BRICS-Gipfel: Gemeinsam dem Westen die Stirn bieten – Wie China die BRICS zur Blockbildung vereinnahmen will
Der chinesische Präsident hat beim BRICS-Gipfel erneut gegen die westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Russland ausgesprochen.
Foto: APPeking. Für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ist es ein internationales Forum, auf dem er noch willkommen ist: Seit der Krimannexion im Jahr 2014 ist er aus dem G8-Staatenklub verbannt, seit dem Angriff auf die Ukraine aus dem Europarat. Doch im Kreise der anderen BRICS-Staaten Brasilien, Indien, China und Südafrika am Donnerstag war Putin weiterhin willkommen.
Der Kremlchef forderte denn auch, das BRICS-Forum als Gegengewicht zu den westlichen Industriestaaten und ihrer Bündnisse aufzubauen. Damit liegt Putin komplett auf einer Linie mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping, der Gastgeber des virtuellen BRICS-Gipfels war.
Auch Xi forderte, die BRICS-Staaten sollten mehr Verantwortung übernehmen und sich einseitigen Sanktionen entgegenstellen. Eine Anspielung auf die Sanktionen der USA, Europas und Japans gegen Russland im Zuge des Angriffs auf die Ukraine. Diese bezeichnete Xi als „wirtschaftlichen Bumerang“.
Keines der BRICS-Länder hatte den russischen Angriff auf die Ukraine deutlich verurteilt, nur Brasilien hatte bei der UN-Resolution gegen Russland abgestimmt. China, Indien und Südafrika enthielten sich. China und Indien importieren derzeit mehr Öl aus Russland und haben sich den Sanktionen der USA, Japans und Europas nicht angeschlossen.
Bereits am Vortag hatte Xi die Staats- und Regierungschefs aufgefordert, noch stärker zu kooperieren, etwa in den Bereichen Energie, Ernährung und Infrastruktur. Chinas Vizehandelsminister Wang Shouwen brachte eine Freihandelszone zwischen den fünf BRICS-Staaten ins Spiel.