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Bildung Erster Schultag seit Anfang März: Unterrichtsbeginn in Italien ist umstritten

Als letztes Land in Europa hat Italien den Schulbetrieb wieder aufgenommen. Dabei sind noch nicht alle Vorbereitungen der Regierung abgeschlossen.
14.09.2020 - 13:37 Uhr Kommentieren
An diesem Montag startet in Italien die Schule wieder, nach der längsten Schließung in Europa. Quelle: dpa
Schüler in Rom

An diesem Montag startet in Italien die Schule wieder, nach der längsten Schließung in Europa.

(Foto: dpa)

Rom Selbst die Oberstufenschüler des J.-F.-Kennedy-Gymnasiums in Rom wurden am Montagfrüh von den Eltern zur Schule gebracht. Auf dem Schulhof standen sie aufgereiht und wurden fotografiert, bis sie in die Klassen gingen. Das Fernsehen war live dabei. Auch in anderen Schulen gingen alle auf Distanz, Schüler und Lehrer trugen Masken.

An diesem Montag startet in Italien die Schule wieder – nach der längsten Schließung in Europa. Seit dem 5. März hatte es keinen Unterricht mehr vor Ort gegeben, auch die Universitäten waren geschlossen worden. 5,6 der 8,3 Millionen italienischen Schüler gehen nun wieder in die Klassen.

In mehreren Regionen, vor allem im Süden, beginnt der Unterricht allerdings erst am 24. September. Am Wochenende sind Regionalwahlen, viele Schulgebäude werden als Wahllokal gebraucht.

Zum offiziellen Start des Schuljahrs fuhr Staatspräsident Sergio Mattarella zusammen mit Schulministerin Lucia Azzolina in die Stadt Vo‘ Euganeo. Ein symbolischer Besuch: Der Ort in der Provinz von Padua gehörte zu den am schlimmsten von der Coronaseuche betroffenen in Italien und war wie die Stadt Codogno in der Lombardei im März eine der „roten Zonen“.   

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    Der Schulbeginn beschäftigt Gesellschaft wie Politik und Wirtschaft und ist weiterhin umstritten, auch wenn die internationalen Schulen in Italien längst wieder geöffnet haben. Viele Italiener fürchten sich vor neuen Ansteckungen in dem Land, in dem mehr als 35.000 Menschen an Covid-19 gestorben sind und wo die Zahl der Neuinfektionen langsam wieder ansteigt. Andere nutzen die Angst der Menschen für politische Zwecke wie Legachef Matteo Salvini, der die Missstände anprangert.

    Videobotschaft von Ministerpräsident Conte

    In ganzseitigen Anzeigen in den großen Tageszeitungen wirbt die Regierung zum Wochenbeginn für einen „sicheren Start“ und mahnt an, die Körpertemperatur zu messen, den Beschilderungen in der Schule zu folgen und Abstand zu halten. In den Gängen und auf dem Schulhof muss eine Gesichtsmaske getragen werden, nur Kinder unter sechs Jahren sind davon befreit.

    Nicht nur das. Premier Giuseppe Conte wandte sich am Sonntag per Facebook an die Italiener. „Es wird Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten geben“, gab er zu. Und auch, dass die aktuelle Pandemie strukturelle Mängel verstärkt habe, die es seit Jahren gebe.

    Dazu gehören Lehrermangel und die schlechte Ausstattung der Schulen. So müssen die im europäischen Durchschnitt schlecht bezahlten Pädagogen teilweise lange Jahre auf eine feste Stelle und eine Übernahme in den Staatsdienst warten. 60.000 Stellen sind noch unbesetzt, Zeitkräfte werden gerade eingestellt.

    Das Schulministerium hatte außerdem die Fabrikation von neuen Einzeltischen für die Schulen ausgeschrieben, insgesamt 2,4 Millionen Stück. Doch die waren nicht rechtzeitig fertig. Nach Regierungsangaben sind circa 200.000 geliefert und die restlichen sollen bis Ende Oktober kommen.

    Mehr als 100 Millionen Euro hat die Regierung bereitgestellt, um mit Theatern, Kinos, Pfarreien und Sportzentren Verträge zu schließen, damit auch dort Unterricht stattfinden kann.

    „Ihr müsst euren Teil dazu beitragen, die Vorsichtsregeln beachten, um eure Gesundheit zu schützen und die eurer Lieben“, sagte Conte in seiner Videobotschaft. Doch die Befürchtungen sind groß. Am Sonntag hatte es nach Angaben des Zivilschutzes 1458 neue Corona-Infektionen und sieben Todesfälle gegeben. Zwar hat Italien weniger neue Fälle als Frankreich und Spanien, doch die Zahlen stiegen langsam wieder an.

    Der Fernunterricht sei in der Zeit vor den Sommerferien zwar gut gelaufen, die Präsenzlektionen müssten jedoch auch wieder beginnen, sagte Franco Locatelli, der Chef des nationalen Gesundheitsrats, der die Regierung berät. Alles Notwendige sei getan worden, auch für den Transport der Schulkinder. „Wir machen nicht auf, um dann wieder zu schließen.“

    Mehr: Leben mit der zweiten Welle: Infektionszahlen steigen in vielen europäischen Ländern.

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