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Bevorstehender Reiseboom Griechenland will Tourismus weiter fördern – und privatisiert Flughäfen

Die Regierung in Athen will in Kürze Konzessionen für den Betrieb von 23 Regionalflughäfen vergeben. Mögliche Bewerber gibt es bereits – auch aus Deutschland.
26.05.2021 - 16:40 Uhr Kommentieren
Vor Beginn der Corona-Pandemie 2019 lag der Flugplatz noch mit 336.000 Passagieren im Mittelfeld der 38 griechischen Verkehrsflughäfen. Quelle: mauritius images / EQRoy / Alamy
Flughafen Kalamata in Griechenland

Vor Beginn der Corona-Pandemie 2019 lag der Flugplatz noch mit 336.000 Passagieren im Mittelfeld der 38 griechischen Verkehrsflughäfen.

(Foto: mauritius images / EQRoy / Alamy)

Athen Der Flughafen „Kalamata Airport Captain Vassilis Constantakopoulos“ in Griechenland soll nach der Pandemie mehr Touristen abfertigen. Jedoch sind die Abfertigungsanlagen des von der staatlichen Zivilluftfahrtbehörde YPA betriebenen Flughafens eher bescheiden. Vor Beginn der Corona-Pandemie 2019 lag der Flugplatz der Hafenstadt Kalamata im Südwesten der Halbinsel Peloponnes noch mit 336.000 Passagieren im Mittelfeld der 38 griechischen Verkehrsflughäfen.

Um für den Reiseboom gerüstet zu sein, den Griechenland nach dem Ende der Pandemie erwartet, müsste der Flughafen 60 bis 80 Millionen Euro in die Erweiterung des Terminals sowie die Sanierung der Piste, der Rollwege und des Vorfelds stecken, so eine Studie des griechischen Verkehrsministeriums.

Das Geld soll von einem privaten Investor kommen. Kalamata ist einer von 23 Regionalflughäfen, die der Staat in die Hände privater Betreiber legen will. Mit Flughafenprivatisierungen hat Griechenland in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht.

2017 vergab der Staat Konzessionen für 14 Regionalflughäfen an den Airport-Konzern Fraport. Die Deutschen betreiben die Flughäfen auf 40 Jahre. Fraport ließ sich den Einstieg in Griechenland 1,24 Milliarden Euro kosten und investierte in den vergangenen vier Jahren 440 Millionen Euro in den Neubau von Terminals und Landebahnen sowie die Sanierung bestehender Anlagen.

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    Drei Monate vor dem Zeitplan schloss Fraport die Modernisierung der Airports im Februar 2021 ab. Damit hat Griechenland rechtzeitig zum Start in die Post-Pandemie-Ära eine hochmoderne Flughafeninfrastruktur, von Thessaloniki im Norden über beliebte Inseln wie Korfu, Mykonos, Santorin und Rhodos bis nach Chania auf Kreta im Süden. Premierminister Kyriakos Mitsotakis nannte die neuen Flughäfen bei der Übergabezeremonie in Thessaloniki „Brücken in einen Sommer mit größerer Freiheit“.

    Kalamata hat besonders gute Wachstumschancen

    Mit der bevorstehenden Vergabe weiterer Flughafenkonzessionen könnte Fraport sein Griechenland-Portfolio abrunden. Ganz oben auf der Privatisierungsliste steht Kalamata. Die Ausschreibung wird in den nächsten Wochen erwartet.

    Der Airport ist nicht nur der größte der noch staatlich betriebenen Plätze, er hat auch besonders gute Wachstumschancen. Das hängt mit dem Mann zusammen, dessen Namen er trägt. Der 2011 verstorbene griechische Tycoon Vassilis Constantakopoulos hinterließ seinen drei Söhnen mit der an der Nasdaq notierten Reederei Costamare nicht nur die weltweit drittgrößte private Flotte von Containerschiffen, sondern auch das Fünf-Sterne-Golf- und Strand-Resort Costa Navarino in Griechenland.

    Rund 1,2 Milliarden Euro hat die Familie des „Containerkönigs“ bisher in den 2010 eröffneten Hotel- und Villenkomplex an der Küste von Messenien investiert. Damit wurde die Region, die bis dahin vor allem für ihre Kalamata-Oliven bekannt war, zu einem der am schnellsten wachsenden Urlaubszentren Griechenlands.

    Der Tourismusboom schlägt sich auch in den Passagierzahlen des Airports Kalamata nieder. Sie haben sich zwischen 2010 und 2019 vervierfacht. Die von der Familie Constantakopoulos kontrollierte Immobilien- und Hotelbetreibergesellschaft Temes S.A. gilt als ein möglicher Bewerber für die Konzession des Flughafens, der für die weitere Entwicklung von Costa Navarino von besonderer Bedeutung ist.

    Temes erklärt dem Handelsblatt: „Wir begrüßen die Privatisierung des Airports, beobachten die Entwicklung sehr genau und erwarten Interesse von Unternehmen mit Erfahrung im Flughafenmanagement.“ Branchenbeobachter schließen daraus, dass sich Temes gemeinsam mit einem Partner aus dem Airport-Geschäft um die Konzession bewerben wird.

    Aber auch Fraport lässt verklausuliert Interesse an Kalamata erkennen. „Wir verfolgen grundsätzlich das Ziel, unser internationales Flughafenbeteiligungsgeschäft durch Erweiterung unseres bestehenden Portfolios oder den Erwerb neuer Beteiligungen auszubauen“, teilt der Konzern auf Anfrage des Handelsblatts mit.

    Generell äußere man sich „nicht dazu, an welchen Ausschreibungen oder Projekten wir uns beteiligen“, heißt es aus Frankfurt. Der Fokus liege aber darauf, „das Wiederaufleben der touristischen Verkehre zu unterstützen und das vorhandene Wachstumspotenzial unseres Flughafenportfolios auszuschöpfen“, teilt Fraport mit. Ein Einstieg in Kalamata könnte gut in diese Strategie passen.

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