Berlusconi-Angriff „Es herrscht ein Klima des Hasses“

Nach dem tätlichen Angriff auf Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat die politische Kultur des Landes einen neuen Tiefpunkt erreicht. Schuldig ist für die Regierung die Opposition. Silvio Berlusconi geht als Sieger aus dem Angriff hervor. Die politische Stimmung ist vergiftet.
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MAILAND. Angeschlagen, aber nicht am Boden: Mit einer Stein-Miniatur des Mailänder Doms trifft ein Angreifer Silvio Berlusconi wenige Meter hinter dem echten Dom mitten ins Gesicht. Die Leibwächter zerren den Regierungschef ins Auto, doch der erhebt sich und zeigt sein blutiges Gesicht der Menge – und den Kameras.

Es ist der verkaufsoffene Adventssonntag. Soeben hat sich Berlusconi auf einer Kundgebung der aus Alleanza Nazionale und Forza Italia fusionierten Regierungspartei PDL (Popolo della Libertà - Volk der Freiheit) feiern lassen. Nun sucht er das Bad in der Menge. Händeschütteln, Umarmungen, der Kontakt mit den Menschen – Berlusconi, wie er leibt und lebt. Unter den Zuschauern ist Massimo Tartaglia, 42 Jahre alt, psychisch labil; er schleudert dem Premier den Mini-Dom an den Kopf. Das Resultat: eine gebrochene Nase, zwei abgebrochene Zähne.

Dennoch geht Silvio Berlusconi als Sieger aus dem Angriff hervor. Die Fernsehsender berichten life von den Toren des Krankenhauses San Raffaele, wo der Leibarzt des 72-jährigen Premiers, Alberto Zangrillo, Interviews gibt und Damen im Pelzmantel ihre Solidarität bekunden. „Wir sind gekommen, um dem Präsidenten zu zeigen, dass wir bei ihm stehen“, sagt eine blonde Frau nach der anderen den Kameras des Berlusconi-Senders Italia 1.

Der Leibarzt lässt wissen, dass ein chirurgischer Eingriff zwar nicht nötig sei, dass Berlusconi jedoch noch eine weitere Nacht im Krankenhaus bleiben wird – und dass die Heilung statt der zunächst angenommenen 20 Tage nun wohl doch 25 Tage braucht.

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