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Berat Albayrak Der türkische Finanzminister irritiert Investoren mit Haspel-Auftritten

In der Türkei herrscht die Rezession. Doch Finanzminister und Erdogan-Schwiegersohn Albayrak kann weder Wähler noch Investoren beruhigen.
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Der 41-jährige Finanzminister muss schmerzhafte Reformen angehen. Quelle: AFP
Berat Albayrak

Der 41-jährige Finanzminister muss schmerzhafte Reformen angehen.

(Foto: AFP)

AnkaraBerat Albayrak war nach Washington gereist, um beim Frühjahrstreffen von IWF und Weltbank vor Hunderten Investoren für Vertrauen in die türkische malade Wirtschaft zu werben. Der Finanzminister des Schwellenlandes hatte bereits angekündigt, Staatsbanken zu stützen, das Steuersystem zu vereinfachen und notleidende Kredite aufkaufen zu können.

Doch seine Roadshow geriet zum Fiasko – zumindest lautete so das Echo eines Teilnehmers von Albayraks Vortrag. „Es war eine absolute ‚Mist-Show‘“, erklärte der anonyme Investor der Nachrichtenseite Axios. „Ich habe wirklich noch nie einen Regierungsvertreter gesehen, der derart schlecht vorbereitet war.“ Die Lira gab anschließend zum Dollar leicht nach.

Es ist ja schon beunruhigend, dass im Finanzsektor die Meinung eines anonymen Zitatgebers derartige Reaktionen an den Märkten hervorrufen kann. Die Meinung über Albayraks Auftritt war schnell gebildet: Er kann es nicht. Doch das ist zu kurz gedacht.
Albayrak ist seit Juli Finanzminister des Landes und gleichzeitig Schwiegersohn von Staatschef Erdogan. Der Präsident wollte jemanden, dem er zu 100 Prozent vertrauen kann.

Denn die türkische Wirtschaft steuert schon seit Längerem auf eine Rezession zu. Der Finanzminister muss schmerzhafte Reformen angehen – das macht nicht jeder mit, wenn er nicht genügend Rückendeckung vom Präsidenten hat. Der 41-Jährige, der bereits mit Ende 20 Vorstandschef eines türkischen Konzerns war, weiß, wie Unternehmer denken.

Doch er macht häufig eine unglückliche Figur: Oft verhaspelt er sich bei öffentlichen Auftritten; kündigt viel an, ohne konkret zu werden. Das überzeugt weder Wähler noch Investoren.

Außerdem ist die Stimmung, was die Türkei angeht, längst gekippt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei fast 15 Prozent, die Lira schwächelt und treibt die Inflation. Auch die Regierungspartei AKP ist nach einer verkorksten Kommunalwahl geschwächt. Die Fehlertoleranz, die Investoren Albayrak da zugestehen, ist offenbar ziemlich gering.

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