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Bremer Windparkentwickler WPD Deutsches Windpark-Projekt in Kanada steht auf der Kippe – und wird zum Politikum

Der deutsche Windparkbetreiber WPD investiert in Ontario. Doch ein Regierungswechsel könnte WPD dazu zwingen, bereits montierte Windräder wieder abzubauen.
25.07.2018 - 17:39 Uhr 1 Kommentar
Der Fall WPD hat mittlerweile auch Berlin erreicht. Auch das Bundeswirtschaftsministerium steht bereits in Kontakt mit den deutschen Botschaft in Kanada. (Bild: RE Power Systems AG)
Windpark (Symbolbild)

Der Fall WPD hat mittlerweile auch Berlin erreicht. Auch das Bundeswirtschaftsministerium steht bereits in Kontakt mit den deutschen Botschaft in Kanada. (Bild: RE Power Systems AG)

Ottawa/Berlin Bislang hatte Sabine Sparwasser keinen Anlass, sich in ihrer Funktion als deutsche Botschafterin in Kanada schützend vor ein deutsches Unternehmen zu stellen. Aber im Fall des deutschen Windparkentwicklers WPD hält sie jetzt den Zeitpunkt für gekommen, das Wort zu ergreifen.

„Jede neue Regierung hat das Recht, den Kurs zu wechseln. Aber die einseitige Absage eines Projekts per Gesetz ist nicht nur für das Unternehmen verunsichernd, sondern zugleich ein Vorgang, der andere potenzielle Investoren abschreckt“, sagte Sparwasser Kanadas zweitgrößter Tageszeitung „The Globe and Mail“.

Der Fall WPD hat mittlerweile auch Berlin erreicht. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte auf Anfrage mit, man tausche sich darüber mit der deutschen Botschaft in Kanada aus. In Regierungskreisen hieß es, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe das Thema bereits gegenüber dem neuen kanadischen Handelsminister Jim Carr angesprochen.

Das Windpark-Projekt „White Pines“ ist damit ein deutsch-kanadisches Politikum geworden. WPD treibt das Vorhaben in der kanadischen Provinz Ontario seit Jahren voran. Doch ein Regierungswechsel in Ontario könnte das Unternehmen aus Bremen dazu zwingen, bereits montierte Windräder wieder abzubauen.

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    In einer Pressemitteilung vom 10. Juli teilte die neue Provinzregierung mit, dass sie drei Punkten besondere Priorität in ihrer Arbeit beimessen wolle. Einer davon ist es, das Windparkprojekt „White Pines“ mit einem speziell dafür entworfenen Gesetz abzublasen.

    Die neue Regierung, die am 7. Juni gewählt wurde, hatte im Wahlkampf zwar angekündigt, keine neuen Windparkprojekte mehr genehmigen zu wollen. Dass aber auch Projekte betroffen sein würden, die bereits im Bau sind, stellte sich erst nach der Wahl heraus. Das entsprechende Gesetz sollte am Mittwoch vorgelegt werden.

    Für WPD ist das ein Rückschlag. Das Projekt umfasst neun Windturbinen. Vier stehen bereits. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 53 Millionen Euro. Anlagenlieferant ist der deutsche Hersteller Senvion. Die Finanzierung kommt von der KfW.

    Unterstützung erfahren die Bremer nicht nur von deutscher Seite. Auch der Business Council of Canada, vergleichbar mit dem BDI, warnt die neue Provinzregierung von Ontario vor den Folgen für das Investitionsklima. „Wir befürchten, dass das Gesetz, wenn es in Kraft tritt, das Vertrauen von Investoren untergraben würde“, heißt es in einem Schreiben von John P. Manley, Präsident des Business Council of Canada, an den Regierungschef von Ontario, Doug Ford, das dem Handelsblatt vorliegt.

    WPD vertraut darauf, dass die Appelle fruchten. „Es ist sicherlich ein weltweit einmaliger Vorgang, dass in einem Land, das im Doing-Business-Index der Weltbank noch vor Deutschland gelistet ist, ein großes, vollständig genehmigtes und nahezu fertiggestelltes Projekt aus politischen Gründen wieder abgerissen werden soll“, sagte WPD-Vorstand Hartmut Brösamle dem Handelsblatt.

    Investitionssicherheit und Vertrauensschutz würden mit Füßen getreten, kritisierte er. „Zukünftig wird sich jeder Investor gut überlegen, wie sicher sein Investment in Kanada ist“, sagte der Manager.

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    1 Kommentar zu "Bremer Windparkentwickler WPD: Deutsches Windpark-Projekt in Kanada steht auf der Kippe – und wird zum Politikum"

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    • Warum wird das Windparkprojekt abgeblasen? Naturschutz? Oder was ist der Grund?

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