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Bradley Manning US-Gericht fällt Urteil gegen Wikileaks-Informanten

Ist er ein Held, der Gräueltaten der USA aufdeckte – oder nur egoistischer Verräter? Heute soll das Urteil gegen den Wikileaks-Informanten Bradley Manning fallen. NSA-Enthüller Edward Snowden dürfte genau hinhören.
30.07.2013 - 07:56 Uhr 1 Kommentar
Bradley Manning im Gericht: Ihm droht lebenslange Haft. Quelle: AFP

Bradley Manning im Gericht: Ihm droht lebenslange Haft.

(Foto: AFP)

Hinter dem schwer gesicherten Schlagbaum beginnt auf dem Militärstützpunkt Fort Meade ein kleines Vorstadt-Idyll. In den Gärten der Offiziershäuser stehen bunte Klettergerüste, es gibt eine Kirche, ein Museum, Football-Felder, sogar eine Bankfiliale und einen Burger King. Fort Meade, knapp 50 Kilometer nordwestlich von Washington gelegen, ist ein gepflegtes, unscheinbares Dorf mit 11.000 Soldaten, 29.000 Zivilisten und ihren Familien.

Fort Meade ist zugleich der Schauplatz zweier Spionage-Affären, die in diesen Tagen Weltgeschichte schreiben. So hat der US-Geheimdienst NSA, der seit den Enthüllungen durch Edward Snowden am Pranger steht, dort seine Zentrale. Und gleich nebenan liegt jener Gerichtssaal, in dem ein anderer berühmter Informant an diesem Dienstag sein Urteil erwartet: der Obergefreite Bradley Manning. Er soll mehr als 700.000 geheime Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie Botschafts-Depeschen bei der Enthüllungsplattform Wikileaks hochgeladen haben.

Die beiden Fälle haben zwar formal nichts miteinander zu tun. Doch was heute in Fort Meade entschieden wird, dürfte auch Snowdens Schicksal beeinflussen, der sich nach Moskau abgesetzt hatte. Beide sind wegen Unterstützung des Feindes angeklagt – ein schwerer Vorwurf, gemäß dem Antispionage-Gesetz („Espionage Act“) droht eine lebenslängliche Haft. Theoretisch wäre sogar die Todesstrafe möglich, doch darauf wollen die Strafverfolger verzichten.

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    Wenn Manning, der 25-jährige, schmächtige Militäranalyst, heute um 13 Uhr Ortszeit vor die Richterin tritt, geht es zunächst nur um die Schuldfrage: Hat er bewusst dem Feind in die Hände gespielt und das Leben von Amerikanern und Verbündeten gefährdet? In diesem Punkt hatte Manning auf nicht schuldig plädiert, während er andere, wenige heikle Vorwürfe der Anklage einräumte. Ob und wie lange er ins Gefängnis muss, soll erst im August verkündet werden. 

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    1 Kommentar zu "Bradley Manning: US-Gericht fällt Urteil gegen Wikileaks-Informanten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es war klar, dass es ein Präzedenz-Prozess sein wird.

      Todesstrafe & Folter wurden bereits für E. Snowden, schriftlich an Russland zwecks Auslieferungsversuch, ablehnend zugesichert.

      Dabei ist gerade der Fall B.Manning bereits hoch interessant:

      1.) Ohne ihn wären in einem nicht von der UN gedeckten Krieg, indem die Bündnispartner belogen wissentlich getäuscht und belogen wurden, Wahrheiten ans Licht gekommen.

      2.) Er veröffentlichte vielleicht interne Kriegsdokumente, stellte jedoch mit dem Videobeweis klar, dass gezielte Tötung auf Zivilisten - völkererchtlicher Mord - praktiziert wurde sowie systematisch menschenverachtend gefoltert wurde.

      3.) Sicherlich sind in der Veröffentlichung Fehler passiert, die WikiLeaks oder zukünftige OpenLeaks-Nachfolger, dringend vermeiden müssen: Der Schutz der eingesetzten Soldaten, die ihren Dienst nach Vorschrift tun.

      4.) Vorschriften und interne Regelwerke scheinen jedoch nicht in solchen Systemen zu funktionieren - wissen wir doch, unabhängig vom erfundenen Kriegsgrund, dass im Krieg schwer Wahrheit ans Licht kommen.

      ==> Deswegen kann ich nur sagen, dass das lebenslange Urteil falsch ist! Ebenso falsch ist die von Amnesty Intenational kritisierte Haftbedingung (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76764124.html), die darauf schließen läßt, dass hier ein Held gefoltert wird - auch um Nachahmer zu schockieren.

      Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Stimmen aus unserer Regierung gesprochen hätten für Bradley Manning - immerhin gab' es lobende Worte vom Bundespräsidenten Herrn Gauck zu Edgar Snowden - ebenfalls Whistleblower (Enthüller, Aufklärer).

      Jedoch braucht die Welt nicht mehr warme Worte, sondern aus diesen Worten abgeleitete Taten. Denn Worte gibt es genug, auch zur Schließung von illegalen Gefängnissen ohne Anklage, wie Guantanamo (USA) bzw. Afghanistan (GB).

      Wir brauchen Bürger, die Mut haben, auch mal mit einer Wahl ein politisches Zeichen zu setzen, dass Whistleblower internationalen Schutz zur AUFKLÄRUNG bedürfen.

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