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Basel III Die Reformarbeiten im Bankensektor sind noch nicht beendet

Die Eckpfeiler für die neuen Kapital- und Liquiditätsvorgaben im Bankensektor mögen stehen. Doch der Baseler Ausschuss muss sein Werk noch an vielen Ecken und Enden nacharbeiten. Zwar ist nun klar, dass die Banken künftig mehr Eigenkapital brauchen. Doch bei den mindestens ebenso wichtigen Liquiditätsvorschriften sind noch viele bedeutende Details offen. Eine Übersicht.
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Blick auf Frankfurt: an den neuen Vorschriften für die Finanzwelt muss noch geschraubt werden. Quelle: Pressebild

Blick auf Frankfurt: an den neuen Vorschriften für die Finanzwelt muss noch geschraubt werden.

(Foto: Pressebild)

Marktrisiko: Ab 1. Januar 2012 müssen Banken Marktrisiken in ihren Handelsbüchern weit stärker beachten und mehr Eigenkapital dafür bereitstellen. Die Reform wird den Eigenkapitalbedarf der Institute für Handelsrisiken verdrei- bis vervierfachen. Sie wurde schon kurz nach der Krise abgeschlossen und ist ein Vorläufer des eigentlichen Basel-III-Pakets. Die Finanzkrise hatte offengelegt, dass Banken bislang viel zu wenig Eigenkapital für ihre Handelsrisiken reservieren müssen. 2009 verloren Banken im Handel mitunter das Zweieinhalbfache des Eigenkapitals, das dafür aufsichtsrechtlich geboten war.

Dieser Befund war peinlich für die Aufseher, denn eigentlich sollen die Behörden den Banken so viel Eigenkapital vorschreiben, dass dieses in jedem Fall potenzielle Verluste komplett abdecken kann. Die internen Rechnungen der Banken selbst waren da realistischer als die Schätzungen der Aufsicht: Die Institute hielten drei Mal so viel Kapital für notwendig. Selbst die neuen Vorschriften der Aufsicht scheinen zu optimistisch zu sein. Der Pflichtpuffer liege noch immer ein Fünftel unter den Schätzungen von Banken, so ein Risikomanager.

Liquidität: Während die neuen Regeln für Marktrisiken damit praktisch schon feststehen, gibt es bei den neuen Eigenkapital- und Liquiditätsregeln von Basel III noch offene Fragen. Aufsichtsrechtlich dürfte 2011 das Jahr der Liquidität werden. Die Forderungen der EU-Kommission sowie der Europäischen Zentralbank nach einem Liquiditäts-Check im nächsten Stresstest kommen nicht von ungefähr. Noch immer ringen die Aufseher um die Details der Puffer, mit denen die Banken auch während Krisen immer flüssig sein sollen.

Die grobe Linie steht zwar fest. So wird es ab 2015 eine kurzfristige Liquiditätskennziffer geben. Danach müssen die Banken genügend Zentralbankguthaben oder leicht verkäufliche Wertpapiere wie etwa Staatsanleihen besitzen, um selbst in Stressphasen 30 Tage „flüssig“ zu bleiben. Nur 46 Prozent der Banken erfüllen die Vorgaben bereits, ergab eine Auswirkungsstudie des Baseler Bankenausschusses. Den übrigen fehlen liquide Anlagen in Höhe von 1,73 Billionen Euro.

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