„Brexodus“ droht Viele EU-Ausländer kehren Großbritannien den Rücken

Zäh verlaufen die Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel – auch mit Blick auf das Schicksal der EU-Ausländer. Etliche haben schon die Koffer gepackt und verlassen das Vereinigte Königreich.
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„Exit from Brexit“ – Briten wollen zurück in die EU

London/BrüsselVielen EU-Ausländern in Großbritannien sitzt die Angst im Nacken. Ende März 2019 wird das Land die Europäische Union verlassen, vielleicht gibt es noch eine Übergangsphase. Aber was wird dann aus den vielen Deutschen, Polen oder Italienern im Vereinigten Königreich? Etwa 3,2 Millionen EU-Bürger leben in dem Land. Bereits jetzt packen etliche ihre Koffer. In Großbritannien wird schon vom „Brexodus“ gesprochen – ein Wortspiel aus „Brexit“ und „Exodus“.

„Wir brechen unsere Zelte hier ab und werden nie wieder zurückkehren“, sagte Konstantin Binder mitten im Umzug. 17 Jahre lang lebte der Deutsche in London. „Wir haben hier keine Rechte, sind wie in der Schwebe.“ Binder zieht mit seiner Frau ins Bergische Land. In London war er lange in der Immobilienbranche tätig, liebte die Stadt. Nun fühlt sich das Paar in Großbritannien nicht mehr wohl. „Über 50 Prozent der Briten haben sich gegen uns entschieden“, betonte Binder.

Damit meint er die Entscheidung einer knappen Mehrheit der britischen Wähler im Juni 2016, die Staatengemeinschaft zu verlassen. Wie das 2019 vollzogen werden soll, wird gerade zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelt. Bis Donnerstag läuft die vierte Verhandlungsrunde. Die Zukunft der EU-Bürger in Großbritannien und Briten in der Europäischen Union gehört zu den Topthemen.

Bei früheren Runden hat man Fortschritte erzielt, die akribische Unterhändler in Tabellenform festgehalten und mit Farben gekennzeichnet haben. Grün steht für „geklärt“. Doch hinter vielen Knackpunkten prangt noch immer Rot für „strittig“. Die Menschen können kaum ermessen, was das für sie heißt und wie das endet. Was wird aus ihren Jobs, aus ihren Rentenansprüchen, aus ihrem bisherigen Leben?

So ist auch Nina Andrea Roberts mit Blick auf die Zukunft sehr mulmig zumute, obwohl sie mit einem Briten verheiratet ist und seit elf Jahren in der Nähe von Leeds lebt. Ihr rechtlicher Status sei keineswegs gesichert; es gebe viele Fallstricke. „Wir diskutieren daher in der Familie, ob wir nach Deutschland ziehen.“

Aber die Lage ist vertrackt: Ihr Mann spreche kein Deutsch, der Schulwechsel der beiden Kinder sei problematisch. Roberts hat die Facebook-Gruppe „Deutsche Rückwanderer aus Großbritannien“ gegründet. Dort können Betroffene sich austauschen und Fragen stellen. „Bei über 90 Prozent der Personen ist der Brexit der Grund für die Rückkehr.“

Folgen der Brexit-Entscheidung sind bereits zu spüren
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3 Kommentare zu "„Brexodus“ droht: Viele EU-Ausländer kehren Großbritannien den Rücken – bereits jetzt"

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  • Es ist laecherlich wenn diese beiden Deutschen (Konstantin Binder, Nina Andrea Roberts) sagen, ihr Status waere nicht klar. LAECHERLICH!

    Ich lebe seit 9 Jahren in London - und habe einfach die Britische Staatsbuergerschaft angenommen. Ja, EU Buerger verlassen UK - nicht weil ihr Status ungeklaert waere, sondern weil sie Trump/Brexit/... nicht moegen, die EU lieben, Juncker/Schulz vergoettern - oder nun (nach 11-17 JAHREN!!) zum Schluss kommen, dass sie das Wahlrecht damals haben wollten. Hindsight... Anscheinend passt ihnen die Politik einfach nicht. Und sie haben keine Lust sich in die rechtliche Situation einzulesen. Ich finde solch ideologisch getriebenen Entscheidungen schrecklich.

    Rechtliche Situation:
    ===============
    Nach 6 Jahren Aufenthalt kann jeder EU Buerger die Britische Staatsbuergerschaft beantragen (und seine dt. behalten). Durch Heirat hat man natuerlich auch das Recht die Britische Staatsbuergerschaft anzunehmen.

    Dann kann man auch waehlen. Aber anscheinend war das vor dem Brexit egal... hmm...

    Die Regierung hat auch schon klargestellt, das ALLE EU Buerger die nach 29.3.2017 nach UK gekommen sind, ein unbegrenztes Bleiberecht haben werden und dann auch die Staatsbuergerschaft beantragen koennen:

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  • Konkrete Zahlen anstatt im Diffusen zu bleiben mit Begriffen wie "ettliche" wäre dienlich. Ferner sollten die Zahlen zu Zuwanderung und Abwanderung in den Vorjahren genannt werden. Ansonsten ist solch eine Meldung eher irreführend.

  • Ja nichts wie weg, in den dritten Welt-Länder Bulgarien, Rumänien, Portugal, Griechenland u.s.w lebt es sich besser als bei den Briten, die Standards in der EU sind einfach höher.

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