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Bilaterale Gespräche Der G20-Gipfel, oder: Auf eine Audienz bei Donald Trump

Das Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer kreist um den US-Präsidenten. Das bedeutendste Gespräch findet mit China statt.
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Der US-Präsident hat beim G20-Gipfel viele Termine. Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident hat beim G20-Gipfel viele Termine.

(Foto: AP)

BerlinDas Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) war mal als globaler Gedankenaustausch über die Probleme der Weltwirtschaft gedacht. Wenn die Staats- und Regierungschefs am Freitag in Osaka zusammenkommen, gleicht die Veranstaltung eher einer Audienz bei Donald Trump. Ob der Russe Wladimir Putin, der Chinese Xi Jinping, der Türke Recep Tayyip Erdogan oder die Deutsche Angela Merkel – alle treffen sich unter vier Augen mit dem US-Präsidenten, um Schaden vom eigenen Land abzuwenden.

„Das wichtigste Treffen ist sicher das zwischen Trump und Xi“, sagt DIW-Chef Marcel Fratzscher, „andere Themen wie die Einigung auf internationale Regeln für die Unternehmensbesteuerung werden vom Handelskonflikt zwischen China und den USA in den Hintergrund gedrängt.“ Fratzscher hat keine allzu großen Erwartungen, dass es in Osaka bereits zu einer Lösung kommt.

„Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Amerikaner ihren Einigungswillen erkennen lassen“, sagt er. Beide Großmächte überziehen sich gegenseitig mit Strafzöllen, und Trump droht damit, auch die restlichen Importe aus China in Höhe von 300 Milliarden Dollar zu sanktionieren. Er wirft den Chinesen staatlich gefördertes Dumping und Technologieklau vor, China bestreitet das und verbittet sich die Einmischung der USA in seine inneren Angelegenheiten.

Eine Einigung schon in Osaka werde es nicht geben, prophezeit auch Ian Bremmer von Eurasia Group. „Durch den Technologiestreit über Huawei hat sich der Konflikt noch verschärft“, konstatiert er. „Der US-Präsident hat mit seinen Vorwürfen gegen China nicht unrecht“, betont Fratzscher, „er macht jetzt die schmutzige Arbeit, der wir Europäer uns seit 15 Jahren verweigern.“ Für Deutschland sei der Handelskonflikt „extrem“ teuer, weil die damit verbundene Unsicherheit die Weltkonjunktur lähme.

Viel ausrichten dagegen können Deutsche und Europäer nicht. Die Größe des US-Marktes und die starke Stellung des Dollars geben Trump zwei Instrumente in die Hand, um seine ökonomischen und politischen Ziele durchzusetzen. „Es wäre dringend notwendig, dass Europa eine Alternative zum Dollar aufbaut“, fordert Ifo-Chef Clemens Fuest.

Europa bekomme vor Augen geführt, wie wichtig es wäre, dass es seine eigene wirtschaftliche Macht mehr in die Waagschale werfen würde. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Europäer an einem Strang zögen. „Gut möglich, dass die Geschichte an uns vorbeizieht, weil wir unser wirtschaftliches Gewicht nicht herstellen können.“

Mehr: Die G20-Länder sind nicht in der Lage, den Wirtschaftsnationalismus Chinas und der USA zu bändigen, glaubt der Ökonom Dani Rodrik – und fordert mehr Spielraum für nationale Lösungen.

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