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Bossnapping Geiselnahmen belasten Image Frankreichs

In Frankreich nimmt die Zahl der Geiselnahmen von Führungskräften durch aufgebrachte Arbeitnehmer stetig zu. Experten sorgen sich um das Image des Landes als Investitionsstandort – und machen ein altes Übel für die Entwicklung verantwortlich.
Warnte vor den Folgen von Geiselnahmen und wütenden Protesten von Mitarbeitern: Frankreichs Regierungschef Francois Fillon. Quelle: dpa

Warnte vor den Folgen von Geiselnahmen und wütenden Protesten von Mitarbeitern: Frankreichs Regierungschef Francois Fillon.

(Foto: dpa)

PARIS. „Das ist sicherlich nicht gut für unser Image“, sagte David Appia, Chef der staatlichen Ansiedlungsagentur „Invest in France“ dem Handelsblatt. „Man muss sich die Frage nach den Folgen stellen.“ Auch Regierungschef François Fillon hat vor den Folgen der Geiselnahmen und den Ausschreitungen wütender Mitarbeiter des Reifenherstellers Continental gewarnt: Dies sei „gefährlich für die gesamte Wirtschaft“, so der Premierminister.

In den vergangenen Wochen haben aufgebrachte Mitarbeiter zeitweise ihre Chefs festgehalten, als diese Pläne zum Stellenabbau verkündet hatten. Die angelsächsische Presse hat diese Praktiken „Bossnapping“ getauft. Vor allem bei Filialen ausländischer Unternehmen kam es zu solchen Geiselnahmen wie bei Caterpillar, 3M und Sony.

Anfang vergangener Woche haben zudem wütende Continental-Mitarbeiter eine Unterpräfektur verwüstet; Auslöser dieser ersten gewalttätigen Ausschreitung war ein Gerichtsurteil, dem zufolge die geplante Schließung des französischen Conti-Werkes in Clairoix rechtens ist.

Appia weist jedoch darauf hin, dass „die Attraktivität Frankreichs als Investitionsstandort auf vielen Faktoren wie der Infrastruktur und den qualifizierten Arbeitskräften beruht.“ Und diese Faktoren seien nach wie vor intakt. „Auf meiner jüngsten Asienreise wurde ich nicht auf die Geiselnahmen angesprochen“, so der Invest in France-Chef.

Frankreich lockt bisher mit die meisten ausländischen Direktinvestitionen in Europa an. Nach Angaben der Unctad (United Nations Conference on Trande an Development) sind laut ersten Schätzungen 2008 rund 114 Mrd. Dollar an Direktinvestitionen nach Frankreich geflossen sein. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 27,6 Prozent. „Im Zuge der Krise sind die Rückgänge bei anderen Ländern wie Großbritannien aber höher“, relativiert Invest-in-France-Chef Appia. Tatsächlich sind die ausländischen Direktinvestitionen mit Ziel Großbritannien im vergangenen Jahr um rund 51 Prozent auf 109 Mrd. Dollar eingebrochen. Damit entthront Frankreich Großbritannien als beliebteste Investitionsdestination in der Europäischen Union. Deutschland liegt abgeschlagen laut Unctad-Daten auf den hinteren Rängen mit 26 Mrd. Euro (minus 49 Prozent).

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