Barack Obama in Hannover „Ihr seid die Erben eines Kampfes um die Freiheit“

Bei einer Grundsatzrede in Hannover bekräftigte US-Präsident Barack Obama die Freundschaft zwischen den USA und Europa. Er will seine Bündnispartner jenseits des Atlantiks aber auch vermehrt in die Pflicht nehmen.
Barack Obama war zu Gast in Deutschland. „Ein vereintes Europa, früher ein Traum weniger, ist jetzt eine Hoffnung der Vielen und eine Notwendigkeit für uns alle“, sagte er bei seinem Besuch am Montag in einer Grundsatzrede in Hannover. Quelle: AP
Barack Obama

Barack Obama war zu Gast in Deutschland. „Ein vereintes Europa, früher ein Traum weniger, ist jetzt eine Hoffnung der Vielen und eine Notwendigkeit für uns alle“, sagte er bei seinem Besuch am Montag in einer Grundsatzrede in Hannover.

(Foto: AP)

HannoverMit einem eindringlichen Aufruf zur Einigkeit nimmt US-Präsident Barack Obama die zerstrittenen Europäer bei der Krisenbewältigung stärker in die Pflicht. „Ein vereintes Europa, früher ein Traum weniger, ist jetzt eine Hoffnung der Vielen und eine Notwendigkeit für uns alle“, sagte er bei seinem Deutschland-Besuch am Montag in einer Grundsatzrede in Hannover.

Kanzlerin Angela Merkel sagte nach einem anschließenden Treffen mit Obama und drei europäischen Staats- und Regierungschefs, diese Runde sei ein gutes Format, um die wichtigsten außen- und sicherheitspolitischen Fragen gemeinsam zu lösen. In Hannover war sie am Nachmittag mit Obama, dem britischen Premier David Cameron, Frankreichs Präsident François Hollande und dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zusammengekommen. Auf die geforderte Ausweitung des europäischen Engagements in Syrien ging die Runde der G5 zunächst offiziell nicht ein.

Obama nannte die von einer möglichen Abspaltung Großbritanniens und heftigem Streit in der Flüchtlingskrise bedrohte Europäische Union „eine der größten politischen Errungenschaften der Neuzeit“. Ein geeintes Europa sei entscheidend für die Weltordnung, sagte er.

Der US-Präsident auf Abschiedsbesuch
Präsident im Anflug
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Die Präsidentenmaschine Air Force One fliegt auf dem Flughafen in Hannover ein: Der US-Präsident hält sich für einen zweitägigen Besuch in Deutschland auf.

Auf dem Landefeld
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Der US-Präsident will sich beim vermutlich letzten Deutschland-Besuch seiner Amtszeit für das Freihandelsabkommen TTIP einsetzen.

Weil (M) begrüßt Obama
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Obama (2.v.l) wird von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD, M) empfangen: Der US-Präsident hat schon vor seinem Besuch in Deutschland ein klares Plädoyer für den Freihandel abgegeben.

Auf dem Weg zur Kanzlerin
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Die Autokolonne mit dem Präsidenten an Bord auf dem Weg zum Schloss Herrenhausen in Hannover, wo Obama sich mit der Bundeskanzlerin trifft.

Obama und Merkel
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Der US-Präsident und die Bundeskanzlerin begrüßten sich im Schlosshof mit Wangenküsschen.

Ehrenformation der Bundeswehr
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Vor der Kulisse der barocken Gartenanlage hörten Merkel und Obama die Nationalhymnen beider Länder und schritten die Ehrenformation der Bundeswehr ab.

Enttäuschung im Publikum
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Die First Lady war am Freitag zwar noch mit ihrem Mann in London gewesen, nach Hannover reiste der US-Präsident allerdings alleine. Michelle Obama war bereits wieder in den USA. Sie hielt an der Jackson State University in Mississippi eine viel beachtete Rede.

Obamas Grundsatzrede bei der Hannover Messe war zugleich ein Loblied auf Europa und eine deutliche Mahnung an die kriselnde EU, das in vielen Jahrzehnte Erreichte nicht aufzugeben. „Ihr seid die Erben eines Kampfes um die Freiheit“, rief er den Verbündeten zu. „Das sind sie, die Europäer: vereint in der Vielfalt, gesteuert von den Idealen, die der Welt vorangegangen sind. Sie sind stärker, wenn sie zusammenstehen, als wenn sie alleine sind.“

Für den Erfolg sei es entscheidend gewesen, dass sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs „Giganten wie Konrad Adenauer“ in Europa ans Werk gemacht hätten, um aus Gegnern Verbündete zu machen. Ein starkes Europa trage dazu bei, die Normen und Regeln beizubehalten, damit der Wohlstand gefördert werden könne - auf der ganzen Welt.

Obama hatte sich bereits bei seinem unmittelbar vorangegangenen Besuch in London gegen eine Abspaltung Großbritanniens von der EU gestellt. Am 23. Juni sollen die Briten bei einer Volksabstimmung darüber entscheiden.

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