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Bedingungsloses Grundeinkommen Schweizer stimmen gegen staatliches Taschengeld

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Die alte Gerechtigkeitsdebatte

Niemand braucht nämlich zu glauben, dass Neiddebatten mit dem Grundeinkommen der Vergangenheit angehören würden. Warum soll ein Millionär ein Grundeinkommen erhalten? Sollte er es nicht spenden – und würden dann nur noch Reiche spenden?

Und sollten Asylbewerber genauso viel bekommen wie Bundesbürger? Menschen aus gänzlich ärmeren Ländern böte sich hingegen ein noch größerer Anreiz für eine Migration. Denn das Grundeinkommen müsste der Theorie zufolge auch für Asylbewerber gelten.

Auch ist nicht gesagt, dass 1.000, 1.500 oder 2.500 Euro ausreichen, um nie mehr für das Leben vorzusorgen. Wer ein Haus abbezahlen muss oder plötzlich Schulden macht, kann ein Lied davon singen. Und pflegebedürftige Rentner benötigen unter Umständen deutlich mehr als 2.000 Euro im Monat, um betreut zu werden – denn ein Pflegegeld gibt es dann ebenso wenig wie eine Rente an sich.

Mit dem Grundeinkommen muss nämlich alles bezahlt werden. Junge Leute würden sich freuen. Sie müssten nicht mehr die immer weiter steigenden Kosten einer älter werdenden Gesellschaft tragen. Wer hingegen als Rentner nicht privat erheblich vorgesorgt hat, bekommt schnell Probleme. Statt einer finanziell ausgewogenen Gesellschaft würden die Befürworter des Grundeinkommens ein Prekariat schaffen, das sie eigentlich verhindern wollten.

Und was ist mit denen, die sich demonstrativ auf die faule Haut legen? Die Initiatoren schlagen vor, dass sich niemand um einen Arbeitsplatz bemühen muss. Deshalb dürfte relativ schnell darüber diskutiert werden, wer wie viel Grundeinkommen gerechterweise erhalten soll, und wer nicht.

Die nächste Debatte wäre programmiert, politische Parteien würden das Thema entdecken – und die Populisten Stimmung damit machen. Und dann ginge alles wieder von vorne los.

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