grund dafür, dass sich Spanien unter den Euro-Rettungsschirm EFSF begebe, ergänzte Juncker mit Blick auf die Konsolidierungsbemühungen der spanischen Regierung.

Spanien hatte den unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor des Landes mit Milliardenbeträgen gestützt, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Bisher will Madrid keine mit zahlreichen Auflagen verbundenen Darlehen aus dem EFSF beantragen, sondern die Krise allein in den Griff bekommen.

Wegen seiner schwächelnden Wirtschaft gilt Spanien jedoch seit einiger Zeit als Kandidat für Finanzhilfen. Berichte zu möglichen Verhandlungen über europäische Hilfen bereits am Wochenende wies Madrid am Freitag zurück.

Juncker verwies darauf, dass die Situationen in Spanien und Griechenland nicht vergleichbar seien. Spanien habe ein Bankenproblem, Griechenland ein viel umfangreicheres. In Griechenland sei möglicherweiser zu sehr auf eine rasche Lösung hingearbeitet worden, sagte Juncker und plädierte dafür, Athen glaubhafte Wachstumsaussichten zu eröffnen. Er sei auch nicht dagegen, die Modalitäten im Fall Griechenlands zu überdenken. Ziel sei jedenfalls, dass das Land in der Eurozone bleibe, sagte Juncker.

Juncker sprach sich in dem Sender ausdrücklich für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und die Beteiligung des Finanzsektors an den Folgekosten der Krise aus. Er wünsche sich jedoch eine Finanztransaktionssteuer auf breiter Ebene. Es könne nicht angehen, dass einige Finanzzentren wie London zu Lasten anderer durch die Einführung einer solchen Abgabe profitierten.

In Berlin hatten am Donnerstag Koalition und Opposition auf Arbeitsebene eine Verständigung über eine Finanztransaktionssteuer erzielt. Die Ausgestaltung der neuen Steuer soll sich an Vorschlägen der EU-Kommission orientieren, den Handel mit fast allen Finanzprodukten zu besteuern.

In welchem Umfang eine solche Steuer innerhalb der EU eingeführt werden kann, ist bislang unklar.

  • afp
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10 Kommentare zu "Bankenkrise in Spanien: Eurogruppenchef will rasche Lösung"

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  • Zitat: „…sagte Juncker und plädierte dafür, Athen glaubhafte Wachstumsaussichten zu eröffnen. Er sei auch nicht dagegen, die Modalitäten im Fall Griechenlands zu überdenken. Ziel sei jedenfalls, dass das Land in der Eurozone bleibe, sagte Juncker.“

    Na das ist ja mal was ganz Neues. Jetzt muss die EU schon GLAUBHAFTE Wachstumsaussichten eröffnen – das ist Sache von GR!!
    Wer bisher nicht glaubhaft war und es leider immer noch nicht ist, ist GR!

    Wachstum käme z.B. durch Investitionen. Die Investoren aber werden nach wie vor verprellt, weil man der Ansicht ist, dass ein Geschäft, das in GR abgewickelt wird, auch den Griechen gehört und dass deshalb auch diese zu bestimmen haben, wie es vonstatten geht. Da kommt natürlich kein einziger Investor.
    Und für eigene Vorhaben fehlt das Know How und der gute Wille, diesmal mit wirklichen Fachleuten zu arbeiten anstelle mit Cousins, Cousinen und Trauzeugen.

    Was tut man nicht alles seitens der Politik, um weitere Übernahmen von Schuldentilgung GR’s durch die europäischen Steuerzahler zu ermöglichen! Welch feine Geldquelle! Man braucht gar nicht zu fragen und kann einfach nach Herzenslust ausgeben, was einem nicht gehört!
    Juncker bewegt sich auf einem anderen Planeten. Entweder er weiß nicht, was die Bürger darüber denken – dann gehört er weg aus dieser Position in der €-Gruppe. Oder aber er weiß es und es ist ihm egal, was die Bürger denken, weil er seine Freunde unter den Banken und nicht unter dem Volk hat, - dann gehört er erst Recht weg von dort.-

    GR braucht endlich eine eigene Währung und sollte mit dem auskommen müssen, was es selbst erwirtschaftet.
    DAS allein löst den Druck für die nötigen Reformen aus und die eigene Währung ist hierzu ein notwendiges volkswirtschaftliches Werkzeug.

  • Rasche Lösung? Juncker sprach vor zwei Jahren schon von einer raschen Lösung - damals war es jedoch Griechenland. Die Lösung liegt bis heute nicht auf dem Tisch, Herr Eurogruppenchef! Wenn Sie jetzt eine rasche Lösung für Spanien anstreben, von welchem Zeitraum reden wir dann? Vier Jahre? Ihr Verständnis (nicht Sachverstand!) von Lösungen liegt doch seit Jahren darin, das Problem weiter vor sich herzuschieben und zu hoffen, dass ihre 'Hausfrauenanweisungen' (Zitat Klaus Kinski) auf irgendeinen fruchtbaren Boden fallen. Sie sind ein Zwergenregisseur (nochmal Kinski), Herr Juncker! Den Eurokritikern werfen Sie vor, dass - außer Kritik - nichts kommt. Irrtum! Die Eurokritiker identifizieren sich sehr wohl mit Theorien und Vorschlägen einiger Experten (Sinn, Otte), während SIE nichts bieten können, außer ´mehr Zeit´.
    Lieber alimentiere ich Hartz-4-Empfänger, als mein Geld Menschen wie Ihnen in den Rachen zu werfen, Herr Eurogruppenchef! Und jetzt können Sie wegtreten, Soldat!

