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Baradei warnt vor Eskalation Iran fehlt nicht mehr viel für Atombombe

Irans erweitertes Atomprogramm beunruhigt die internationale Atomenergiebehörde IAEO. Generaldirektor Mohammed el Baradei hat am Montag vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Teheran hat nach Ansicht der Uno-Behörde seine Uran-Anreicherung in Besorgnis erregendem Ausmaß erweitert und ist dem Bau einer Atombombe näher gerückt.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad - hier vor einem Bild des verstorbenen Revolutionsführers Ajatollah Chomeini - hält am Atomprogramm fest, dagegen könne 'der Feind' nichts unternehmen. Foto: ap Quelle: ap

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad - hier vor einem Bild des verstorbenen Revolutionsführers Ajatollah Chomeini - hält am Atomprogramm fest, dagegen könne 'der Feind' nichts unternehmen. Foto: ap

(Foto: ap)

HB WIEN. Die Sitzung des Gouverneursrates der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) stand am Montag im Zeichen von Spannungen mit dem Iran. Der Iran sagte ein Treffen des stellvertretenden iranischen Unterhändlers, Dschawad Waidi, mit IAEA-Vertretern ab. Waidi habe sich geweigert, substanzielle Fragen zu besprechen, hieß es zur Begründung aus Diplomatenkreisen. Während der Iran sein stetig wachsendes Atomprogramm nicht aussetzen will, bleiben auch die Uno-Sanktionen gegen das Land bestehen.

Waidi traf bei den Gesprächen mit der Europäischen Union (EU) in Wien jedoch Robert Cooper, ein Vertreter des EU-Chef-Diplomaten Javier Solana. Beide sagten, die Beratungen seien konstruktiv gewesen, dämpften aber die Erwartungen. „Man soll sich hier kein großes Wunder erwarten“, sagte Waidi. Diplomaten bei der IAEA hatten zuvor erklärt, das Treffen sei ein Fehlschlag gewesen.

Der Iran habe sein Atomprogramm deutlich ausgebaut, sagte IAEA-Chef Mohamed El Baradei. „Das ist beunruhigend und bedauerlich.“ El Baradei sprach vor dem Gouverneursrat der IAEA, der diese Woche über den Iran berät. Dem Land drohen im Streit um sein Atomprogramm schärfere Uno-Sanktionen. El Baradei sagte, er sei alarmiert von der Patt-Situation und der sich abzeichnenden Konfrontation zwischen dem Iran und den Weltmächten.

Der US-Botschafter bei der IAEA, Gregory Schulte, nannte die Ausweitung der Uran-Anreicherung durch den Iran einen „verstörenden Trend“. Weil zugleich der Zugang der IAEA im Iran behindert werde, wisse die Behörde nun noch weniger über die Aktivitäten des Iran.

Die USA werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel seines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Der Iran sagt, das Programm diene ausschließlich der Energieproduktion. IAEA-Kontrollen behindert das Land nach Angaben der Organisation aber seit Jahren.

„Die Fakten vor Ort weisen darauf hin, dass der Iran seine Kenntnisse der Uran-Anreicherung kontinuierlich vergrößert und die dafür nötigen Anlagen ausbaut“, sagte El Baradei. Zugleich mache die IAEA aber keine Fortschritte in ihren Bemühungen zur Prüfung des iranischen Atomprogramms.

Seit mehr als einem Jahr beschränkt der Iran den Zugang zu seinen Nuklearanlagen und erlaubt keine kurzfristig angesetzten Inspektionen. Im April stellte das Land auch die Übergabe von Informationen zu geplanten Anlagen ein. Die IAEA forderte den Iran dringend zur Zusammenarbeit auf.

Im Mai stellte die IAEA in einem Bericht fest, dass der Iran eine Frist der Vereinten Nationen (Uno) zum Stopp der Uran-Anreicherung ignoriert und ganz im Gegensatz zu den Uno-Forderungen gehandelt habe. Uno-Angaben zufolge hat der Iran derzeit 2000 Zentrifugen im Einsatz, deren Zahl im nächsten Monat bereits auf 3000 steigen könnte. Damit hätte der Iran die Voraussetzungen für eine industrielle Anreicherung von Uran geschaffen. Innerhalb eines Jahres könnte das Land dann genug Uran für den Bau einer Atombombe herstellen.

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