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Bedingungsloses Grundeinkommen Finnland wird zum Labor für Utopisten

2000 Finnen bekommen ab Januar ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 560 Euro im Monat. Die Regierung will mit dem Experiment herausfinden, ob das staatliche Taschengeld mehr Menschen in Jobs bringen kann.
29.12.2016 - 11:20 Uhr 8 Kommentare

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Helsinki Finnland will herausfinden, ob ein Grundeinkommen das soziale System des Landes vereinfachen und mehr Menschen in Jobs bringen kann. 2000 zufällig ausgewählte Arbeitslose sollen ab Januar anstelle von Arbeitslosengeld 560 Euro im Monat bekommen, ohne dass daran Bedingungen geknüpft sind. Das Geld muss nicht versteuert werden und man kann ohne finanzielle Nachteile etwas dazuverdienen. Mit diesem Testballon auf nationaler Ebene sei Finnland weltweit das erste Land, das ein bedingungsloses Grundeinkommen auszahlt, sagt Marjukka Turunen vom finnischen Sozialversicherungsinstitut Kela, das das Experiment betreut.

Die Probanden erfahren erst kurz vor Silvester, dass sie Teil des Tests sind. Ablehnen können sie nicht. Sie wurden unter allen Personen zwischen 25 und 58 Jahren, die im November 2016 Arbeitslosengeld oder -unterstützung bekommen haben, ausgelost.

In welchen Ländern die Menschen am ehrgeizigsten sind
Die fünf größten Karriere-Fans, Polen
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In Polen hegen Frauen einen großen Wunsch nach einer Führungsposition. 17 Prozent mehr Frauen (72 Prozent) als Männer (55 Prozent) wollen ins Management. Befragt wurden 11.500 Berufstätige in 24 Ländern nach ihren Ambitionen auf den Chefsessel.

Quelle: Personalberatung Hays

(Foto: Imago)
Platz 4: Großbritannien
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Bei den Briten ist das Karriere-Ziel „Manager“ mit jeweils 74 Prozent unter den Geschlechtern fast gleich stark ausgeprägt. In Sachen Ehrgeiz müssen sich die Briten den Belgiern nur knapp geschlagen geben.

(Foto: Imago)
Platz 3: Belgien
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Belgier und Belgierinnen sind gleich ambitioniert, wenn es um den beruflichen Aufstieg geht: Jeweils 75 Prozent von ihnen streben nach einer Führungsrolle.

(Foto: Imago)
Platz 2: Portugal
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Auf Platz zwei rangiert das Land an der Algarve. 77 Prozent der Frauen – im Gegensatz zu 71 Prozent der Männer – wollen dort ins Management.

(Foto: dpa)
Platz 1: Frankreich
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Französinnen und Franzosen sind am ambitioniertesten: 80 Prozent der berufstätigen Frauen und 77 Prozent der Männer in Frankreich streben eine Führungsposition an. Die Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf auch in Spitzenpositionen zu vereinbaren, sind dort sehr gut.

(Foto: dpa)
Die größten Karriere-Muffel: Niederlande
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Der Chefsessel als Statussymbol des beruflichen Erfolgs hat an Bedeutung verloren. Während immerhin noch 54 Prozent der Frauen eine Führungsposition anstreben, nennen nur noch 49 Prozent der Männer in den Niederlanden dieses Ziel.

(Foto: Imago)
Tschechien
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53 Prozent der berufstätigen Frauen und immerhin 59 Prozent der Männer sehen sich in Tschechien noch auf dem Chefsessel.

(Foto: Imago)

Die große Hoffnung ist, dass die Menschen durch das Experiment zum Arbeiten motiviert werden. Viele Empfänger von Sozialleistungen nähmen keine kleinen Jobs an, weil sie dann nach Abzug der Steuern vielleicht schlechter dastehen, meint Turunen. Das Grundeinkommen müsse nicht versteuert werden, auch wenn man 4000 Euro im Monat dazu verdiene. „Wir denken, das könnte in großer Anreiz sein, wenigstens einen Halbtagsjob anzunehmen“, sagt die Projektleiterin.

Außerdem solle mit dem Grundeinkommen Bürokratie abgebaut werden. Wer jetzt arbeitslos ist, müsse ständig Formulare ausfüllen und Anträge stellen. Das sei bei dem Grundeinkommen nicht notwendig. „Außerdem gibt es den Menschen finanzielle Sicherheit“, sagt Turunen. „Sie können sich darauf verlassen, dass das Geld pünktlich kommt. Was sie damit machen, ist ihre Sache.“ Die Behörden haben nicht vor, das Tun der Probanden zu überwachen. Das würde das Testergebnis beeinflussen.

