Brexit-Wetten Warum die Buchmacher so falsch lagen

Seite 2 von 2:
Mehr Zocker setzten auf „Leave“, aber mit niedrigeren Summen
Der Frust der Brexit-Verlierer
Zu jung zum Wählen
1 von 9

Afrin (l.), 17 Jahre, und Anjum (r.), 16 Jahre, halten ein Transparent mit dem Slogan in die Höhe: „Ihr habt unsere Zukunft gestohlen“. Sie ärgern sich, dass sie bei der Abstimmung über die EU-Mitgliedschaft nicht mitstimmen durften.

„Die EU ist ein Friedensprojekt“
2 von 9

Neben Schülern und Studenten haben sich auch junge Familien vor dem Parlament eingefunden. Francis Young und seine Frau Rachel bedauern den Brexit, weil die EU in ihren Augen ein „großartiges Friedensprojekt“ ist.

Sorge um die Zukunft der eigenen Kinder
3 von 9

Gerade viele Städter in Großbritannien mögen sich mit dem Ergebnis des Referendums nicht abfinden, darunter auch George Mouskoundi. Er fürchtet um die Zukunft seiner Kinder Betty (r.) und Micah, weil ein Brexit der Wirtschaft Großbritanniens schaden könnte.

Britischer Selbstmord?
4 von 9

Auch diese junge Britin fürchtet die wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritt Großbritanniens – und die Konsequenzen auf ihre berufliche Zukunft, wie sie erzählt.

Protest einmal kurz und bündig
5 von 9

Land gegen Stadt, alt gegen jung, arm gegen gut situiert. Das Referendum zeigt einen tiefen Riss in der britischen Bevölkerung. Und weil der Vorsprung der Brexit-Befürworter relativ knapp war, fällt es dem unterlegenen Pro-EU-Lager umso schwerer, das Abstimmungsergebnis zu akzeptieren.

Die Unterlegenen fordern eine zweite Abstimmung
6 von 9

Weil die Befürworter einer EU-Mitgliedschaft Großbritanniens den Vorsprung der Brexit-Befürworter als knapp empfinden, läuft derzeit eine Petition, die ein Gesetz fordert, wonach ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft wiederholt werden sollte – wenn die Wahlbeteiligung unter 75 Prozent oder das Ergebnis eines Ausstiegs weniger als 60 Prozent betragen sollte. Bis Sonntagmorgen unterzeichneten knapp 2,9 Millionen Stimmberechtigte diese Petition.

Willkommen in der Realität
7 von 9

Viele junge Briten sind wütend über das Ergebnis der Abstimmung – allerdings blieben gerade aus der jungen Generation viele Wahlberechtigte der Wahlurne fern.

Wettquoten resultieren aus den Summen, die jeweils gesetzt werden. Und auf „Remain“ wurden deutlich höhere Geldbeträge gewettet als auf „Leave“. Jessica Bridge von Ladbrokes sagte dem Handelsblatt wenige Tage vor dem Referendum: „Im Schnitt wurden 415 Pfund auf „Remain“ gesetzt, aber nur 68 Pfund auf „Leave“. Tausende Spieler wetten kleine Beträge auf den Brexit wie zehn oder 50 Pfund. Dagegen setzen hunderte Wetter hohe Summen von 1000 bis 35.000 Pfund auf den Verbleib in der EU.“
Letztlich zeigte sich: Wesentlich mehr Zocker wetteten auf den Brexit als auf „Remain“ - was sich in den Quoten allerdings nicht widerspiegelte.

Beim Referendum aber zählt jede Stimme gleich – unabhängig vom Geldbeutel. Bei Ladbrokes wurden 80 Prozent der Wettsummen auf „Remain“ gesetzt, jedoch wetteten 63 Prozent der Zocker auf “Leave”. Bei William Hill kam 69 Prozent des eingenommenen Geldes von der Remain-Fraktion, während 69 Prozent der Wetter auf den Brexit setzten.

Das mag daran liegen, dass vor allem die kleinen Leute mit geringerem Einkommen für den Austritt aus der EU stimmten. Während die reicheren Briten für den Verbleib votierten und offenbar auch höhere Summen setzten. Shaddick weist jedoch den Vorwurf zurück, die Wetten seien vom „großen Geld“ manipuliert worden. Außerdem seien Wetter nicht repräsentativ - allein schon, weil sie hauptsächlich Männer seien.

Leighton Vaughan Williams, Professor am Betting Research Institute an der Nottingham Business School, hat noch eine andere Erklärung, warum die „Bookies” diesmal falsch lagen. Viele Briten waren bis zuletzt unentschlossen. „Die Wähler haben diesmal in letzter Minute emotional entschieden.“

Die Briten, die auf „Remain“ gesetzt haben, können versuchen, ihre Verluste wieder wettzumachen. Zum Beispiel mit der aktuellen Wette, wer nach David Cameron neuer Chef der Tories wird. Die Wettquoten für Brexit-Verfechter und Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson stehen bei William Hill derzeit bei 4/5.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Brexit

Mehr zu: Brexit-Wetten - Warum die Buchmacher so falsch lagen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%