Brexit-Verhandlungen May schließt Zollunion mit EU kategorisch aus

Die britische Regierungschefin steht unter heftigem Druck. Offenbar gibt sie den Befürwortern eines klaren Bruchs mit Brüssel nach.
Update: 05.02.2018 - 12:43 Uhr 4 Kommentare
Brexit: Theresa May schließt Zollunion mit EU kategorisch aus Quelle: Reuters
Theresa May

Die britische Ministerpräsidentin erwartet am Montag EU-Chefunterhändler Michel Barnier in London zu Gesprächen.

(Foto: Reuters)

LondonDie britische Premierministerin Theresa May hat bekräftigt, dass ihr Land nach dem Brexit nicht mehr Teil der Zollunion mit der EU bleiben wolle. Nach einer Reihe widersprüchlicher Aussagen aus der Regierungsmannschaft am Wochenende stellte Mays Büro am Montag klar, dass ihr Ziel ein klarer Schnitt in Zollfragen sei.

In der Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU steht wieder eine schwierige Woche an, in der vor allem Großbritannien seine Positionen festlegen muss. Den Auftakt machte am Montag ein Treffen zwischen dem britischen Brexit-Minister David Davis und EU-Unterhändler Michel Barnier in London.

Viele in Mays Partei wollen eng mit der EU verbunden bleiben und lehnen einen harten Brexit ab. Die Abgeordnete Anna Soubry forderte May auf, diese Position aufzugeben und die politischen und wirtschaftlichen Realitäten zu akzeptieren. Der einzige Grund, die Zollunion zu verlassen, sei es Handelsabkommen hinterherzurennen, die genauso wahrscheinlich seien wie Einhörner, schrieb Soubry auf Twitter.

Der Brexit soll eigentlich bis Ende März 2019 über die Bühne sein, mit einer anschließenden Übergangsphase bis Ende 2020. Wegen der Unsicherheit, wie dieser Austritt vonstatten gehen soll und welche Auswirkungen er auf Großbritannien haben könnte, wird auch die Entwicklung aller Wirtschaftsindikatoren genau verfolgt. Im Januar fiel der Einkaufsmanagerindex, mit dem die herstellende und die Bauindustrie und Dienstleistungen beobachtet werden, etwa auf den niedrigsten Stand seit August 2016. Mit einem Wert von über 50 (53,2) war er aber nach wie vor auf Wachstumskurs.

In der Eurozone stieg der Index nach Angaben des Finanzdienstleisters IHS-Markit hingegen auf 58,8 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2016. Sollte sich dieser Trend im Februar und März fortsetzen, kann die Eurozone nach Einschätzung der Experten ein Quartalswachstum von einem Prozent erreichen, was deutlich über dem langjährigen Durchschnitt wäre.

  • ap
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4 Kommentare zu "Brexit-Verhandlungen: May schließt Zollunion mit EU kategorisch aus"

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  • .....England....früher Groß Britanien....spürt und hat...immer schon eine ganz ganz tief sitzende Abneigung.....zum Kontinent....
    ....zu Deutschland im Besonderen....und zu den anderen Staaten .....auf dem Kontinent....auch...aber nicht so stark...wie zu Deutschland....
    ....Handel ja....Königshaus bewundern ja.....Urlaub dort machen....ja...mit Einschränkungen....die auf Zurückhaltung basieren sollten....
    ....sich im Vergleich sehen.....mit den gleichsprachigen USA.....alles zu haben....Atombomben....Militär auf allen Ebenen....führendes Mitglied im UN-Sicherheitsrat....bedeutendste Bankenwelt in Europa zu haben.....
    ...intensivster Gedankenaustausch.....mit den USA....und das ständig.....
    .....nie kriegerisch besiegt worden zu sein.....besonders nicht von Hitler-Deutschland und den Nazis....und auch davor im 1. Weltkrieg....
    ....endlich bald Inseldenken....endlich bald Inselunabhängigkeit haben....so wie früher....Geschichte wieder hautnah..... aufleben zu lassen.....sie sollen England bewundern können.....und sonst nix (nichts)...
    ...und alle Probleme mit dem Brexit.....werden durchgestanden....um England wieder neu zu polieren....und auch bald wieder gut dazustehen.....
    ...aber bitte....und nochmals gesagt.....alle auf Abstand zu Insel halten....




  • Hat auch einiges für sich, denn durch die Verteuerung bestimmter Importe können sie die einheimische Produktion stärken und auch besser steuern, dass z.B. umweltschädlich produzierte Waren nicht ins Land kommen. Man schaue beispielsweise auf Russland, wo durch die Sanktionen die Inlandsproduktion rapide zugenommen und letztlich Arbeitsplätze und Aufschwung gebracht hat.

  • Die Tommy´s waren schon immer ein merkwürdiges Volk. Als eines von 6 Gründungsmitglieder wollen sie sich nun vom Acker machen. Meinen diese Insel-Bewohner denn ernsthaft, dass sich durch deren Austritt aus der EU etwas für sie zum Besseren bewegt? Mitnichten! Denn durch teure Importzölle in einer Wirtschaftsordnung, die vornehmlich aus Finanzdienstleistungen besteht, werden die Produkte für die Briten wesentlich teurer. Da sie in den letzten 200 Jahren sowohl ihren Landwirtschafts- als auch ihren Industriesektor zerstört haben, werden den Parlamentariern im UK die Bürger bald an die Gurgel gehen.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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