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Bevorstehende Wahl Lula steigt aus Rennen um Präsidentenamt in Brasilien aus

Der Ex-Präsident gibt seine Kandidatur um den Präsidentenposten auf. Die Arbeiterpartei versucht es mit Fernando Haddad. Doch der genießt nicht die Popularität Lulas.
Update: 12.09.2018 - 02:24 Uhr Kommentieren
Der beliebte ehemalige Präsident Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva (links) wird nun doch nicht mehr für das Präsidentenamt antreten, an seine Stelle kommt der ehemalige Bürgermeister von Sao Paolo, Fernando Haddad. Quelle: AFP
Brasilien

Der beliebte ehemalige Präsident Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva (links) wird nun doch nicht mehr für das Präsidentenamt antreten, an seine Stelle kommt der ehemalige Bürgermeister von Sao Paolo, Fernando Haddad.

(Foto: AFP)

Curitiba/BrasiliaDie brasilianische Arbeiterpartei (PT) zieht mit Fernando Haddad ins Rennen um das Präsidentenamt. Er tritt an die Stelle von Ex-Präsident Inácio Lula da Silva, der wegen Korruption zu zwölf Jahre Haft verurteilt worden war und deshalb nicht kandidieren darf.

Diesen Beschluss der Parteiführung gab Parteichefin Gleisi Hoffmann am Dienstag in der südbrasilianischen Stadt Curitiba bekannt, wo Lula im Gefängnis sitzt. Lula unterstützte in einem offenen Brief die Kandidatur Haddads, der eigentlich als sein Stellvertreter ins Rennen hätte gehen sollen.

Die Präsidentenwahl in Brasilien ist am 7. Oktober. Als Ex-Bürgermeister der Millionenmetropole São Paulo lag Haddad in Umfragen bislang weit hinter dem rechtsextremen Kandidaten Jair Bolsonaro. Dieser war vor einer Woche bei einer Messerattacke schwer verletzt worden, erholt sich aber nach Angaben der behandelnden Ärzte.

Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage zeigt einen Anstieg Haddads in der Wählergunst von vier auf neun Prozent im Laufe der vergangenen drei Wochen. Laut der jüngsten Erhebung vom 10. September kann Bolsonaro auf 24 Prozent der Wählerstimmen zählen. Dies entspricht einem Anstieg von zwei Prozentpunkten im Vergleich mit der letzten Umfrage vor dem Attentat. Der linke Kandidat Ciro Gomez steht demnach an zweiter Stelle mit 14 Prozent. Lula kam bis auf knapp 40 Prozent in den Umfragen, bevor seine Kandidatur verboten wurde.

Erreicht keiner der Kandidaten in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit, findet am 28. Oktober eine Stichwahl statt. Nach der jüngsten Umfrage würde Bolsonaro in diesem Fall gegen jeden der vier bestplatzierten Rivalen verlieren.

Bolsonaro ist dafür bekannt, dass er gegen Homosexuelle und Schwarze hetzt und die Militärdiktatur (1964-1985) verherrlicht. Immer wieder schockiert er mit verbalen Entgleisungen. Einer Politikerin bescheinigte er einmal, sie habe es nicht verdient, vergewaltigt zu werden, „weil sie sehr hässlich ist“. Ein anderes Mal sagte er, die Anhänger von Lulas linker Arbeiterpartei sollten erschossen werden.

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  • dpa
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