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    Das Experiment ist zunächst auf zwei Jahre angesetzt. Nach dem Willen von Kela soll es nach einem Jahr auf noch mehr Personen ausgeweitet werden. Doch die Gelder dafür sind noch nicht von der Regierung gebilligt.

    • dpa
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    Mehr zu: Bedingungsloses Grundeinkommen - Finnland wird zum Labor für Utopisten
    8 Kommentare zu "Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland wird zum Labor für Utopisten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich finde es sehr gut, dass man in Finnland endlich den Mut aufgebracht hat, dieses Experiment zu wagen.

      Denn: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Vor allem keine Erkenntnisse.

      Vorschlag: In zwei Jahren sprechen (schreiben) wir uns nochmal.

    • @Peter Petersen
      Wohlstand kommt nicht aus dem Nichts sondern muss hart erarbeitet werden. Und das geht nur mit einer Mehrwertschaffenden Leistungsgesellschaft. Außer man hat Rohstoffe wie Gold, Oel, Gas usw in der eigenen Erde, dann ist das kein Problem. Siehe Saudi-Arabien oder die Golf Staaten. Die können sich ein Grundeinkommen leisten. Aber auch nur für die nahestehende Verwandtschaft bzw. Clan-Mitglieder.

    • Gehen wir doch mal Mutig in die Zukunft.
      Rechnen wir mit Industrie 4.0
      Was könnten wir ändern?
      Wir müßen nicht Exportweltmeister mit Mrd Überschuß sein.
      Das nützt nur wenigen verursacht aber viele Problem.
      Wenn es den Armen gut geht brauchen die Reichen sich nicht zu fürchten,
      ein satter Bauch rebeliert nicht, und Überfälle und Rauben wozu?

      Nehmen wir eine Kaufkraft von Heute 1500€ pauschal aufs Konto
      Auch für Kinder.
      Für jeden € Brutto 50% Steuern.
      Die Menschen würden mit masse in Teilzeit gehen.
      Zeitarbeit/Leiharbeit gibt es nicht mehr, Arbeitskräfte mangel
      Eine verschwendung von Arbeitszeit, gibt es nicht mehr
      Ein Teil der Jobs geht in andere Länder, dafür fallen die faulen Kredite
      weg, die arbeitslosigkeit sinkt dort. Also weniger Wirtschaftsflüchtlinge.
      Die EU hat bereits zugestimmt, das die Staaten gegen Sozialtorismus vorgehen
      können, also auch kein Problem.
      Arbeitsämter brauchen wir nicht mehr
      Sozialämter nur für Notfälle also viel weniger
      Rentenversicherung auch nicht mehr, Privates Sparen.
      Die Arbeitszeit würde auf 25-30 std pro Woche fallen.
      Die anzahl der Bürojobs beim Staat würde sinken
      und die Leute würden Produktive arbeiten
      Arzte und Schwester würde entlasstet durch weniger Stunden, damit weniger Fehler
      bei behandlungen.
      Die Menschen hätten die Zeit für Bildung und Kultur.
      Das würde uns auch weiter Bringen.
      Wenn man das richtig Umsetzt ein Gewinn für alle
      Die Zukunft wird aus Mut gemacht und nicht am Festhalten des jetzigen







    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

    • So, so, die Finnen wagen ein Experiment, das die Existenz ihres Landes aufs Spiel setzt.. Gleich 2000 Arbeitslosen wollen sie ein bedingungsloses Grundeinkommen zahlen. Und dann noch in der sagenumwobenen Höhe von 560 EUR. Wenn das mal nicht schief geht.

      Und wir rückständigen Deutschen? Wir haben bei Hartz 4 einen Regelsatz von 404 EUR. Zusätzlich übernimmt die Bundesagentur für Arbeit auch noch die Miete. Rechnet man beides (Geldleistung + Miete) zusammen, bezahlen wir wahrscheinlich für jeden einzelnen Arbeislosen deutlich mehr als die Finnen in ihrem Experiment.

    • Das Grundeinkommen dürfte billiger sein als die hunderttausende von Spitzel
      die die Almosen-Empfänger kontrollieren.

    • Ich finde, man sollte das flächendeckend einführen. Wenn dann am Tag nach der BGE-Auszahlung alle Arbeitnehmer nicht mehr zur Arbeit erscheinen, deren Nettolohn unter dem BGE liegt, kann man es ja wieder einmotten.

    • "Dreamer, you nothing but a dreamer..." (Supertramp)

      Als Kind war ich ebenfalls von dem holländischen Gemälde "Schlaraffenland" begeistert, wo dem Dicken unterm Baum, gebratene Tauben in den Mund fliegen.

      Als jugendlicher Lehrling, mit monatlich 90 Mark Ausbildungsbeihilfe, hatte ich schnell begriffen, dass die Tauben auch jemand fangen, töten, rupfen und braten muss, der sich daher nicht dick und fett unter den Baum legen kann.

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