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Bidens Vize-Kandidatin Scharfe Fragen sind ihr Markenzeichen: Das ist Kamala Harris

Joe Bidens Vize-Kandidatin ist die erste schwarze Frau, die für das Amt antritt. Den Wahlkampf will sie mit pointierten Attacken bestreiten.
12.08.2020 - 17:04 Uhr 1 Kommentar
Die kalifornische Senatorin könnte die erste schwarze Vizepräsidentin in den USA werden. Quelle: Imago Images
Kamala Harris

Die kalifornische Senatorin könnte die erste schwarze Vizepräsidentin in den USA werden.

(Foto: Imago Images)

Washington Im Wahlkampfmodus war Kamala Harris schon lange, bevor sie ins Rennen ums Weiße Haus einstieg. Während ihrer Buch-Tournee im Frühjahr 2019 wurde sie gefragt, was der Unterschied sei zwischen ihrem Bauchgefühl und dem Bauchgefühl von Donald Trump.

„Nun, Donald Trump hat einen Bauch“, sagte Harris und lachte. Geduldig erklärte die US-Demokratin auf der Bühne, wie man ihren Vornamen ausspricht: Ka-ma-la, mit Betonung auf der ersten Silbe – Sanskrit für „Lotusblume“.

Ihren Namen werden in den kommenden Wochen viele US-Bürger lernen. Gemeinsam mit Herausforderer Joe Biden will Harris Präsident Donald Trump aus dem Weißen Haus vertreiben. Allein ihre Nominierung für die Vizepräsidentschaft ist historisch. Die 55-jährige Senatorin aus Kalifornien ist die erste schwarze Frau, die für eine der beiden großen Parteien als „Running Mate“ antritt.

Sollten Biden und Harris die Wahlen gewinnen, wäre Harris eine Anwärterin auf die Präsidentschaft im Jahr 2024. Biden ist mit 77 Jahren der älteste Kandidat aller Zeiten. Er hat angedeutet, dass er womöglich nur für eine Amtszeit zur Verfügung steht.

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    Harris vertritt den bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA, dazu ist sie eine landesweit bekannte Politikerin mit Einwanderungshintergrund: Ihr Vater stammt aus Jamaika, ihre Mutter aus Indien, beide kamen Anfang der 60er-Jahre in die USA. Ihre Mutter war Krebsforscherin und wanderte für ein Doktorandenprogramm an der Berkeley-Universität aus. Ihr Vater war damals Professor für Wirtschaftswissenschaften, beide waren in der Bürgerrechtsbewegung aktiv.

    Steile Juristen-Karriere

    Nach der Scheidung ihrer Eltern zogen die Geschwister Kamala und Maya mit ihrer Mutter nach Kanada. „Meine Mutter verstand sehr gut, dass sie zwei schwarze Töchter großzog“, schreibt Harris in ihren Memoiren. „Sie wusste, dass wir in den USA als schwarze Mädchen gesehen werden, und sie war entschlossen, dass wir selbstbewusst und stolz aufwachsen.“

    Noch heute hat Harris zu ihrer Schwester ein enges Verhältnis und überließ ihr die Leitung ihres Vorwahlkampfs. Verheiratet ist sie mit dem Juristen Douglas Emhoff. Ihre Karriere verlief steil: Nach dem Studium an der renommierten Howard University in Washington wurde sie Bezirksstaatsanwältin in San Francisco, anschließend Generalstaatsanwältin in Kalifornien.

    In den US-Senat zog sie am selben Abend ein, an dem Donald Trump 2016 ins Weiße Haus gewählt wurde. Seitdem profilierte sich Harris in den Ausschüssen für Justiz, innere Sicherheit und Haushalt, vor allem über pointierte, scharfe Fragen in Anhörungen.

    Im Wahlkampf werden Joe Biden und Kamala Harris ihre jahrelange Verbindung hervorheben. Die Kalifornierin hat eine enge Beziehung zu vielen Personen im Orbit der ehemaligen Obama-Regierung, in der Biden acht Jahre lang Vizepräsident war. Harris arbeitete auch mit Bidens Sohn Beau zusammen, der Generalstaatsanwalt von Delaware war, während Harris dasselbe Amt in Kalifornien bekleidete. Beau Biden starb 2015 an einem Hirntumor.

    Zwischenzeitlich war das Verhältnis zu Joe Biden jedoch getrübt. Viele US-Bürger erinnern sich an eine Szene aus den Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatur. Harris beschuldigte Biden, sich in den 70er-Jahren gegen ein Programm ausgesprochen zu haben, das schwarze Kinder in Schulen integrieren sollte. „Eines der kleinen Mädchen war ich“, sagte sie. Der Zwischenfall wird von der Trump-Kampagne bereits ausgeschlachtet und Kamala Harris als „phony“, als falsch und heuchlerisch, dargestellt.

    Ohnehin wird sich die Vizekandidatin noch für einige Schwachstellen rechtfertigen müssen. Mit Sorge betrachten Strategen, dass Harris’ Vorwahlkampf ziemlich schlecht lief und sie frühzeitig ausscheiden musste. Trotzdem wird ihre Nominierung in der Demokratischen Partei von Euphorie begleitet. Das Ziel, Trump zu besiegen, eint aktuell die Fronten.

    Mehr: Trump sät Zweifel: Die US-Wahlen sind sicher – oder nicht?

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    1 Kommentar zu "Bidens Vize-Kandidatin: Scharfe Fragen sind ihr Markenzeichen: Das ist Kamala Harris"

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    • Super!
      Eine starke Frau, black and asian. Die Hoffnung steigt

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