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Bilderberg-Vorsitzender Castries „Da steckt ein wenig Einbildung in dem Mythos“

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„Menschen träumen gerne“

Was haben die Teilnehmer von dem Treffen?
Das Bewusstsein von etwa 130 Menschen zu einer breiten Auswahl von Themen ist beim Rausgehen größer als beim Reingehen. Um Ihnen ein Beispiel zu geben, wir diskutieren seit Jahren über neue Technologien. Vor vielen Jahren war es sehr interessant für mich, dort die ersten Diskussionen um Cybersecurity zu hören. Wir versuchen, die Gäste so auszuwählen, dass wir sehr verschiedene Sichtweisen hören. Wenn man nur die üblichen Verdächtigen nimmt, bekommt man nur die üblichen Gespräche.

Sie treffen sich in Dresden, einer politisch polarisierten Stadt. Haben Sie keine Bedenken mit Blick auf mögliche Proteste?
Nein. Wir treffen uns jedes Jahr in einem anderen Ort. Diese Konferenzen haben manchmal Anlass zu Demonstrationen im Umfeld gegeben, aber es waren eigentlich immer friedliche Versammlungen. Und Deutschland ist bekannt für seine Organisationsfähigkeit.

Wer bei der Bilderberg-Konferenz dabei ist
Paul Achleitner
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Räumt gerade bei der Deutschen Bank auf – steht aber trotz der Turbulenzen in Frankfurt auf der Gästeliste für Bilderberg: Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank.

(Foto: AFP)
John Allen
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John Allen wird über den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat berichten können. Der frühere US-General ist mittlerweile Sonderbeauftragter der Vereinigten Staaten für die Internationale Allianz gegen den IS. Militärische Erfahrung sammelte er als Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan.

(Foto: dpa)
Rene Benko
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Der österreichische Investor Rene Benko hat in Bilderberg ein Heimspiel. Derzeit müht er sich in Deutschland die Kaufhauskette Karstadt auf Kurs zu bringen.

(Foto: dpa)
Benoit Coeure
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Die Positionen der Europäischen Zentralbank vertritt bei den Gesprächsrunden Benoit Coeure. Der französische Wirtschaftswissenschaftler ist Direktoriumsmitglied der EZB.

(Foto: Reuters)
Karel de Gucht
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Er durfte lange für die Europäer die Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP führen: der frühere EU-Handelskommissar Karel de Gucht. Mittlerweile führt seine Nachfolgerin, Cecilia Malmström, die Gespräche weiter.

(Foto: dpa)
Jeroen Dijsselbloem
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Jeroen Dijsselbloem beschäftigt vor allem ein Thema: Griechenland. Der mögliche Austritt aus der Währungsunion hängt wie ein Damoklesschwert über den Euro-Staaten – und damit auch über ihm, dem Euro-Gruppen-Chef.

(Foto: Reuters)
Mathias Döpfner
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Über den Medienwandel und die Internetwirtschaft wird er Auskunft geben können: der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner.

(Foto: dpa)

Was glauben Sie, warum es gerade um diese Konferenz so viele Vorwürfe, Fragen und auch Verschwörungstheorien gibt?
Menschen träumen gerne und stellen sich vor, dass es irgendwo einen Orden gibt, wo einige Leute alles entscheiden. Da steckt ein wenig Einbildung in dem Mythos um Bilderberg. Es ist aber eigentlich viel simpler. Ja, es stimmt, dass viele der Teilnehmer große Verantwortung haben, wichtige Jobs, die Akademiker einen hohen Fachkenntnisstand. Daran ist doch nichts falsch. Wenn wir unsere Welt besser verstehen wollen, ist es gut, Gespräche zwischen diesen Menschen zu erleichtern. Denn sich gegenseitig zuzuhören heißt immer, sein Verständnis zu verbessern. Und manchmal helfen widersprüchliche Sichtweisen, bessere Antworten zu finden.

Am Ursprung des Bilderberg-Treffens stand auch ein transatlantischer Gedanke – ist das heute noch relevant?
Ja, ich denke, das ist relevanter denn je. Was haben wir gemeinsam? Vor allem zwei sehr grundlegende Werte: Die Überzeugung, dass die individuelle Freiheit wichtig ist, und dass jedes Individuum die anderen respektieren muss. Wir leben in einer Welt, in der die Dinge sich sehr schnell wandeln und wo es nicht unbedeutende Bedrohungen gibt. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam zu verstehen versuchen, wie diese zwei Kernwerte am Leben gehalten werden können.

Zur Person: Henri de Castries (61) steht seit 16 Jahren an der Spitze des französischen Versicherungskonzerns Axa. Er besuchte die Pariser Verwaltungselitehochschule ENA zur gleichen Zeit wie Frankreichs Präsident François Hollande. De Castries begann seine Karriere im Staatsdienst und wechselte 1989 zu Axa. Im Lenkungsausschuss der Bilderberg-Konferenz, der Themen und Gäste auswählt, übernahm er 2012 das Ruder.

  • dpa
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