Griechenland Vereinbarung zu Anleihentausch in Sicht

Der Internationale Bankenverband (IIF) verbreitet Zuversicht zu den Verhandlungen um den griechischen Schuldenschnitt. IIF-Chefunterhändler Charles Dallara sagte, der Verband habe das bestmögliche Angebot unterbreitet.
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BerlinDer Internationale Bankenverband (IIF) hofft nach wie vor auf eine Einigung bei den Gesprächen zwischen den privaten Gläubigern und dem krisengeschüttelten Griechenland über einen freiwilligen Anleihentausch. Die Gläubiger arbeiteten weiter eng mit Athen zusammen, sagte IIF-Chefunterhändler Charles Dallara am Sonntag dem Sender Antenna TV. Er sei zuversichtlich, dass eine Vereinbarung getroffen werden könne. „Wir stehen am Scheideweg und ich bleibe ziemlich hoffnungsvoll“, fügte Dallara hinzu.

Am Wochenende waren die Gespräche der Regierung mit den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht von geschätzten 100 Milliarden Euro unterbrochen worden.

Der französische Finanzminister Francois Baroin stieß ins gleiche Horn. Er habe „gute Gründe“ zu hoffen, dass die Verhandlungen zum Erfolg führten, sagte Baroin in einem Fernsehinterview am Sonntag. Dallara ergänzte, dass der Verband das bestmögliche Angebot für den freiwilligen Anleihentausch gemacht habe. Der Ball liege nun im Spielfeld von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds. Athen läuft die Zeit davon, denn die Ergebnisse sollten bereits bei dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag vorliegen.

Chefunterhändler des Internationalen Bankenverbands Charles Dallara Quelle: dpa

Chefunterhändler des Internationalen Bankenverbands Charles Dallara

(Foto: dpa)

Für die privaten Gläubiger - neben Banken auch Hedgefonds und Versicherer - dürfte eine Einigung mit einem Forderungsverzicht von bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.

Der Schnitt soll über einen freiwilligen Anleihentausch kommen und Griechenland 100 Milliarden Euro Entlastung bringen. Daneben müsste Griechenland aber auch die Europäische Union (EU), die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) davon überzeugen, dass es gemäß den vereinbarten Spar-Auflagen auf einem konsequentem Weg ist, mit eigenen Anstrengungen aus der Krise herauszukommen.

Ziel ist, den Schuldenstand des Landes bis 2020 von 160 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft (BIP) zu reduzieren. Nur dann würden EU und IWF Griechenland ein neues Hilfspaket über 130 Milliarden Euro gewähren. Ohne frisches Geld droht dem Land im März ein ungeordneter Bankrott, wenn Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro bedient werden müssen.

  • rtr
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13 Kommentare zu "Bankenverband : Vereinbarung zu Hellas-Anleihentausch in Sicht"

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  • Der Deutschen Rentenversicherung fehlt das Geld, um notwendige Rehabilitationsmaßnahmen für kranke Arbeitnehmer zu finanzieren. Die Mittel dafür sind seit 1997 gesetzlich begrenzt. 2010 lag der „Reha-Deckel“ bei 5,38 Milliarden Euro. Angesichts der zunehmenden Alterung der Beschäftigten reicht dies womöglich nicht aus.
    Die Träger der Rentenversicherung haben schon 2010 „massive Sparmaßnahmen“ eingeleitet ,Anträge wurden abgelehnt, Rehabilitationsleistungen verkürzt, der Anteil der Reha-Leistungen ohne unmittelbar vorhergehende Krankenhausbehandlung zurückgeschraubt... Währenddessen schicken die Lobbyknechte und Fraktions-Stiefellecker im deutschen Bundestag täglich Aber-Milliarden in die Taschen von Bail-Out-Schnorrern.

  • An Leser: GR hat 350 Mrd Schulden (die bekannt sind).

