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Ed Miliband Der Labour-Chef mit dem Tölpel-Image

Ed Miliband will Großbritanniens Premierminister werden – viele bezweifeln, dass er das Zeug dazu hat. Doch ehrgeizig war „Red Ed“ schon immer - um nach oben zu kommen, stach er sogar seinen Bruder aus.
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Der Labour-Chef selbst bezeichnet sich als „atheistischer Jude“. „Die Geschichte meiner Eltern am Leben zu halten, ist mir extrem wichtig“, sagt er. Quelle: dpa
Ed Miliband

Der Labour-Chef selbst bezeichnet sich als „atheistischer Jude“. „Die Geschichte meiner Eltern am Leben zu halten, ist mir extrem wichtig“, sagt er.

(Foto: dpa)

London Ed Miliband ist kein Politiker für hübsche Fotos. Auf dem Gebiet könne er nicht gewinnen, sagte der Labour-Chef vergangenen Sommer, und ging damit noch vor dem Wahlkampf sein größtes Problem an: Sein Image als tapsiger, schlechter Redner, der ein bisschen wie die Comicfigur Wallace von „Wallace & Gromit“ aussieht, kein Fettnäpfchen auslässt und viel zu wenig Autorität hat, um britischer Premierminister zu werden. Fotos, auf denen der 45-Jährige sich bös an einem Sandwich verschluckt, wurden zum Internet-Hit.

Journalisten und Wähler zeigen sich allerdings oft überrascht, wie entspannt und begeisternd Miliband bei persönlichen Begegnungen ist. Auch Parteifreunde zeichnen ein anderes Bild. „Er hat seinen eigenen Kopf“, sagt etwa die langjährige Labour-Abgeordnete Gisela Stuart. Und robust genug für den Job des Regierungschefs sei der gebürtige Londoner: Das zeige die Geschichte mit seinem Bruder.

Gegen den setzte Edward Samuel Miliband sich 2010 im Rennen um den Parteivorsitz ganz knapp durch, es gelang ihm mit Unterstützung der Gewerkschaften. „Es war eine harte Zeit für meine Familie“, gibt er zu. Die Wunden seien am Heilen.

Zuvor hatte er lange im Schatten des vier Jahre älteren David gestanden, der inzwischen in den USA lebt. Von dort hat David kürzlich Wahlwerbung für seinen Bruder gemacht. Nicht wenige Labour-Wähler aber trauern bis heute dem „anderen Miliband“ nach, der als smarter und redegewandter gilt.

Der Vater der Brüder, Ralph Miliband, kam als Sohn polnischer Juden in Belgien zur Welt und floh während des Zweiten Weltkriegs nach Großbritannien. Dort arbeitete er als Möbelpacker, bevor er zum marxistischen Intellektuellen und Professor avancierte. Die Mutter, ebenfalls polnische Jüdin, überlebte den Holocaust in einem Kloster und wanderte in den 50er Jahren nach London aus.

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