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Brexit-Umfrage Drei Viertel der britischen Firmen fürchten den No-Deal

Britische Unternehmen verfolgen die EU-Freihandelsgespräche mit Sorge. Laut einer neuen Umfrage sind viele auf einen ungeordneten Brexit nicht vorbereitet.
31.07.2020 - 01:00 Uhr 2 Kommentare
Im Falle eines No-Deals drohen lange Verzögerungen an Häfen wie Dover. Quelle: dpa
Lastwagenschlange vor Dover

Im Falle eines No-Deals drohen lange Verzögerungen an Häfen wie Dover.

(Foto: dpa)

London Drei Viertel der britischen Unternehmen fürchten einen ungeordneten Brexit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Unternehmerverbands CBI. 33 Prozent der befragten 752 Firmen sagten, sie seien sehr besorgt. Weitere 42 Prozent gaben an, etwas besorgt zu sein. Der Rest erklärte, sich keine Sorgen zu machen.

Zugleich wird deutlich, dass viele Firmen noch keine Vorkehrungen für den Worst Case getroffen haben. Ein Fünftel der Unternehmen gab an, aktuell weniger auf einen ungeordneten Brexit vorbereitet zu sein als noch vor sechs Monaten. Im produzierenden Sektor sind es sogar 27 Prozent.

„Die Umfrage zeigt, dass die meisten Firmen weder die Zeit noch die Ressourcen haben, sich auf einen ungeordneten EU-Austritt vorzubereiten“, sagte CBI-Chefin Carolyn Fairbairn.

Zum Jahresende läuft die Übergangsperiode aus, dann verlässt Großbritannien den Europäischen Binnenmarkt und die Zollunion. Gibt es bis dahin kein Freihandelsabkommen, gelten ab Januar die Zölle der Welthandelsorganisation für den Handel über den Ärmelkanal.

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    Noch zeichnet sich keine Einigung in den Freihandelsgesprächen ab. Vergangene Woche war die sechste Runde ergebnislos zu Ende gegangen. Auch die informellen Gespräche in dieser Woche brachten keinen Durchbruch. Die Unterhändler machen kleine Fortschritte in einzelnen Punkten, aber zwei zentrale Streitfragen, die Fischereirechte und die Staatshilfen, sind weiterhin ungelöst.

    Deadline Ende Oktober

    Fairbairn sieht ein paar Hoffnungsschimmer. So habe die britische Regierung zuletzt Details zu neuen Grenzkontrollen veröffentlicht, und die EU habe Flexibilität bei der künftigen Rolle des Europäischen Gerichtshofs erkennen lassen. „Diese Fortschritte zeigen, was in diesen wichtigen Verhandlungen möglich ist“, sagte sie.

    Ein weitreichendes Handelsabkommen sei entscheidend, um Firmen vor einem weiteren Schock zu bewahren, nachdem sie durch die Coronakrise ohnehin schon angeschlagen seien. „Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals sind auf einen Deal angewiesen, der ihre Volkswirtschaften in dieser prekären Zeit schützt“, betonte die Verbandschefin.

    Als Deadline haben sich beide Seiten Ende Oktober gesetzt, damit noch Zeit für die Ratifizierung des Abkommens bleibt. Die EU setzt darauf, dass der britische Premier Boris Johnson am Ende einknicken wird – so wie schon im vergangenen Jahr beim Austrittsvertrag. Er könne sich das zusätzliche Wirtschaftschaos eines ungeordneten Brexits nach der Coronakrise noch weniger leisten, kalkulieren die Europäer.

    Die Brexit-Hardliner auf der Insel hingegen argumentieren, dass der durch einen Crash-Brexit verursachte Schaden in der Corona-Rezession weniger auffällt und der politische Preis für Johnson daher viel geringer sei. Deshalb ist die Angst der Wirtschaft vor einem No-Deal nicht unbegründet.

    Mehr: Der Brexit bleibt ein Schildbürgerstreich der Briten – Ein Kommentar

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    2 Kommentare zu "Brexit-Umfrage: Drei Viertel der britischen Firmen fürchten den No-Deal"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • ....der No-Deal kommt ja total überraschend..... wer da immer noch unvorbereitet ist, ist selbst Schuld. Ich kanns nimmer lesen, wie oft wird noch darüber berichtet. Die Briten stellts nach allen Regeln der Kunst auf! Thats for sure my dear! Dafür sparen sie sich halt das sonstige Gealbere in der restlichen EU, die sich durch ihr merkwürdiges „einstimmiges“ Verhalten selbst blockiert. Demokratisch mehrheitlich ist das nicht. Das kommt dabei heraus, wenn nur Juristen Entscheidungen treffen dürfen. Das war bei der Gründung der EU so.
      Am meisten ärgert mich, dass der ganze Quatsch immer so dargestellt wird, dass man nichts ändern könne. Liebe Politik- das ist lächerlich! Ändert mal was - das Leben ändert sich ohnehin! Mit oder ohne Euch:)

    • Wie viele deutsche Firmen sind denn auf einen "no deal" vorbereitet. Die Milliarden-Corona Hilfspakete der zeigen, wie klug der Brexit ist. Die Engländer müssen sich nun an diesen aufwändigen und wahrscheinlich weitgehend nutzlosen Paketen nicht beteiligen.

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