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BGA-Präsident Börner „Solidarität gibt es nicht umsonst“

Erfüllt Griechenland nicht die Auflagen, muss es die Euro-Zone verlassen, meint BGA-Präsident Börner. Und werden nicht bald weitere Reformen verabschiedet, wird Italien das nächste Rettungsland, ist er sich sicher.
22.06.2012 Update: 22.06.2012 - 12:10 Uhr Kommentieren
Anton Börner (57) ist seit Anfang 2001 Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA). Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 120 000 Unternehmen mit 1,2 Millionen Beschäftigten an. Quelle: Caro / Teich

Anton Börner (57) ist seit Anfang 2001 Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA). Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 120 000 Unternehmen mit 1,2 Millionen Beschäftigten an.

(Foto: Caro / Teich)

Herr Börner, Griechenland steht vor einer Zerreißprobe. Die Bürger wollen den Euro offenbar behalten, doch der neue Premier Samaras fordert eine Lockerung der Sparauflagen, die die Euro-Staaten nicht akzeptieren. Riskiert Griechenland den Rausschmiss aus der Euro-Zone?

Die Euro-Staaten können Griechenland ja nicht einfach aus der Währungsgemeinschaft werfen. Jeder Regierung in Athen muss aber klar sei: Hilfen gibt es nur, wenn die Auflagen eingehalten und umgesetzt werden. Es wäre ein großer Fehler, wenn die Staats- und Regierungschefs dem Drängen Griechenlands nachgeben und die Bedingungen für die Rettungshilfen nachträglich lockern. Die Solidarität der europäischen Gemeinschaft ist nicht umsonst zu haben. An diesem Prinzip muss unbedingt festgehalten werden. Ansonsten verliert der Euro weiter an Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Die Euro-Staaten sollten also den Geldhahn Richtung Griechenland abdrehen, sollte die künftige Regierung in Athen die Auflagen nicht zu hundert Prozent erfüllen und die angemahnten Reformen umsetzen?

Absolut. Andernfalls werden auch die anderen Programmländer Irland, Portugal und Spanien auf eine Lockerung der Auflagen drängen. Dann drohen aber die Milliarden an Rettungshilfen, die zum größten Teil der deutsche Steuerzahler finanziert, in ein europäisches Fass ohne Boden zu fließen. Wenn Griechenland die Auflagen nicht erfüllen will, muss es die Währungsunion verlassen.

Das klingt nach einer einfachen Lösung. Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und andere Finanzexperten warnen vor einem solchen radikalen Schritt.

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    Vergessen Sie Griechenland! Das Land ist von der Politik und von der Wirtschaft längst abgeschrieben worden. Die Auswirkungen eines geordneten Austritts Griechenlands aus der Währungsunion sind inzwischen zu verkraften. Die Notenbanken sind auf diesen Fall vorbereitet, um beispielsweise einen europaweiten Ansturm der Bürger auf die Banken zu verhindern. Sicherlich bleibt ein gewisses Restrisiko, wie die Märkte kurzfristig reagieren. Grundsätzlich ist es aber richtig, dass dauerhaft nur solche Länder der Euro-Zone angehören, die den unbedingten Willen zur Wettbewerbsfähigkeit und soliden Finanzen haben.

    Aktuell könnten dann nicht mehr allzu viele Länder Mitglied der Euro-Zone bleiben. Sollten die anderen Krisenländer Portugal, Irland und Spanien auch gleich eine Austrittserklärung unterschreiben?

    Nein, die Länder sind auf einem guten Weg. Vor allem Irland hat seine Hausaufgaben gemacht und mutig Reformen angepackt. Auch Portugal und Spanien sehe ich auf einem guten Weg.

    Druck der Finanzmärkte drängt Italien
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