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Bewerbungsbogen von Al-Qaida „Wen sollen wir kontaktieren, wenn Sie zum Märtyrer werden?“

Hobbys, Korankenntnisse, militärisches Knowhow – und die Ziele als angehender Dschihadist: Das fragte Al-Qaida in einem Bewerbungsformular für potenzielle Unterstützer. Die Adressaten kamen vor allem aus Europa.
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So war der Fragebogen – ins Englische übersetzt – strukturiert. Er ist Teil der 103 Dokumenten und Videos, die in Bin Ladens Anwesen in Pakistan gefunden wurden. Quelle: ap
„Bewerbungsformular“ für mögliche Märtyrer

So war der Fragebogen – ins Englische übersetzt – strukturiert. Er ist Teil der 103 Dokumenten und Videos, die in Bin Ladens Anwesen in Pakistan gefunden wurden.

(Foto: ap)

Washington/Düsseldorf Erst die Belehrung, dann die Bürokratie: In den 103 Dokumenten und Videos aus Osama Bin Ladens „Bücherregal“ stand auch ein Bewerbungsformular für Al-Qaida. Vier Jahre nach der Tötung des Chefs der Terrororganisation, die für die Anschläge von 11. September in New York verantwortlich ist, sind die Unterlagen nun freigegeben worden. Die US-Geheimdienste veröffentlichten die Schriftstücke in englischer Sprache. Sie waren bei der Razzia auf das pakistanische Anwesen des Terrorführers 2011 sichergestellt worden.

Manche der Fragen für die angehenden Kämpfer, Propagandisten oder Organisatoren im Namen des Dschihad ähneln einer regulären Stellenausschreibung: Vor dem Eintritt ins Terrornetzwerk mussten Bewerber zunächst eine Reihe von Angaben über sich selbst und ihre Hobbys machen – und zu ihren Ambitionen als Terrorist.

Angehende Terroristen mussten etwa Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben („Haben Sie eine chronische oder erbliche Erkrankung?“) und ihren persönlichen Hintergrund („Haben Sie Hobbys oder Beschäftigungen?“ und „Was ist Ihr Lieblingsstoff: Wissenschaft oder Literatur?“). Die Terrororganisation wollte außerdem wissen, welche Sprachen der Bewerber spricht, welche Länder er bereist und ob er Freunde und Familie hat, die schon in westliche Länder gereist sind.

Wichtig war für Al-Qaida auch, abzuklopfen, welche Potentiale und Risiken ein Bewerber mitbringt: „Sind Sie jemals wegen eines Verbrechens von einem Gericht verurteilt worden? Wann und für welches Vergehen?“ lautet etwa ein Fragenkomplex. Auch nach militärischen Kenntnissen wurde gefragt.

Ebenfalls die Ziele des Al-Qaida-Anwärters versuchte die Organisation so genau wie möglich zu erfassen mit Fragen wie „Welche Ziele würden Sie gerne auf Ihrem Dschihad-Pfad erreichen? Wollen sie eine Selbstmordoperation ausführen?“ und „Wie denken Sie und ihre Familie über den Dschihad?“

Und für die Terror-Bürokratie folgten noch Fragen wie nach dem „Ankunftsdatum im Land des Dschihad“ sowie etwa nach Herkunft und Alter. Das Dokument endet mit der Frage: „Wen sollen wir kontaktieren, falls Sie zu einem Märtyrer werden?“ Im Anschluss ein Feld für die Angaben von Adresse und Telefonnummer der Angehörigen. Bewerber wurden in dem Dokument außerdem gebeten, „deutlich und leserlich“ zu schreiben.

So erkaufen sich die Organisationen Einfluss
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