Briten diskutieren Darf Donald Trump noch nach London?

Eine Petition für ein Einreiseverbot, eine Mini-Demo und Anwälte, die ihn nicht im Land sehen wollen: Donald Trump hat es sich bei vielen Briten komplett verscherzt. Sie fragen sich: Schadet er dem Gemeinwohl oder nicht?
Donald Trump ist stolz auf seine schottischen Wurzeln. Doch im Land seiner Vorfahren debattieren sie eine Petition: Hunderttausende wollen ihn mit einem Einreiseverbot belegen. Quelle: ap
Donald Trump

Donald Trump ist stolz auf seine schottischen Wurzeln. Doch im Land seiner Vorfahren debattieren sie eine Petition: Hunderttausende wollen ihn mit einem Einreiseverbot belegen.

(Foto: ap)

LondonVor einer Debatte über ein Einreiseverbot für Donald Trump in Großbritannien reißt der Protest gegen den US-Präsidentschaftsbewerber nicht ab. Eine Vereinigung schwarzer Anwälte hat Innenministerin Theresa May aufgefordert, den 69-Jährigen nicht mehr ins Land zu lassen.

So könne man Trump deutlich machen, dass Großbritannien rassistischen Stereotypisierungen nicht zustimme, sagte ein Sprecher der Society of Black Lawyers (SBL) der Nachrichtenagentur PA.

Am Vortag hatten Trump-Gegner auf zwei schottischen Golfplätzen protestiert, die dem Milliardär gehören. 40 Menschen waren dem Linksbündnis Rise Scotland zufolge beteiligt, festgenommen wurde niemand. Trump hatte im Dezember die Briten mit seiner Forderung verärgert, Muslime nicht mehr in die USA einreisen zu lassen.

Zudem hatte er behauptet, Teile Londons seien so radikalisiert, dass Polizisten dort um ihr Leben fürchteten. Trump habe „eindeutig den Verstand verloren“, erwiderte Londons Bürgermeister Boris Johnson, auch Scotland Yard widersprach. Unter dem Schlagwort #TrumpFacts, Trump-Fakten, hatten Briten den Amerikaner im Netz verspottet.

Mehr als 573.000 Menschen haben eine Online-Petition unterzeichnet, die ein Einreiseverbot für Trump fordert. Nach britischem Gesetz kann die Innenministerin Personen die Einreise verweigern, wenn es dem Gemeinwohl dient. Am Montagabend sollte das Parlament sich mit der Forderung befassen, drei Stunden waren eingeplant.

Premier gegen ein Einreisverbot
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