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Barack Obama Obamas großes Versprechen

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Mubarak hat seinen Sohn Gamal beauftragt, die Privatwirtschaft zu fördern. Mit auf den ersten Blick ansehnlichem Ergebnis: Die Wirtschaft wuchs seit 2005 jedes Jahr um sieben Prozent. Die Leute gaben Geld aus, das Ausland brachte plötzlich mehrere Milliarden ins Land. Nur haben viele nichts davon.

Die Ägypter halten ihr Land für durch und durch korrupt, wie Wissenschaftler der Cairo University feststellten. Mehr als die Hälfte fühlt sich ungerecht behandelt. Vier von zehn geben zu, dass sie schon Beziehungen genutzt haben, um etwa ihren Job zu behalten. Acht von hundert Ägyptern halten Bestechungsgelder für die einzige Möglichkeit, zu ihrem Recht zu kommen. Auch damit lässt sich Stimmung machen, gegen das, was vorgibt eine Demokratie zu sein, und für das wahre Leben, ein reines Leben.

Drinnen im großen Saal der Universität haben Arbeiter noch alles getan, um die Symbole freien Studentenlebens zu entfernen. Sie kratzten Liebesbotschaften von den Wänden. An diesem Tag gibt es nur Obamas Botschaft. Hebt er die Rechte, um einen Satz zu betonen, sieht er mit dem erhobenen Kinn beinahe aus wie die Freiheitsstatue vor New York. Er erzählt, wie er als Knabe in Indonesien jeden Morgen und jeden Abend den Ruf des Muezzins vernahm. Er spricht über die Prinzipien Amerikas, des Landes, in dem aus vielen eins werde. Er spricht über Israel und Palästina, über Iran und Irak. Über Fehler, die Amerika gemacht hat, weil es seine eigenen Werte verraten habe. Guantanamo werde geschlossen, sagt Obama, Folter habe er untersagt.

Und, wenig später, er wolle auch über Demokratie sprechen. Es scheint, als sei der Applaus nie lauter und wärmer gewesen als in diesem Moment. Und der US-Präsident sagt einen Satz, den sein Gastgeber Mubarak als Unverschämtheit verstehen könnte: "Wahlen allein machen noch keine Demokratie."

Das andere Ägypten applaudiert, ein Student ruft etwas in den Saal. "Thank you", sagt Obama.

Alle Möglichkeiten, das Land auf friedlichem Wege zu reformieren, seien blockiert, hat Professorin Mehrez am Abend in ihrer Dachwohnung gesagt. Wenn sie dort Bier und Wein anbietet, zwinkert sie schelmisch mit den Augen. "Alkohol ist bei uns mittlerweile verpönt. Also Prost!" Ironie ist die Waffe, die ihr in ihrem Turm bleibt.

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