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Brexit-Folgen Proteste vor der Kanalinsel Jersey – Fischer und Patrouillenboote ziehen sich zurück

Französische Fischer protestieren wegen umstrittener Lizenzen Jerseys. Zeitweise sind Marineschiffe vor Ort. Am Donnerstagabend entspannt sich die Lage.
06.05.2021 Update: 06.05.2021 - 21:14 Uhr Kommentieren
Französische Fischer protestieren vor der britischen Kanalinsel Jersey gegen die Änderung der Fischereirechte im Ärmelkanal. Dabei geht es ruppig zu. Quelle: action press
Marineschiffe und Fischer vor Jersey

Französische Fischer protestieren vor der britischen Kanalinsel Jersey gegen die Änderung der Fischereirechte im Ärmelkanal. Dabei geht es ruppig zu.

(Foto: action press)

Paris Im Ärmelkanal verschärft sich der Streit zwischen Frankreich und Großbritannien über die Vergabe von Fischereirechten im Zuge des Brexit. Etwa zwei Dutzend französische Fischtrawler nahmen am Donnerstag Kurs auf die britische Kanalinsel Jersey, um gegen die Erteilung von Lizenzen zu protestieren, die ihrer Ansicht nach den Zugang zu den dortigen Gewässern zu sehr einschränken.

Großbritannien entsandte seinerseits zwei Marineschiffe, woraufhin Frankreich zwei Patrouillenboote in die Gewässer rund um die Insel schickte. Am Abend entspannte sich jedoch die Situation: Nachdem französische Fischer ihre Blockade der Kanalinsel Jersey beendeten, kündigte die britische Regierung den Rückzug ihrer Marine an.

„Da die Situation vorerst geklärt ist, werden sich die Patrouillenschiffe der Royal Navy darauf vorbereiten, in ihren Hafen im Vereinigten Königreich zurückzukehren“, teilte das Büro von Premierminister Boris Johnson am Donnerstagabend mit. „Wir bleiben in Bereitschaft, um im Falle weiterer Anfragen von Jersey Unterstützung zu leisten.“

Die Regierung betonte, die Behörden von Jersey hätten das Recht, die Fischerei in ihren Gewässern zu regeln. Über Twitter dankte Johnson der Royal Navy für ihren raschen Einsatz: „Ich freue mich, dass die Situation in Jersey gelöst wurde.“ Jerseys Regierungschef John Le Fondre berichtete von konstruktiven Gesprächen mit Vertretern der Fischer.

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    Dutzende französische Fischerboote hatten seit dem frühen Morgen den Hafen der Inselhauptstadt Saint Helier blockiert. Hintergrund ist ein Streit um Fischereilizenzen im Ärmelkanal, der wegen des Brexits erneut hochgekocht ist. Jersey ist als sogenannter Kronbesitz nicht Teil des Vereinigten Königreichs, das aber für die Außen- und Sicherheitspolitik der Kanalinsel etwa 25 Kilometer vor der französischen Küste verantwortlich ist.

    Am Mittwoch hatte die für Meerespolitik zuständige französische Ministerin Annick Girardin gedroht, die Stromversorgung Jerseys zu kappen, sollten Frankreichs Fischer keinen uneingeschränkten Zugang zu den Fanggründen erhalten. Die Europäische Kommission hatte dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren.

    Einer der Hauptstreitpunkte bei den Brexit-Verhandlungen

    Jersey liegt etwa 23 Kilometer von der französischen und 140 Kilometer von der britischen Küste entfernt. Hugo Lehuby vom Fischereikomitee der französischen Region Normandie sagte Reuters, Ziel der Proteste der Fischer sei, die Unzufriedenheit über die Lizenzerteilung auszudrücken. „Das ist keine Blockade. Es ist nicht unsere Absicht, irgendwas zu zerschlagen.“

    Einige Fischtrawler liefen aber im Haupthafen von Jersey ein und einer von ihnen bezog vorübergehend direkt vor einer vor Anker liegenden Fähre Position, wie aus Beiträgen in den sozialen Medien hervorging.

    Ein Vertreter der Präsidialamtsverwaltung in Paris sagte, mit der Entsendung der britischen und französischen Patrouillenboote solle verhindert werden, dass es zu Ausschreitungen zwischen den Fischern und der Gegenseite komme. Gleichzeitig handle es sich aber auch um einen Appell, die mit dem EU-Austritt Großbritanniens getroffenen Vereinbarungen korrekt anzuwenden.

    Der Zorn der französischen Fischer entzündet sich an neuen Fischereilizenzen der Jersey-Inselregierung. Ministerin Girardin erklärte, es widere sie an, dass Jersey nun unter anderem einseitig festgelegt habe, wie lange französische Fischerboote in deren Gewässern sein dürften. Gemäß Brexit-Vertrag müsse es aber uneingeschränkt Zugang geben.

    Die Behörden auf Jersey vertreten hingegen die Auffassung, dass die neuen Lizenzen in Einklang mit den Post-Brexit-Handelsvereinbarungen stehen. Die Fischereirechte in britischen Gewässern waren einer der Hauptstreitpunkte bei den Brexit-Verhandlungen gewesen. Erst Ende 2020 gelang nach zähem Ringen ein Durchbruch.

    Mehr: 5,4 Milliarden Euro als Brexit-Ausgleich – EU-Parlament unzufrieden mit Höhe der Finanzhilfe.

    • rtr
    • dpa
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