  • Frage an alle Leserbriefschreiber, was ist ein Eurogruppenchef???
    Wer kann mir diese Funktion bitte erklären???
    Ich denke, sie ist unnötig und nicht demokratisch zustande gekommen.
    Danke

  • Es klingt absurd oder nach nicht gemachten Hausaufgaben, wenn Juncker jetzt auf eine rasche Lösung drängt. Wenn er es nicht selbst bemerkt haben sollte, so dürfte er seitens der Medien schon mehrere Monate auf das Problem aufmerksam gemacht worden sein.

    Wenn es ihm seine internationalen Kollegen auch nicht gesagt haben sollten, stellt sich de Grage über was die Herren dann so reden?

    Sie werden doch nicht Berlsconis Thema Nummer eins diskutieren?

    Weg mit diesen Schmarotzern!

  • Juncker, der Lügner, wird nicht aufgeben, bis das ganze deutsche Vermögen geplündert ist. Im Sinne des Euro, HEIL EUROPA!

  • Der Ausspruch von Frau Merkel, ist - etwas abgewandelt - zutreffend :
    "Scheitert der EURO, dann scheitern die Vereinigten Staaten von Europa".
    Es war der Politik bei der Einführung des EURO bekannt, das die Voraussetzungen für eine fehlerfreie Durchführung des EURO-Projektes
    (Gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik + Länderfinanzausgleich) nur in einer Krise - der EURO-Krise - geschaffen werden können und dabei - ganz nebenher - die Vereinigten Staaten von Europa enstehen werden.
    Natürlich ist die Mehrheit der Bevölkerung Europas nicht bereit, Souveränitätsrechte, insbesondere betr. des Staatshaushaltes, an eine zentrale Institution abzugeben, aber die Politik schafft nun unumkehrbare Fakten, mit denen sich die Völker abzufinden haben.
    Reine Demokratie war gestern, wenn es nicht schon immer eine Diktatur der Eliten von HINTEN war !!
    Herr Juncker arbeitet als EURO-Gruppenchef massgeblich mit an der Errichtung der Vereinigten Staaten von Europa.
    Das ist, was ist.

  • "Eurogruppenchef will rasche Lösung"

    Ich fordere auch eine rasche Lösung und zwar durch "Brüsseler Prozesse".

    Die Endsieg-Befürworter der Marke Juncker & Co. haben es zu verantworten, dass Millionen Menschen in Europa früher sterben müssen. Nicht durch physische Waffen wie in Reich Nummer drei.
    Nach dem Zusammenbruch von Reich Nummer vier werden die Menschen wegen des Zusammenbruchs der Sozial- und Rentensysteme sterben. Politische Verbrecher der Kategorie Juncker sind daher Massenmördern und Kriegsverbrechern gleichzustellen.

  • Pleite ist Pleite lieber Herr Juncker. Es wird Zeit
    das Eurosystem, bei dem mit dem nicht floatbaren Euro
    die Verantwortung zur Geldwertstabilität den einzelnen
    Staaten abgenommen wurde, was Sie mit beschlossen haben,
    und zur Einstellung auf Kosten anderer leben zu können
    führte, schnellstens beendet wird!!

  • [...]. Spanien hat "nur" ein Bankenproblem und volkswirtschaftlich sei alles ok??? Guten Morgen, Herr Juncker! Schlafen Sie gut? 50% Jugendarbeitslosigkeit sind also kein volkswirtschaftliches Problem?? [...]! Wie soll dieses Land, in dem die Arbeiter der Zukunft nicht mehr arbeiten dürfen, jemals seine Schulden zurückzahlen?
    Alle diese Länder haben vor allem ein Problem: Eine total korrupte Oberschicht, die zunächst ihr eigenes Land ohne Rücksicht auf Verluste ausgeplündert hat und die jetzt Deutschland nach Strich und Faden ausplündert. Kein "Rettungs"-Cent landet bei den arbeitslosen Jugendlichen, keine einzige Zukunftsinvestition wird von den Unsummen Geld getätigt. Alles landet bei superreichen Gangstern. Herr Juncker und die deutschen Politiker sind die nützlichen [...] bei dieser nie dagewesenen Vermögensumverteilung von unten nach oben. Herr Steinbrück liefert dafür auch noch die ideologische Begründung! Herr Barroso lässt sich - wie die Tagesschau berichtet - lieber gleich von dem Milliarden-"Rettungs"-Profiteur Latsis auf dessen Yacht im Mittelmeer einladen.
    [...].
    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Er sei auch nicht dagegen, die Modalitäten im Fall Griechenlands zu überdenken. Ziel sei jedenfalls, dass das Land in der Eurozone bleibe, sagte Juncker.

    bis zum endsieg..... auch wenn alles so weiter läuft wie die 10 jahre davor....

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