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Betrugsskandal 500.000 Dollar für zwei Studienplätze – US-Prominente sollen Elite-Unis bestochen haben

Lug und Betrug bei Einstufungstests: Um ihre Kinder an Universitäten der Spitzenklasse unterzubringen, sollen prominente Eltern in den USA zu illegalen Mitteln gegriffen haben.
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Mittlerweile ist Schauspielerin Lori Loughlin wieder auf freiem Fuß. Quelle: dpa
Betrugsskandal

Mittlerweile ist Schauspielerin Lori Loughlin wieder auf freiem Fuß.

(Foto: dpa)

Ein Betrugsskandal an Elite-Universitäten, in den Hollywood-Stars und reiche Unternehmer verwickelt sind, wirbelt die amerikanische Hochschullandschaft auf. Um ihre Kinder in Yale, Stanford oder Georgetown zu platzieren, sollen Dutzende Prominente und andere wohlhabende Eltern Colleges und Universitäten in den USA bestochen haben. Nach landesweiten FBI-Ermittlungen schlug die Bundesbehörde FBI nun mit Festnahmen und Anklagen zu.

Unter den fast 50 mutmaßlichen Tätern sind auch Schauspielerin Felicity Huffman (56), bekannt aus der TV-Serie „Desperate Housewives“, und Lori Loughlin (54) aus der Sitcom „Full House“. Loughlin wurde am Mittwochvormittag (Ortszeit) in Los Angeles in Gewahrsam genommen. Tags zuvor sei sie noch für Dreharbeiten im kanadischen Vancouver gewesen, wie „TMZ.com“ berichtete.

Mittlerweile ist Loughlin vorerst wieder auf freiem Fuß. Nach ihrem Gerichtstermin in Los Angeles hinterlegte sie eine Kaution in Höhe von einer Million Dollar, wie mehrere US-Medien berichteten. Ihr ebenfalls angeklagter Mann, der Modedesigner Mossimo Giannulli, erschien den Berichten zufolge nicht zu dem Termin.

Der Richter erlaubte Loughlin das Reisen, solange sie das Gericht über ihren Aufenthaltsort informiere. Ende März muss sie sich den Angaben zufolge vor einem Gericht in Boston einfinden.

Auch Huffman, die aus ihrer Ehe mit dem Schauspieler William H. Macy zwei Töchter hat und am Dienstag in ihrem Haus in Los Angeles verhaftet worden war, hinterlegte nach einem Gerichtstermin eine Kaution und kam wieder auf freien Fuß. Huffman soll laut Anklage 15.000 Dollar (13.000 Euro) Schmiergeld gezahlt haben, um zu erreichen, dass Antworten ihrer ältesten Tochter beim landesweiten Einstufungstest SAT nachträglich aufgebessert werden.

Loughlin und ihr Mann sollen sogar 500.000 Dollar locker gemacht haben, um ihre beiden Töchter fälschlicherweise als Ruderinnen auszugeben und sie über das Sportteam an der USC in Kalifornien unterzubringen. Viele US-Hochschulen locken herausragende junge Sportler mit wertvollen Stipendien.

University of Southern California (USC) in Los Angeles: 500.000 Dollar für zwei Studienplätze? Quelle: AFP
USC

University of Southern California (USC) in Los Angeles: 500.000 Dollar für zwei Studienplätze?

(Foto: AFP)

Die Vorwürfe treffen Investoren in Silicon Valley, Firmenchefs und Unternehmer, auch ein Weingutbesitzer ist angeklagt. Ein 58 Jahre alter Mittelsmann, der sich bereits schuldig bekannt hat, soll die Bestechungen eingefädelt haben.

Den Eltern soll er die Machenschaften als „Seitentür“ zur Aufnahme ihrer Kinder in die Hochschulen dargestellt haben. Laut Anklage kassierte er von den Eltern insgesamt 25 Millionen Dollar (22 Millionen Euro), mit denen er dann unter anderem Sporttrainer und andere Mitarbeiter an den Hochschulen schmierte. Die Schmiergelder an ihn waren als Spenden getarnt.

Die Fälle reichen bis ins Jahr 2011 zurück. Durch „Bestechung und andere Formen des Betrugs“ hätten die Betroffenen versucht, die Annahme ihre Kinder zu erwirken, heißt es in der Anklage. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Hochschulleiter aber nichts von den Trickgeschäften wussten.

In vielen Fällen seien auch die Schüler und Studenten ahnungslos gewesen, dass die Eltern bei den Aufnahmeprüfungen ihre Finger im Spiel hatten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Inwieweit die Anklage noch laufende Studien oder Abschlüsse der Kinder betrifft, ist unklar.

Das FBI ermittelte unter dem Decknamen „Operation Varsity Blues“ - vermutlich in Anspielung auf den Film „Varsity Blues“ von 1999 um die Footballmannschaft einer High School in Texas. Die Hauptfigur des Films hofft auf einen Platz in der renommierten Brown University, bekommt dabei allerdings keine unerlaubte Hilfe. Nutzer in sozialen Medien kritisierten das FBI für den schiefen Vergleich.

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  • dpa
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