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Brasilien im Sumpf der Korruption Rousseffs Gegenspieler tritt zurück

Er brachte Präsidentin Rousseff zu Fall, jetzt wirft er selbst hin: Brasiliens Parlamentspräsident Eduardo Cunha sieht sich von Rousseff-Anhängern verfolgt. Er soll allerdings selbst Schmiergelder eingestrichen haben.
07.07.2016 - 21:49 Uhr
Von der Suspendierung zum Rücktritt: Der brasilianische Parlamentspräsident Eduardo Cunha spricht bei einer Anhörung im Mai 2016. Quelle: dpa
Eduardo Cunha ist zurückgetreten

Von der Suspendierung zum Rücktritt: Der brasilianische Parlamentspräsident Eduardo Cunha spricht bei einer Anhörung im Mai 2016.

(Foto: dpa)

Brasilia Einer der schillerndsten Protagonisten der brasilianischen Politik gibt wegen millionenschwerer Korruptionsvorwürfe auf: Parlamentspräsident Eduardo Cunha erklärte am Donnerstag seinen Rücktritt.

Der konservative Politiker hatte das Amtsenthebungsverfahren gegen die linke Präsidentin Dilma Rousseff vorangetrieben. Die Staatschefin ist derzeit suspendiert. Es wird juristisch geprüft, ob sie die tatsächliche Haushaltslage der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas verschleiert hat.

„Ich zahle einen hohen Preis im Zusammenhang mit dem Impeachment“, sagte Cunha am Donnerstag. Anhänger von Rousseff und die Justiz hätten es auf ihn abgesehen und wollten sich rächen. „Ich danke allen, die mich während dieser Verfolgung unterstützt haben. Ich bin Opfer einer Rache durch Henker, die meine Familie nicht respektieren.“

In den kommenden Wochen soll nun ein neuer Parlamentspräsident gewählt werden. Derzeit wird die Abgeordnetenkammer von Vizepräsident Waldir Maranhão geführt.

Cunha war bereits im Mai suspendiert worden, nachdem der Oberste Gerichtshof im vorgeworfen hatte, die Ermittlungen gegen ihn zu behindern. Er steht im Verdacht, bei Auftragsvergaben von Petrobras für Bohrinseln fünf Millionen Dollar kassiert zu haben. Die Schweizer Behörden haben eine entsprechende Summe auf Cunha zugerechneten Konten gesperrt.

Cunha von der Partei der demokratischen Bewegung Brasiliens (PMDB) war einer der mächtigsten Gegenspieler Rousseffs. Seine Angeordneten verhinderten im Parlament fast alle Initiativen der Regierung, um die schleppende Wirtschaft des Landes wieder in Schwung zu bringen.

Im Frühjahr kündigte die PMDB die Koalition mit Rousseffs Arbeiterpartei auf. Wenig später wurde Cunhas Parteifreund Michel Temer Interimspräsident. Allerdings ist auch die neue Regierung von Korruptionsvorwürfen schwer belastet.

  • dpa
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