Beratungszentren Geringe Nachfrage bei Rückkehrerprogramm für Migranten

Die deutschen Beratungszentren für zurückgekehrte Flüchtlinge in Tunesien und Marokko finden nur wenig Resonanz: Bislang habe es erst 650 Beratungen gegeben. Sie müssten sich erst etablieren, so die Bundesregierung.
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Auf überfüllten Schlauchbooten sind viele von ihnen nach Europa gekommen und haben dabei ihr Leben riskiert: Flüchtlinge, die freiwillig zurückkehren, bekommen in Tunesien und Marokko Beratungen in deutschen EInrichtungen. Quelle: dpa
Flüchtlinge im Mittelmeer

Auf überfüllten Schlauchbooten sind viele von ihnen nach Europa gekommen und haben dabei ihr Leben riskiert: Flüchtlinge, die freiwillig zurückkehren, bekommen in Tunesien und Marokko Beratungen in deutschen EInrichtungen.

(Foto: dpa)

Tunis Das Anfang des Jahres von der Bundesregierung gestartete Rückkehrerprogramm, mit dem Migranten bei der freiwilligen Rückkehr in ihre Heimatländer unterstützt werden sollen, stößt nur auf eine geringe Nachfrage. Bislang seien in dem neu eröffneten Beratungszentrum in Tunesien knapp 600 Personen beraten worden, darunter 21 Rückkehrer aus Deutschland, teilte eine Sprecherin des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) auf dpa-Anfrage mit. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte bei der Eröffnung des Zentrums im März angekündigt, dass bis Jahresende 2000 Menschen beraten werden sollen.

In dem im September neu eröffneten Zentrum in Marokko seien bislang 50 Personen beraten worden - darunter sechs Rückkehrer aus Deutschland. Obwohl die avisierten Fallzahlen noch nicht ganz erreicht wurden, seien die Zentren in Tunis und Casablanca dabei, sich gut zu etablieren, sagte die BMZ-Sprecherin.

In beiden Ländern seien durch die Programme nachweislich 224 Menschen in Beschäftigung gebracht worden. Das Beratungszentrum solle auch Menschen über Arbeitsmöglichkeiten informieren, die sich noch nicht auf den Weg in Richtung Deutschland gemacht hätten.

Die Linken-Abgeordnete Heike Hänsel kritisierte die Zahlen als „Placebo-Politik“. Mit solchen Zentren werde den Menschen in den betroffenen Ländern kaum geholfen, da sich nichts an der strukturellen Kluft zwischen Norden und Süden ändere.

Bis zum Jahresende sollen ähnliche Zentren auch in den westafrikanischen Staaten Nigeria, Ghana und Senegal ihre Aktivität aufnehmen.

  • dpa
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