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Brexit Eklat bei Johnson-Besuch: „Armseliges Verhalten des Luxemburger Angebers“

Die Brexit-Kritik des Luxemburger Premiers beim Johnson-Besuch erzürnt britische Politiker und Medien. Sie fühlen sich bestätigt, dass der EU-Austritt richtig sei.
3 Kommentare

Boris Johnson lässt Pressekonferenz ausfallen

London Die Solo-Pressekonferenz des Luxemburger Ministerpräsidenten Xavier Bettel nach seinem Gespräch mit dem britischen Premier Boris Johnson ruft scharfe Kritik in Großbritannien hervor. „Luxemburg lacht Johnson aus“, titelte die konservative Tageszeitung „Daily Telegraph“ am Dienstag. Darunter druckte sie das Foto, auf dem Bettel spöttisch auf das leere Rednerpult neben sich weist.

Johnson hatte am Montag die gemeinsame Pressekonferenz in Luxemburg kurzfristig platzen lassen, weil mehrere Dutzend britische Demonstranten in Hörweite „Stoppt den Putsch!“ und „Rettet uns!“ brüllten. Während Johnson abreiste, hielt Bettel die Pressekonferenz allein ab. Er kritisierte den Brexit und wurde dafür von den Demonstranten mit Applaus und Jubel gefeiert.

In Großbritannien löste Bettels Verhalten Empörung aus. „Statt die Pressekonferenz nach drinnen zu verlegen, wie es Anstand und Höflichkeit geboten hätten, nutzte Xavier Bettel die Gelegenheit, um Boris zu demütigen und Großbritannien schlechtzureden“, kommentierte die Boulevardzeitung „The Sun“.

Die Brexit-Befürworter im Land sahen sich bestätigt. „Kein Wunder, dass Großbritannien für den Austritt gestimmt hatte“, titelte das Boulevardblatt „Daily Express“. Der Anführer der „winzigen Steueroase Luxemburg“ habe Johnson mit seinem Anti-Brexit-Ausbruch beleidigt. Auch die „Sun“ kommentierte, jeder Auftritt dieser Art treibe mehr Wähler in die Arme Johnsons und „beweist, dass die Entscheidung richtig war, die EU zu verlassen“.

Der „Telegraph“ und die „Times“ schrieben, Johnson sei in einen „Hinterhalt“ gelockt worden. Beide waren sich einig, dass die Pressekonferenz nach drinnen hätte verlegt werden können – weg von dem Protestlärm. Dies hatte Bettel jedoch mit dem Hinweis abgelehnt, dass drinnen nicht genug Platz für alle Journalisten sei und man niemanden ausschließen wolle.

Die Erklärung wurde ihm nicht abgenommen. „Jeder normale Beobachter wäre schockiert über den Verstoß gegen das Protokoll und die absichtlich provokative Geste“, twitterte der konservative Europaabgeordnete Daniel Hannan, seit Jahrzehnten einer der führenden EU-Gegner. Bettel habe eine Anti-Brexit-Demo statt einer Pressekonferenz abgehalten. Solche „kleingeistigen“ Gesten hätten dazu geführt, dass Großbritannien sich von der EU abwende.

Bettel schaffte es sogar, die zerstrittenen Tories für einen Moment wieder zu einen. Vertreter aller Brexit-Lager bei den Konservativen verurteilten die Pressekonferenz. „Sehr armseliges Verhalten des Luxemburger Angebers“, twitterte der Abgeordnete Nicholas Soames. Der Enkel von Winston Churchill war einer der 21 proeuropäischen Rebellen, die Johnson kürzlich aus der Fraktion geworfen hatte. Doch nun sprang er dem Premier bei: „Boris Johnson hat recht, sich nicht zum Idioten machen zu lassen.“

Mehr: Ex-Premier David Cameron gibt sein erstes TV-Interview seit Jahren. Darin teilt er gegen Johnson aus – und berichtet von einer SMS, die die beiden vor dem Referendum austauschten.

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3 Kommentare zu "Brexit: Eklat bei Johnson-Besuch: „Armseliges Verhalten des Luxemburger Angebers“"

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  • ich finde Herr Bettel hat sehr natürlich reagiert...ich finde auch wir sollten die Britten endlich ziehen lassen auch ohne Vertrag....die neue Realität wird dann auch neue Fakten schaffen...besser wäre es natürlich mit Vertrag gewesen...aber die Vernunft hat diesmal Britannien verlassen und nicht Deutschland, Frankreich oder eines der vielen anderen europäischen Länder...wann sie wieder eintrifft auf der Insel weiß keiner...da müssen wir jetzt alle durch...auch wenn dieser Globus eigentlich gerade jetzt sehr geschlossen auf die Globalen Verwerfungen reagieren sollte.

  • Bettel ist in eine Falle gelaufen, dieser Selbstdarsteller. Hat Boris raffiniert gemacht!

  • War das so? - Kann ich nicht beurteilen, - Andererseits: ist Herr Bettel sehr wichtig?

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