Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

David Cameron Premier mit Schnösel-Image

David Cameron ist seit fünf Jahren britischer Premier – und will es bleiben. Seine Bilanz ist gemischt. Das Land zu einer faireren Gesellschaft umzubauen, ist nicht gelungen. Einen vermeintlichen Makel wird er nicht los.
Kommentieren
Der britische Premier will seine Räume in 10 Downing Street nicht räumen. Quelle: dpa
David Cameron

Der britische Premier will seine Räume in 10 Downing Street nicht räumen.

(Foto: dpa)

London Wenn David Cameron sich im offenen Hemd und mit hochgekrempelten Ärmeln vors Wahlvolk stellt und entschlossen die Faust ballt, wirkt er auf viele ein bisschen verloren. Der konservative britische Premierminister hat sich in den fünf Jahren seiner Amtszeit stets um Volksnähe bemüht. Und er wirkt dabei noch heute genau so: bemüht.

Cameron kann es nicht abschütteln, von vielen Briten noch immer über seine Herkunft definiert zu werden. Sein Vater war ein erfolgreicher und wohlhabender Börsianer. Der junge Cameron besuchte die besten und teuersten Schulen und Universitäten. Das Internat Eton oder die Universität Oxford stehen für Weltniveau in der Ausbildung. Und auch für allerbeste Kontakte in die einflussreichsten Zirkel, lebenslang.

Der Student Cameron tauchte – wie Londons Bürgermeister Boris Johnson und Schatzkanzler George Osborne – auf einem Foto als Mitglied des Bullingdon Clubs auf. Der Club ist eine Oxford-Vereinigung ausschließlich männlicher Jünglinge aus schwerreichem Hause.

Es wird viel getrunken, hin und wieder auch die Einrichtung eines Restaurants mutwillig zerlegt – und sofort danach bezahlt. David Cameron, der reiche Schnösel. In der Murdoch-Affäre kam der Premier Cameron in die Bredouille, weil Leute, die mit dem Gesetz in Konflikt gerieten, seine Kumpels von damals waren.

Cameron, den sein Oxford-Professor Vernon Bogdanor als „einen der fähigsten Studenten“ bezeichnet, den er jemals unterrichtete, ist ein Karrierepolitiker. Er begann in der Presseabteilung der Downing Street, als Margaret Thatcher Premierministerin war, diente später auch im Team von Thatchers Nachfolger John Major. 1997, als Labour-Mann Tony Blair in die Downing Street einzog, hatte Cameron sich erstmals um ein Mandat beworben. Was damals zunächst misslang, glückte 2001: David Cameron errang einen Sitz für das Unterhaus.

Die wichtigsten Köpfe im britischen Wahlkampf
David Cameron (48/Tories)
1 von 5

Geschickter Schachzug oder keine gute Idee? Schon vor der Wahl hat Premierminister David Cameron von den konservativen Tories gesagt, er stehe nur noch für eine Amtszeit zur Verfügung. Cameron ist seit 2005 Parteichef und seit 2010 Hausherr in der Downing Street Nummer 10. Seither tut er sich schwer, den richtigen Weg zwischen Hardlinern in seiner eigenen Konservativen Partei, dem liberalen Koalitionspartner und übergeordneten Interessen zu finden. Cameron ist verheiratet und bekam mit seiner Frau vier Kinder. Der erstgeborene und schwerbehinderte Sohn Ivan starb im Jahr 2009. Zu Camerons Hobbys zählen Tennis und Reiten. Im Wahlkmapf schreibt er sich besonders den Aufschung als Verdienst seiner Politik auf die Fahnen.

