Blutbad in Paris Anschlag auf Satiremagazin – mindestens zwölf Tote

Höchste Terrorwarnstufe für Paris: Bei einer Schießerei in den Räumen der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ sind zwölf Menschen getötet worden. Das Magazin hatte mit Mohammed-Karikaturen für Aufsehen gesorgt.
Update: 07.01.2015 - 14:06 Uhr 17 Kommentare
Charlie Hebdo: Vor zwei Jahren hat das Magazin ein 64 Seiten umfassendes Sonderheft mit einem Comic zum Leben von Mohammed veröffentlicht. Quelle: dpa

Charlie Hebdo: Vor zwei Jahren hat das Magazin ein 64 Seiten umfassendes Sonderheft mit einem Comic zum Leben von Mohammed veröffentlicht.

(Foto: dpa)

ParisBlutbad in der Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“: Bei einer Schießerei wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens zwölf Menschen getötet. Mehrere Nachrichtenagenturen hatten zuvor von mehreren Toten berichtet und sich auf Augenzeigen berufen. Nach ersten Polizeimeldungen gab es zudem mindestens sechs Schwerverletzte. Die beiden bewaffneten Täter sollen geflohen sein.

Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehsender iTELE, er habe von einem benachbarten Gebäude aus gesehen, wie vermummte Männer mit Kalaschnikows das Haus im Zentrum von Paris betreten hätten: „Einige Minuten später waren viele Schüsse zu hören.“ Die Männer seien dann weggerannt.

Präsident Francois Hollande sprach von einem „Terroranschlag“ und berief eine Krisensitzung ein – mittlerweile gilt für den Großraum Paris die höchste Terrorwarnstufe. Der Anti-Terror-Plan sei auf die Stufe „Anschlagsalarm“ angehoben worden, hieß es am Mittwoch am Sitz von Premierminister Manuel Valls.

Die Zeitung hatte in der Vergangenheit mehrfach mit provokanten Mohammed-Karikaturen für Schlagzeilen gesorgt. So veröffentlichte das Magazin im Januar 2013 ein 64 Seiten umfassendes Sonderheft mit einem Comic zum Leben des islamischen Propheten Mohammed.

Das französische Satireblatt sorgt seit Jahren immer wieder für Skandale. Inhaltlich ist das wöchentlich erscheinende Heft dem deutschen Satiremagazin „Titanic“ vergleichbar. Die Redaktion veröffentlichte bereits 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. 2011 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris. Zuvor hatte „Charlie Hebdo“ zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem „Chefredakteur Mohammed“ herausgebracht.

Im September 2012 sorgte „Charlie Hebdo“ mit derben Mohammed-Karikaturen erneut für Aufsehen. Nach der Veröffentlichung mussten französische Einrichtungen in einigen Ländern aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden. Die Internetseite wurde tagelang von Hackern gestört.

Am Mittwoch veröffentlichte „Charlie Hebdo“ eine Ausgabe, die Michel Houellebecq auf dem Titel zeigt. Ebenfalls am Mittwoch erschien das jüngste Buch „Unterwerfung“ des Schriftstellers, in dem es um die angebliche Islamisierung des Westens geht.

Die 1970 gegründete Satirezeitung ging aus dem verbotenen Vorgängerblatt „Hara-Kiri“ hervor. Die Autoren und Zeichner scheren sich nicht um Begriffe wie politische Korrektheit. Zu den Attackierten zählen Mächtige aus Politik und Wirtschaft genauso wie Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer. Das zwischen Ende 1981 und 1992 wegen Geldmangels vorübergehend eingestellte Blatt muss sich auch regelmäßig vor Gericht verantworten. So gab es unter anderem Klagen nach einer bitterbösen Papst-Sonderausgabe.

  • rtr
  • afp
  • dpa
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17 Kommentare zu "Blutbad in Paris: Anschlag auf Satiremagazin – mindestens zwölf Tote"

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  • Wann wird die Redaktion, wann werden Journalisten endlich kapieren, dass soetwas eben keine Schießerei ist - denn bei einer Schießerei, beschießen sich zwei Menschen oder Gruppen von Menschen, oder waren die Journalisten des Satiremagazins bewaffnet und haben das Feuer erwidert? - sondern das es sich hier um ein Abschlachten, eine geplante Hinrichtung gehandelt hat. Solange Muslime von den europäischen Zivilgesellschaften behandelt werden wie unmündige Kinder, sie infantilisiert werden, immer neue Entschuldigungen dafür gefunden werden, warum sie für ihre Handlungen nicht verantwortlich sind, solange wird alles immer noch schlimmer werden. Der Exodus von Juden aus den betroffenen Ländern hat bereits begonnen. Und dieser Aderlass wird größer werden. Wenn die europäischen Zivilgesellschaften die Moslems nicht endlich wie erwachsene Menschen behandeln, wird die Situation immer weiter eskalieren. Die Politik ist danach gefragt, endlich die Ursachen für PEGIDA zu erkennen und nicht mehr länger weiter am Symptom herumzudoktern und sich auf das bequeme Verteufeln zurückzuziehen, sondern ernsthaft nach den Ursachen zu fragen.

  • Wer den Islam im Land hat, bekommt auch Islamismus. Auch wenns nur eine Minderheit unter den Muslimen ist, diese Minderheit reicht um unsere Freiheit massiv zu beschränken.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Man sollte das IS-Kalifat behalten und eine Mauer drum herum machen und alle Islamisten dorthin verfrachten und dann können die dort sich austoben und gegenseitig abknallen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ja der Islam.....

    Wie liest man so schön..

    Töte andersgläubige. Wenn du sie nicht töten kannst,lächle sie solange an, bis du sie töten kannst!

    Feine Religion!

  • Neein, das waren Islamisten. Das hat nichts mit dem Islam zu tun, der Islam ist friedlich!!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Meinen Sie die Pegida Anhänger sind solche Feiglinge?
    ICh bin jedenfalls gespannt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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