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Familienzusammenführung

Bis zum 26. August werden Dutzende Südkoreaner ihre nordkoreanischen Verwandte treffen. Doch eine Nachricht aus der großen Politik stört die innerkoreanische Annäherung.

(Foto: Reuters)

Bemühungen um Frieden Den USA geht Südkoreas Annäherung an Nordkorea zu schnell

Die USA sind nicht einer Meinung mit Südkorea über die Geschwindigkeit der Annäherung an Nordkorea. Möglicherweise würden Sanktionen verletzt, sagen die USA.
21.08.2018 - 01:05 Uhr 1 Kommentar

Tokio Cho Hye-dos Tränen stehen an diesem Montag für das Leiden im geteilten Korea. In einem nordkoreanischen Urlaubshotel am Berg Kumgang fällt die 86-jährige Südkoreanerin das erste Mal seit mehr als 60 Jahren ihrer drei Jahre älteren Schwester in die Arme, die im Korea-Krieg im Norden geblieben war.

Und dies ist nicht die einzige bewegende Szene auf dem ersten Familientreffen zwischen dem Norden und Süden seit drei Jahren. Bis zum 26. August werden 89 Südkoreaner 180 nordkoreanische Verwandte treffen. Doch eine Nachricht stört diese emotionale Zeit im Süden empfindlich. Laut südkoreanischen Medienberichten schreiten den USA die Annäherungsversuche ihres Verbündeten an Nordkorea zu schnell voran.

Die konservative Zeitung „Chosun Ilbo“ berichtete am Montag, dass die USA den Süden vor der Eröffnung eines Verbindungsbüros zwischen beiden koreanischen Staaten im nordkoreanischen Kaesong warnen würden. Damit riskiere die südkoreanische Regierung, gegen die Sanktionen zu verstoßen, die Nordkorea im Atomkonflikt mit den USA an den Verhandlungstisch gebracht hätten, zitierte die Zeitung einen nicht genannten Vertreter der US-Regierung.

Dies würde die USA in eine „schwierige Lage bringen“, sagte der Offizielle der Zeitung zufolge. Und damit auch die südkoreanische Regierung. „Mit anderen Worten, die USA müssten vielleicht gegen ihren Verbündeten vorgehen, wenn in dem Prozess irgendwelche Sanktionen verletzt wurden“, übersetzt die Chosun Ilbo die Warnung.

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    Und offenbar hat Südkoreas Präsident Moon Jae-in dies schon vorab genauso verstanden. Die schon geplante Eröffnung wurde inzwischen auf einen nicht genannten Zeitpunkt vertagt.

    Nach Jahrzehnten der Trennung – Familientreffen zwischen Nord- und Südkoreanern

    Der Fall unterstreicht die Spannungen zwischen Südkorea und den USA, die der Poker um Nordkoreas Denuklearisierung verursacht. In der vergangenen Woche hatte Moon noch einen ambitionierten Friedensplan vorgestellt, in dem er schon bis Jahresende die Eisenbahnen beider Länder wieder verbinden will. Dieser Schritt war wie das Verbindungsbüro ein wichtiger Teil der Vereinbarungen, die Moon im April mit Nordkoreas Führer Kim Jong Un im gemeinsamen Grenzort Panmunjom getroffen hatte.

    Doch von vornherein war klar, dass die Initiativen einen Konfliktherd zwischen Südkorea und den USA darstellen. Denn selbst das Verbindungsbüro muss vom Süden mit Baumaterial, Möbeln, technischen Geräten, Strom und Geld versorgt werden.

    Tatsächlich scheint diese aus koreanischer Sicht sicherheitspolitisch sinnvolle Initiative einige Vertreter der Regierung Trump zu stören. Denn die USA versuchen, nach dem historischen Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Juni den Sanktionsdruck aufrechtzuerhalten.

    Davon erhoffen sie sich, Kim zu Zugeständnissen in den schwierigen Verhandlungen um Nordkoreas Denuklearisierung zu zwingen. Doch ist das Bröckeln der Sanktionsfront ein Problem, das sich Trump durch seinen überraschenden Gipfel mit Kim in den Augen vieler Nordkorea-Experten selbst eingebrockt hat.