(Foto: ap)
Ed Miliband (45/Labour)
2 von 5

Es ist noch gar nicht so lange her, da forderte selbst seine eigene Partei Miliband auf, doch endlich mal Politik zu machen. Lange galt der Labour-Chef, der an Heiligabend Geburtstag hat, in Großbritannien als Spitzenkandidat, den keiner will. Die Briten hielten ihn für ungeeignet: schlecht am Rednerpult, unbeliebt bei den Wählern. Inzwischen ist das anders. Miliband, der politisch lange im Schatten seines Bruders David stand und unter Premier Gordon Brown Energieminister war, hat sich Respekt verschafft und wird inzwischen ernst genommen. Ganz nebenbei avancierte er auch noch zum Teenie-Schwarm. Er gilt dem linken Parteiflügel zugehörig. Miliband ist verheiratet und hat zwei Söhne.

(Foto: AFP)
Nick Clegg (48/Liberal Democrats)
3 von 5

Bei der Wahl 2010 wurde Clegg als Chef der Liberaldemokraten Juniorpartner von Premier Cameron, zum Königsmacher, und läutete eine neue Ära ein: Erstmals seit rund 70 Jahren gab es in Großbritannien eine Koalitionsregierung. Clegg gilt als moderner und europafreundlicher Politiker. Für einen Briten ungewöhnlich, spricht der ehemalige Europaabgeordnete vier Fremdsprachen - neben Deutsch auch Niederländisch, Spanisch und Französisch. Bei jungen Leuten kommt Clegg gut an, bei der Arbeiterklasse tut der Mann aus bestem Hause sich allerdings schwer. Wie Tory-Chef Cameron besuchte er Elite-Schulen, studierte in Cambridge. Clegg ist mit einer Spanierin verheiratet. Nach der Geburt des jüngsten Sohnes nahm er Vaterzeit. Seine drei Söhne haben keine englischen Namen, sondern spanische: Antonio, Alberto und Miguel.

(Foto: Reuters)
Nicola Sturgeon (44/SNP)
4 von 5

Die Chefin der Scottish National Party tritt nicht bei den Unterhauswahlen an, könnte aber zur Königsmacherin werden. Laut Umfragen könnte ihre Partei fast alle der 59 schottischen Sitze im Londoner Parlament bekommen. Sturgeon ist die Exotin in diesem Wahlkampf - nicht nur, weil sie aus Schottland kommt und eine Frau ist - sondern vor allem, weil sie ein Kind der Arbeiterklasse ist. Sie wurde als älteste von zwei Töchtern eines Elektrikers im schottischen Irvine geboren. In Glasgow, wo sie mit ihrem Mann lebt, arbeitete sie als Anwältin. Ihre politischen Anfänge hat sie als Atomwaffen- und Thatcher-Gegnerin. „Ich hasste alles, wofür sie stand“, sagte sie einmal. Sturgeon übernahm die Führung in der SNP, nachdem Parteichef Alex Salmond nach dem verlorenen Unabhängigkeitsreferendum zurückgetreten war.

(Foto: AFP)
Nigel Farage (51/UKIP)
5 von 5

Das frühere Mitglied der Konservativen wurde Anfang der 1990er Jahre Mitbegründer der UK Independence Party (UKIP), die sich für einen EU-Austritt Großbritanniens einsetzt. Sein wichtigstes politisches Ziel: ein Referendum über den Verbleib von Großbritannien in der Europäischen Union. Premier Cameron bezeichnete die UKIP-Mitglieder einst als „Spinner, Irre und heimliche Rassisten“.

(Foto: ap)

In einer Phase, in der die Tories von Niederlage zu Niederlage geschubst wurden, begann der Stern des heute 48-Jährigen aufzugehen. 2005 wurde er Parteichef, 2010 schließlich griff er nach dem Schlüssel zur Downing Street. Er schaffte es bedingt. Noch heute nehmen ihm parteiinterne Kritiker übel, dass er gegen den glücklosen und unbeliebten Amtsinhaber Gordon Brown keinen klareren Sieg einfahren konnte und eine Koalitionsregierung mit den Liberaldemokraten eingehen musste.

Getrieben von rechts
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: David Cameron - Premier mit Schnösel-Image

0 Kommentare zu "David Cameron: Premier mit Schnösel-Image"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.