Brexit-Grundsatzrede May will offenbar den EU-Binnenmarkt verlassen

Kurz vor Theresa Mays Grundsatzrede zum Brexit sickern wesentliche Punkte durch. So steht die Kontrolle über britische Grenzen weit oben auf ihrer Agenda. Kanzlerin Merkel kündigt einen harten Kampf um offene Märkte an.
Update: 17.01.2017 - 08:12 Uhr 14 Kommentare

„Ich hoffe sie bleibt stark und zieht das wirklich durch"

LondonDie britische Premierministerin Theresa May wird sich laut einem Medienbericht bei ihrer Grundsatzrede zum Brexit am Dienstag zum Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion bekennen. Dies gehöre zu den wichtigsten zwölf Verhandlungszielen, die May in ihrer Rede darlegen werde, berichtet der britische „Telegraph“.

Die Märkte ließen sich am Dienstag vorbörslich erst einmal nichts anmerken, das britische Pfund verlor gegenüber dem Euro nur minimal. Offenbar war die Erwartungshaltung zu Mays Ankündigung bereits im Kurssturz vom Montag eingepreist. Das Pfund hatte am Vortag den tiefsten Stand seit drei Monaten erreicht, seit dem Votum im vergangenen Sommer hat die Währung massiv an Stärke eingebüßt.

Es werde keine Teil-Mitgliedschaft in der EU noch sonstige Konstrukte geben, die Großbritannien „halb drinnen“ oder „halb draußen“ ließen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Mays Redetext. „Wir wollen eine neue und gleichberechtigte Partnerschaft – zwischen einem unabhängigen, selbstregierten, globalen Großbritannien und unseren Freunden und Verbündeten in der EU.“ Eines der zentralen Themen vom Mays Brexit-Strategie werde sein, die Kontrolle über die britischen Grenzen zurückzugewinnen.

Sie wünsche sich, dass Großbritannien ein „Magnet für internationale Talente“ und eine „großartige globale Handelsnation“ sei, heißt es weiter in den Auszügen. May werde aber auch betonen, dass es im britischen Interesse sei, dass die EU erfolgreich bleibe. Details zu den Vorstellungen Mays über die künftigen Handelsbeziehungen mit der EU waren in den Auszügen aus dem Redetext nicht enthalten.

Finanzminister Philip Hammond hatte gesagt, sollte es keine Einigung mit der EU über einen Zugang zum gemeinsamen Markt geben, könnte das Land sein Wirtschaftsmodell überdenken. Diese Äußerungen wurden als Warnung interpretiert, Großbritannien könnte Unternehmenssteuern als Druckmittel bei den Brexit-Verhandlungen einsetzen.

Bislang hat sich May kaum dazu geäußert, welches Abkommen sie mit der EU anstrebt. Die „Sunday Times“ hatte berichtet, May wolle einen „klaren und harten“ Brexit, wozu der Austritt aus dem gemeinsamen Markt und der Zollunion gehören würde. Die Aussicht auf einen „harten Brexit“ sorgt an den Börsen für Verunsicherung und drückte den Kurs des Pfund auf den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Monaten.

Knackpunkt EU-Arbeitnehmer in Großbritannien
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14 Kommentare zu "Brexit-Grundsatzrede: May will offenbar den EU-Binnenmarkt verlassen"

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  • EU ist nicht gescheitert. Gescheitert sind nur die Totengräber der EU, wie Frau Merkel, Hr. Schulz und Hr. Juncker. Entscheidungen allein im Keller und gegen die EU-Bürger. Wer in der EU wil eine kriminelle EU und einen Islamischen Staat, außer Frau Merkel mit dem Ziel Deutschland zu schaden?

  • Sind wir doch mal ehrlich. Deutschlands Wirtschaftswunder funktionierte ohne die EU und dem Euro. Europa war zunächst ein Großmachtsdenken der Politiker und zuletzt nur noch ihr Klammern an gutbezahlte Posten in Brüssel. Mit dem fortlaufenden Bruch der Europa betreffenden Regelungen und Gesetze wurde das Ende der Europäischen Union besiegelt. Die Rückkehr zu Vernunft und der Fürsorge für die Bürger der jeweiligen eigenen Bevölkerung ist nicht mehr aufzuhalten. Europa ist kläglich oder zum Glück gescheitert. Jeder kehrt wieder vor seiner eigenen Tür und das ist gut so, denn es wird den Frieden erhalten.

  • Hab ja selbst Briten im Freundeskreis, denen gehts nicht schlecht, besser als den meißten deutschen Normalbürgern, die tun halt was für ihre Leute, anders als hier in Merkeldeutschland.
    Wer interesse hat, darf sich gerne einmal die Vermögensverhältnisse in England oder anderen Ländern wie Österreich im Gegensatz zu Deutschland anschauen, da wird klar das der deutsche von der EU nur als Melkkuh gehalten wurde und wird.

  • Herr Hoffmann, Handel gibt es seit Jahrtausenden. Erschwert wird dieser durch Einfuhrverbote, Quoten, Zölle und Nicht tarifäre Handelshemmnisse (Beispielsweise unterschiedliche Normen und Vorschriften). Dadurch können die Potentiale und komparativen Kostenvorteile nicht genutzt werden. Der Wohlstand stagniert, oder sinkt.