    Schon in Singapur hat Trump es nicht geschafft, Kim substanzielle Zugeständnisse abzuringen. Dass Trump gleichzeitig einen Handelskrieg gegen China begonnen hat, schwächt den Würgegriff der internationalen Staatengemeinschaft weiter, den die USA 2017 durch eine Mischung aus Kriegsdrohungen und Diplomatie erfolgreich verstärkt hatte.

    Nordkoreas Schutzmacht China lässt wieder mehr Waren über den Grenzfluss Yalu passieren. Russland vergebe wieder Arbeitsvisa an Nordkoreaner, beschwerte sich die US-Regierung Anfang August bei den Vereinten Nationen. Und selbst der wichtigste asiatische US-Alliierte Japan bereitet sich darauf vor, dass die Sanktionen fallen.

    Offenbar will Japans Regierung Nordkorea durch finanzielle Anreize in Gespräche locken. Japanische Medien berichteten Ende vergangener Woche, dass das Außenministerium eine 2002 versprochene Wirtschaftshilfe in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar erneut auf den Tisch legen will. Das Geld könnte fließen, wenn beide Länder nach japanischer Ansicht das Problem durch Nordkorea entführter Bürger gelöst haben.

    Dieser Trend bringt nun Südkorea in eine Zwickmühle. Auf der einen Seite darf Präsident Moon seine Initiativen nicht zu rasch vorantreiben, wenn er nicht offenen Widerstand in den USA herausfordern will. Auf der anderen Seite nutzt Nordkorea die Gunst der Entspannung, um den Süden durch gezielte Kritik zu einer schnelleren Annäherung zu bringen.

    Nordkorea treibe die Panmunjom-Erklärung voran, kommentierte die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Südkoreas Regierung habe allerdings keine konsistente Linie verfolgt. „Die Umsetzung der Erklärung zu bremsen, darf nicht erlaubt werden“, so das Sprachrohr Kims. Das Schicksal der Nation könne nicht durch die Erlaubnis von „irgendjemanden“, sprich Trump, bestimmt werden.

    Die öffentliche Kritik von Nordkorea und den USA an Südkoreas Staatschef Moon findet dabei zu einem brisanten Zeitpunkt statt. US-Sicherheitsberater John Bolton hat am Wochenende in einem Fernsehinterview mit ABC News angekündigt, dass US-Außenminister Mike Pompeo schon „bald“ zu einer weiteren Verhandlungsrunde nach Nordkorea reisen könnte.

    Die Verhandlungen sind schwierig. Die vorige Runde endete damit, dass Nordkorea den USA „räuberische Forderungen“ vorwarf. Doch Bolton deutete an, dass die USA weiter auf eine rasche Denuklearisierung Nordkoreas drängen wollen.

    Bei den neuen Gesprächen ginge es darum, dass die Nordkoreaner die Zusagen über eine Denuklearisierung erfülle, die Kim Jong Un gegeben habe. „Ich denke, dass es wichtig ist, dass sie Ernsthaftigkeit demonstrieren“, ermahnte Bolton die Nordkoreaner.

    In einem Interview mit „Reuters“ sagte US-Präsident Trump, dass er ein zweites Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaben für sehr wahrscheinlich halte. Er habe gute Beziehungen zu Kim, sagte er. Details wollte Trump aber keine nennen.

    Dafür nutze er die Gelegenheit, um gegen China auszuteilen. Trump sei der Ansicht, das Nordkorea Maßnahmen zur Denuklearisierung ergriffen habe. Aber China sei nicht mehr so stark hilfreich wie in der Vergangenheit. Grund dafür sei der Handelsstreit mit den USA.

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    1 Kommentar zu "Bemühungen um Frieden: Den USA geht Südkoreas Annäherung an Nordkorea zu schnell"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Auf diese Nachricht habe ich gewartet. Den Alliierten ging die Wiedervereinigung auch zu
      schnell - vor allem Frau Thatcher. Wie waere ein vereintes Korea, neutral mit Sicherheits-
      garantien von z. B. China und Russland? Fuer Trump ein Albtraum!

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