Besuch in Deutschland Obama will 180.000 neue Jobs mitbringen

Datenaffäre, Syrienkrieg, Türkei - unerfreuliche Themen hat Obama genügend im Gepäck, wenn er die Deutschen besucht. Doch der US-Präsident hofft, gemeinsam mit Angela Merkel wenigstens die Wirtschaft wieder zu beleben.
Update: 17.06.2013 - 20:50 Uhr 20 Kommentare
Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama verhandeln über eine Freihandelszone.

Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama verhandeln über eine Freihandelszone.

New YorkÜber das persönliche Verhältnis zwischen Angela Merkel und Barack Obama ist schon viel spekuliert worden, und der Schluss lautet meist: Es ist nicht gerade von Begeisterung geprägt. Dafür gilt es als sachlich, respektvoll, beide gehen Probleme analytisch an.

Gute Voraussetzungen eigentlich für die Herausforderungen dieser Zeit. Es muss ja nicht immer der pompöse Rahmen von Staatsbesuchen sein, in denen sich die Kanzlerin und der US-Präsident begegnen. In den vergangenen Jahren haben sie Dutzende Male telefoniert oder sich auf Gipfeln getroffen. „Es gibt kaum ein globales Problem, über das wir uns nicht beraten“, sagte der Amerikaner einmal über die Deutsche. „Ich traue ihr“.

Merkel ist die einzige Regierungschefin eines größeren EU-Landes, die seit Obamas Vereidigung im Januar 2009 Amt ist. Das sind viereinhalb Jahre gemeinsame Regierungszeit. Viereinhalb Jahre gemeinsame Krisenbewältigung.

Wenn Obama an diesem Dienstag nach dem G8-Gipfel in Nordirland zum ersten Mal als Präsident die Kanzlerin in Berlin besucht, werden sich die beiden dieser Gemeinsamkeit bewusst sein. Vor allem auf die beiden kommt es an, wenn es gilt, die ökonomischen Malaisen auf beiden Kontinenten zu überwinden.

Und auch an diesem Mittwoch haben der mächtige Mann aus Washington und die mächtigste Frau Europas viel zu besprechen. Die massenhafte Auswertung von Internet- und Telefondaten durch US-Geheimdienste etwa, über die Merkel Auskunft verlangt. Der Bürgerkrieg in Syrien, in den sich die USA nun stärker einmischen. Vor allem aber dürfte es um wirtschaftliche Herausforderungen gehen – die geplante transatlantische Freihandelszone und die Rezession in Europa. 

Die Vorzeichen sind dieser Tage erfreulicher als sie noch vor ein paar Monaten waren: Die Eurokrise scheint aktuell nicht mehr so lebensgefährlich zu sein, und auch mit der US-Wirtschaft geht es langsam, aber stabil bergauf.

Gleichzeitig hat der Präsident zumindest öffentlich damit aufgehört, Merkel mit Forderungen nach Konjunkturprogrammen und einer Lockerung der Sparpolitik zu nerven. Die Krisenländer der Eurozone haben jüngst ein wenig Luft verschafft bekommen, das sollte erst einmal reichen.

Obamas Kritik sei zwar immer noch ein Streitpunkt zwischen den beiden Politikern, sagte Heather Conley, Europa-Chefin am Center for Strategic and International Studies in Washington. „Sie werden das aber nicht öffentlich aussprechen“. Denn klar ist: Der Präsident braucht die Kanzlerin, damit die Eurokrise nicht den Aufschwung in Amerika gefährdet. Und die Kanzlerin braucht den Präsidenten für die geplante transatlantische Freihandelszone. Freunde in der Not. 

„Weitgehend gleiche Interessen“
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20 Kommentare zu "Besuch in Deutschland: Obama will 180.000 neue Jobs mitbringen"

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  • Hier wird von einigen aus der Zeit gefallenen notorischen Forum-Dauerschwätzern wirklich unterirdisch absurder Müll erzählt.

    Gut, daß heute der Löschdienst funktionert !!!

  • O-Ton Obama
    -----------------
    Obama will 180.000 neue Jobs mitbringen
    -----------------

    Seine Hamburger-Flipper-Jobs kann er behalten.

    Die USA sind die größte kriminelle Vereinigung in der Geschichte der Menschheit.

    Da kann es keine Form von Gemeinschaft geben.

    Und schon gar nicht eine "Wertegemeinschaft".

  • Prima, das sind 0,428% aller Erwebstätigen in Deutschland. Wenn wir dann noch amerikanische Verhältnisse bekommen ( wie geheuert so gefeuert und jedem seinen Drittjob" ) sind wir schon ein gutes Stück weiter. Darüber hanaus darf der "Wahlmichel" weiter Einfuhrsteuern auf seine Waren aus den USA bezahlen. Nietsche hatte recht- ... die große Masse ist.... und bedarf eines Anführers!

  • Ich kann Ihnen nur raten, niemals in einer amerikanischen Firma zu arbeiten. Sie zahlen schlecht und sie werden von vorn bis hinten belogen.

  • @ bjarki

    Ach so! Und Ihre Beleidigungen sind jetzt also sachlich ?

    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • In Berlin ist schon alles abgesperrt, und es werden nur noch linientreue Personen reingelassen. Genauso wie beim Besuch von Helmut Schmidt in den 80er bei Honecker.
    Oh, jetzt komme ich auch auf die Liste der Amis oder zumindest des BND. ;-)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ah, ich sehe, Sie haben volle Einsicht in die "PRISM"-Protokolle und entsprechend Kapazitäten, die absolute Wahrheit für sich zu reklamieren? Verführe mich, Kassandra!

  • "was Obama da in der rechten Hand hat, etwa etwas aus Stahl?" - Brasil, gehe einfach an die Werkbank zurück, da weißt Du ganz sicher, was Du in der Hand hast.

  • TAFTA (Atlantis?) darf nicht kommen: die Demontage von lokalen Standards für Soziales, Umwelt, Kultur, usw. wird wie immer als klingende Münze im Beutel der Reichen landen und Behörden wie der NSA dann auch Rechte hierzulande geben um Gegner der privilegierten Oberschicht und der Mittelschicht-Profiteure mundtot zu machen (Handelshemmnis Demonstrant ...) oder Monsanto den europäischen Markt öffnen und den europäischen Markt dereguliert mit gentechnisch verseuchten Produkten fluten lassen. Usw.

    Langfristig macht das Ganze sowieso keinen Sinn, weil wir uns überlegen müssen, wie wir weniger Wachstum oder gar Schrumpfung (fossile Brennstoffe, Land, Wasser, Metalle, seltene Erden, usw.) sozialverträglich hinbekommen: noch ein asoziales, umweltschädliches Strohfeuer brauchen wir nicht: wir sollten die Schöpfung bewahren und nicht unsere Lebensgrundlagen noch weiter zerstören.

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