    Ein Freihandel erlaubt es diese komparativen vorteile zu nutzen.

    Parasitäre NGO, beispielsweise ökokriminelle NGO, sind ein anderes Thema bzw. sind meist gegen den Freihandel

  • @Holger Narrog
    Es badarf doch keinen Freihandel um Handel betreiben zu können. Freihandel ist nur ein Konstrukt um das "Frei" vorzugaukeln aber in Wahrheit bestimmen doch dann andere Akteuere (NGO meistens) was der und wir unter "Frei" zu verstehen haben. Frei steht hier eben nicht für Frei sondern für eine Worthülse die je nachdem Defeniert (Gefüllt mit Bestimmung,Verboten usw.) werden kann.
    Der Freihandel eine Wortschöpfung der globalisierungs Eliten Mafia von NGO (Kapital-Kommunisten Gedankengut).

  • Es läuft wie geschmiert für die Britten, das Pfund fällt und wir Investoren warten auf
    den Boden, dann werden Aktien gekauft mit nur 15% Steuern auf Erträge, kann man
    fast schon auf seine Briefkästen verzichten. Endlich eine Regierung in Europa die etwas von Wirtschaft versteht. Renditen, Renditen und nochmals Renditen will ich sehen und keine EU-Räte mit ihren Spüchen über ihre Renten.

  • Die Umvolkungsinitiative von Fr. Merkel/Schulz/Junkers die ganz Europa verändern soll und der einhergehende Souveranitätsverlust und dessen allgemeine Ablehnung in der britischen Bevölkerung hat sicherlich zum Brexit Wahlergebnis beigetragen. Somit sind sichere Grenzen eine wichtige Konsequenz des Brexit.

    Die EU (Merkel/Junkers) verbinden den gemeinsamen Markt mit der Personenfreizügigkeit. Fr. May kann dies nur ablehnen.

    GB steht traditionell zwischen Europa und den USA. Bei einer Anbindung an die USA müsste GB als Anhängsel die Launen der US Politik mitmachen was den Briten auch nicht schmecken würde.

    So bietet es sich an sich mit Europa und den USA Freihandelsabkommen anzustreben.

  • England und die USA machen alles richtig. Trump und May führen ihre Länder wieder in eine Nationalpolitik zurück und verbieten sich damit die Einmischung von Nicht Regierungs Organisationen und Medien-Politik Spieler in die Belange der Nation = Volk = Bürger eines Land!
    Die Ausbeutung und Arbeitsplatzverlagerungen in Billiglohnländer durch die Globalisierungsmafia hat endlich ein Ende und man geht den Weg des Volks-Wohl (Nation und Stolz, Kraft und Zusammenhalt).
    Die Wirtschafts- Globalisierungsmafia in Davos wird deswegen schon ganz unruhig. Schließlich hat man mit der Globalisierung die Länder gegen einander auspielen können und Arbeitsplätze immer dort hinverlagert, wo der größte Profit zu erwarten war....also in Billiglohnländer. Das hat mit Trump und May jetzt ein Ende gefunden. Jedes Land in der Welt wird in Zukunft für selbstverantwortlich für das Wohl des Volkes regieren und nicht mehr am Tropf von weltweit agierneden Kapital-NGO (Nicht Regierungs Organisationen) hängen.
    England und die USA werden in Zukunft aus sich selbst heraus (auf Basis des Volkes) wieder eine großen und selbstbestimmte Volkswirtschaft werden. Ohne die Ausbeutung von Nicht Regierungs Organisationen eines kommunistischen Kapitalisten Gemischtwarenladen.
    Und Deutschland...die Deutschen Bürger brauchen nur ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen. Auf Basis der Einigkeit, des Rechts und der Freiheit. Selbstbestimmt mit Vernunft und Verstand eine Alternative zu dieser Alternatislosikgkeit in der deutschen Politik zu wählen.
    Danke!

  • Nach Trump ist Frau May die nächste Politikerin, die einen Hintern in der Hose hat. Die EU ist schon lange tot, doch keiner will es zu geben. Die Parlamentarier klammern sich an ihre Posten, besser wird es ihnen nie gehen. Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal, alle haben Schulden ohne Ende, die Kriterien für die Zugehörigkeit sind zigfach überschritten, alle Verträge hinfällig. Bloß Frau Don Quichote und ihre Mitläufer wollen es nicht wahr haben.Die EU sollte schnellst möglich auf gelöst werden und ein Neuanfang gestartet werden, aber mit gültigen Verträgen.

  • GB schwächt mit dem Austritt die EU und wird selber zu einer Mittelmacht, die international wenig Bedeutung besitzen wird. Leider ist damit zu rechnen, dass die Politiker dafür sorgen, dass die EU scheitert. Von dem was die Gründungsväter der europäischen Einigung wollten, ist nichts mehr übrig. Einzeln ist keines der Länder in der Lage global irgend etwas zu bewegen. Weder die "stolzen" Franzosen und Italiener, noch die überheblichen Deutschen. In der Vergangenheit ist noch jede Hochkultur untergegangen. Europa wir dies innerhalb von 2 Generationen auch passieren, wenn die Entwicklung so weitergeht. Die meisten wollen diese Entwicklung nicht sehen, geschweige denn sie aufhalten.

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