Bilderberg-Konferenz Tief entspannt in Telfs

Transparente, Trillerpfeifen und Tausende Demonstranten: Davon bleiben die Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz in Tirol bislang verschont. Doch das muss nicht so bleiben: Denn die rechtspopulistische FPÖ macht mobil.
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Treffpunkt für eine sagenumwobene Gruppe: ein Hotel in Tirol. Quelle: PR
Interalpen Hotel

Treffpunkt für eine sagenumwobene Gruppe: ein Hotel in Tirol.

(Foto: PR)

WienSelten herrscht auf dem verschlafenen Flughafen von Innsbruck so viel Kommen und Gehen. Rund zwei Dutzend Privatjets landeten auf dem Airport der Tiroler Landeshauptstadt. Schwarze Limousinen mit Bodyguards sausten durch das Inntal – zu dem nur eine knappe halbe Autostunde entfernten Interalpen-Hotel Tyrol in der Gemeinde Telfs. Aus der ganzen Welt reisten die Mächtigen, in die Tiroler Berge, um über Themen wie Terrorismus, Freiheitsabkommen und Netzsicherheit hinter verschlossenen Türen zu sprechen.

Die 140 Teilnehmer aus 22 Ländern können aufatmen. Sie bleiben auch nach der Eröffnung von Protesten verschont. „Alle sind tiefenentspannt“, hieß es am Freitag in Teilnehmerkreisen. Denn ihren Weg in das luxuriöse Hotel in der Doktor-Hans-Liebherr-Alpenstraße 1 fanden alle „Bilderberger“ ohne Probleme. Von den befürchteten Protesten blieben sie bislang verschont. „Außer zwei Menschen, die auf dem Weg fotografiert hatten, habe ich keinen Protest wahrgenommen“, sagte ein Unternehmer dem Handelsblatt, der die Bilderberg-Konferenzen seit Jahren besucht.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Der Autor

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.

Neben einer unproblematischen Sitzblockade eines einzelnen Demonstranten meldete die österreichische Polizei keine Zwischenfälle. Das Eröffnungsdinner mit allen Gästen in der vor 30 Jahren erbauten Luxusherberge der deutschen Baumaschinen-Unternehmerfamilie Liebherr konnte ohne Verzögerungen stattfinden.

Unter den Teilnehmer der diesjährigen Bilderberg-Konferenz sind Bundesverteidigungsminister Ursula von der Leyen, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, die niederländische Monarchin Beatrix, sowie frühere Weltbank-Chef James David Wolfensohn, der vorbestrafte Immobilien-Tycoon und Karstadt-Eigner René Benko, Österreichs Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger sowie Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld, Siemens-Boss Joe Kaeser und EADS-CEO Thomas Enders. Selbst der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer ließ es sich nicht nehmen, nach Tirol zu reisen, um den Reichen und Mächtigen bei der Diskussion der globalen Probleme zu assistieren.

Wer bei der Bilderberg-Konferenz dabei ist
Paul Achleitner
1 von 21

Räumt gerade bei der Deutschen Bank auf – steht aber trotz der Turbulenzen in Frankfurt auf der Gästeliste für Bilderberg: Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank.

John Allen
2 von 21

John Allen wird über den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat berichten können. Der frühere US-General ist mittlerweile Sonderbeauftragter der Vereinigten Staaten für die Internationale Allianz gegen den IS. Militärische Erfahrung sammelte er als Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan.

Rene Benko
3 von 21

Der österreichische Investor Rene Benko hat in Bilderberg ein Heimspiel. Derzeit müht er sich in Deutschland die Kaufhauskette Karstadt auf Kurs zu bringen.

Benoit Coeure
4 von 21

Die Positionen der Europäischen Zentralbank vertritt bei den Gesprächsrunden Benoit Coeure. Der französische Wirtschaftswissenschaftler ist Direktoriumsmitglied der EZB.

Karel de Gucht
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Er durfte lange für die Europäer die Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP führen: der frühere EU-Handelskommissar Karel de Gucht. Mittlerweile führt seine Nachfolgerin, Cecilia Malmström, die Gespräche weiter.

Jeroen Dijsselbloem
6 von 21

Jeroen Dijsselbloem beschäftigt vor allem ein Thema: Griechenland. Der mögliche Austritt aus der Währungsunion hängt wie ein Damoklesschwert über den Euro-Staaten – und damit auch über ihm, dem Euro-Gruppen-Chef.

Mathias Döpfner
7 von 21

Über den Medienwandel und die Internetwirtschaft wird er Auskunft geben können: der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner.

Das Hotel gleicht einer Festung. Die imposante Anlage ist weiträumig abgesperrt. Daher sind die Demonstranten nicht einmal in der Nähe der angereisten Politiker, Unternehmer und Banker gekommen. Der großflächige Schutz ist aus Sicht der Bilderberger auch notwendig. Schließlich gehören zu jeder Bilderberg-Konferenz auch ein paar Stunden, die man im 5000 Quadratmeter großen Wellness-Bereich oder auch mit Spaziergängen durch die Bilderbuchlandschaft verbringen kann. Eine solche „Freizeit“ außerhalb der geheim gehaltenen Tagesordnung ist wichtig. So können vertrauensvolle Gespräche auch unter vier Augen stattfinden.

„Lobbyismus auf höchstem Niveau“
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3 Kommentare zu "Bilderberg-Konferenz: Tief entspannt in Telfs"

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  •  
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • (...)

    Frau Merkel ist die Totengräberin der Deutschen im Auftrage der Bilderberger.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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