  • Wenn ich mich richtig erinnere bedeutet "Schuldenschnitt" verzicht auf Rückzahlung von Schulden und was hatten noch die deutschen Politiker gesagt ... "der deutsche Steuerzahler wird mit Griechenland nicht belastet"? Ah ja, dann beteiligt sich Deutschland also nicht am Schuldenschnitt - sehr schön! Ah um wieviele Milliarden geht es noch? Dagegen sind doch Wulfs Verfehlungen echte Penuts

  • @ EuroHangover,
    wo liegt denn "Deutschland"?
    Ich lese andauernd dieses Wort als wäre es der Nabel der Welt!
    Gehört es zu Europa?

  • Zitat aus dem Artikel: "Der Schnitt soll über einen freiwilligen Anleihetausch kommen und Griechenland 100 Milliarden Euro Entlastung bringen."
    Ist es nun ein Schnitt oder ein Tausch?
    Ein Schnitt wäre wenn aus 260 Milliarden Schulden 100 Milliarden abgeschrieben werden und der Rest 160 Milliarden für 30 Jahren mit 4% Verzinsung wieder in griechische Obligationen angelegt wird.
    Ein Tausch ist kein Schnitt wenn die geschuldete Summe gleich bleibt.
    Kann mir das jemand erklären?
    Ich habe wirklich keine Ahnung.
    Danke.

  • Problem sollte so gelöst werden;
    1) Pleite Staaten pleite gehen lassen
    2) dann die dadurch Pleite Banken pleite gehen lassen
    3) dabei aber die Einlagen der Sparer sichern.
    wäre, denke ich, billiger & ehrlicher.

  • Wenn man sich die Umfragewerte der Sonntagsfrage anschaut, wird klar, dass die Bundesbürger nicht raus aus dem Euro, sondern tiefer hinein wollen. SPD, Grüne, Linke sind klar stärker als bei der letzten Bundestagswahl und alle wollen Eurobonds.

    Es hat sich keine Anti-Euro-Partei herauskristallisiert, obwohl dieses Thema ein guter Aufhänger gewesen wäre. Die hier im Forum oft geäußerte Kritik scheint nicht repräsentativ.

  • und wenn die griechische Bevoelkerung bei den Sparmassnahmen nicht mitmachen will, ist der Plan schon am Ende.
    Nur Deutschland wird durch Buergschaften immer tiefer im den Grund gezogen.
    Unser AAA+ Rating wird bald Geschichte sein und dann muessen wir schwer bezahlen.

  • Legt man das Fälligkeitsprofil griechischer Anleihen neben eine Aufstellung der sogenannten "Hilfstranchen", dann wird deutlich, dass die Hilfszahlungen in vollem Umfang zu den Alt-Gläubigern fließen. Sie landen also keinesfalls im inner-griechischem Haushalt.
    Diese "Hilfstranchen" erlauben den Alt-Gläubigern, sich ohne Abstriche von ihrer fehlerhaften Kreditvergabe zu verabschieden.
    Anschließend nehmen entmündigte EU-Bürger als Zwangsgläubiger den Platz der grinsend davoneilenden Alt-Gläubiger ein.
    Allein die im März fällige Anleihe, auf deren volle Tilgung von schiefliegenden Bail-Out-Schnorrern spekuliert wird, entspricht einem vollen Jahrzehnt Wohngeldzahlungen in Deutschland.
    Warum sollen deutsche Steuerzahler für solch einen Abschaum die Rendite sichern ?

  • Lieber Journalist.
    Ich lese,
    Griechenland hat ca. 230 Mrd. EUR schulden
    Griechenland bekommt Schuldenschnitt von ca. 100 Mrd.EUR

    heutige Schulden zu BIP ca. 160%
    nach dem Schuldenschnitt bleibt ca. 130 Mrd. EUR schulden.
    dann sollten die schulden nach dem Schuldenschnitt ca. 90% des BIP.

    Bitte forschen Sie für uns und erklären was das sein soll?
    "Ziel ist, den Schuldenstand des Landes bis 2020 von 160 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft (BIP) zu reduzieren"

    Soll das hießen,
    - Griechenland geht davon aus, dass sie weiter schulden machen werden,
    - Girechenlands Wirtschaft ist im 2020 total schrott usw...
    - ???

    MFG,
    leser

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