Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Biden-Kabinett Ex-Vier-Sterne-General Lloyd Austin wird das Pentagon leiten – trotz IS-Desasters

Joe Bidens Verteidigungsministerium wird ein US-Militär in der Krise übernehmen. Die Nominierung Lloyd Austins sorgt für Lob, aber auch kritische Fragen.
08.12.2020 Update: 08.12.2020 - 23:23 Uhr Kommentieren
Der Ex-General hat in seiner Karriere schon viele Barrieren überwunden. Quelle: dpa
Lloyd Austin

Der Ex-General hat in seiner Karriere schon viele Barrieren überwunden.

(Foto: dpa)

Washington Der frühere Vier-Sterne-General Lloyd Austin wird nach der Regierungsübernahme von Joe Biden das Pentagon leiten. Das kündigte Biden am Dienstag in einer Mitteilung an. Als eine Aufgabe Austins (67) nannte Biden, „unsere Bündnisse angesichts globaler Bedrohungen neu zu beleben“. Das Verteidigungsministerium ist auch von großem Interesse für die Bundesregierung, denn die Behörde steht im Zentrum sicherheitspolitischer Kooperationen.

Austin bringt jahrzehntelange militärische Erfahrung mit. Er war Soldat in Irak und Afghanistan und stieg als einer der wenigen Afroamerikaner in die höchsten Kommandeursränge auf. 2016 ging er nach 41 Jahren aktivem Dienst in den Ruhestand.

Austin hat in seiner Karriere viele Barrieren überwunden und war Chef des US-Zentralkommandos (Centcom) während der Präsidentschaft von Barack Obama. Das Zentralkommando leitet die Operationen im Irak und Jemen sowie in Afghanistan und Syrien, also jene Regionen im Nahen Osten, die im Mittelpunkt der US-Einsätze stehen. Austin überwachte damals sowohl den umstrittenen Abzug der Truppen aus dem Irak als auch die ersten Einsätze gegen den Islamischen Staat.

Dieses Kapitel ist ein unrühmliches in der Obamas-Regierung: Dem Ex-Präsidenten wird vorgeworfen, zu spät die Gefahr des IS erkannt zu haben. Unter Spitzenfunktionären war die Strategie umstritten, und viele lieferten sich öffentliche Schlammschlachten mit dem Weißen Haus.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    US-Medien beschreiben Austin hingegen als Loyalist, der auch in dieser angespannten Phase hinter den Kulissen arbeitete und schlichten wollte, anstatt sich zu profilieren. „Er ist kein Typ, der das Rampenlicht mag. Er ist ein Teamplayer”, zitierte das Magazin „USA Today“ einen ehemaligen Weggefährten.

    Austin wuchs im US-Bundesstaat Georgia auf und ging als junger Mann an die Elite-Militärakademie West Point. Er und seine Frau Charlene sind seit 40 Jahren verheiratet. Nach seiner Pensionierung wurde er Mitglied im Aufsichtsrat von Raytheon Technologies, einem der größten Auftragnehmer des Pentagons. Das könnte im US-Senat, der Austin bestätigen muss, kritische Fragen nach möglichen Interessenkonflikten provozieren.

    Ausnahme von der üblichen Karenzzeit

    Austin ist bislang auch Vorstandsmitglied von Nucor, dem größten amerikanischen Stahlproduzenten, sowie beim Gesundheitskonzern Tenet. Der Kongress müsste Austin zudem eine Ausnahme von der Regelung gewähren, die eine Karenzzeit von sieben Jahren zwischen Militärdienst und politischem Amt vorsieht.

    Die Personalie sorgt in Washington auf mehreren Ebenen für Kritik. Eigentlich war Obamas damalige Verteidigungsministerin Michèle Flournoy im Gespräch für den Posten. Einzelne Demokraten äußerten sich zudem enttäuscht, dass erneut ein Ex-General das Pentagon führen soll, nachdem schon Donald Trump viele Spitzenfunktionäre der Armee in seinen Regierungsapparat holte.

    Ein großes Plus aus Joe Bidens Sicht dürfte sein, dass sich beide noch aus der Obama-Zeit gut kennen. Biden vertraut Austin offensichtlich und baut darauf, dass er die 1,3 Millionen Soldaten und die enorme Bürokratie des US-Militärs verwalten kann. Laut dem Magazin „Politico“ konnte Austin auch mit seiner umfassenden Logistik-Expertise punkten – ein Vorteil bei der Verteilung eines Corona-Impfstoffs.

    Mehr: Joe Biden gibt erste Ministerposten seines Kabinetts bekannt

    Startseite
    Mehr zu: Biden-Kabinett - Ex-Vier-Sterne-General Lloyd Austin wird das Pentagon leiten – trotz IS-Desasters
    0 Kommentare zu "Biden-Kabinett: Ex-Vier-Sterne-General Lloyd Austin wird das Pentagon leiten – trotz IS-Desasters"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%