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Großbritannien wählt Ausland? No, thanks!

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Rückzug von der weltpolitischen Bühne

„Die Entscheidung für einen Austritt würde viel über uns aussagen und nichts Gutes“, sagt der frühere Labour-Premier Tony Blair. Herausforderungen in der Welt verlangten eine starke und klare Führung, sagt Blair, der in seiner Regierungszeit 1997 bis 2007 mehrere Militärinterventionen Großbritanniens verantwortete. „Anstelle zu sagen, 'hier sollte es langgehen', sagen wir, ,rechnet nicht mit uns'.“

Der Knackpunkt für den Rückzug von der weltpolitischen Bühne liegt nach Einschätzung einiger Diplomaten in der Weigerung des Unterhauses im August 2013, Cameron die Vollmacht für Luftangriffe in Syrien zu geben. „Seither ist es nicht mehr ganz so wie zuvor“, sagt ein Diplomat. Zwar beteiligt sich Großbritannien an Angriffen auf die IS-Miliz im Irak, aber erst nach dem Einstieg Frankreichs und nach Einschätzung des Unterhaus-Verteidigungsausschusses auch nur mit gebremster Kraft.

Auch im Ukraine-Konflikt überließ Cameron Deutschland und Frankreich die führende Rolle. Einem besorgten Abgeordneten antwortete Cameron: „Wir sollten es nicht zu wichtig nehmen, nicht an jeder Verhandlung beteiligt zu sein.“ Es sei sinnlos, „sich geradezu zwanghaft zu fragen, ob man mit im Raum ist“.

Cameron kann mit dieser Haltung auf Sympathie bei seinen Landsleuten hoffen. Seit den weitgehend erfolglosen Kriegen Blairs an der Seite der USA in Afghanistan und im Irak stehen die Briten weiteren Auslandseinsätzen sehr skeptisch gegenüber.

In der EU macht man sich angesichts dieser Lage Sorgen: „Was ist nur mit der britischen Außenpolitik los?“ klagt etwa ein Diplomat. „Sie wird an allen Ecken und Enden vermisst.“

Brexit 2019
  • rtr
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2 Kommentare zu "Großbritannien wählt: Ausland? No, thanks!"

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  • Dem Normalbürger in UK geht es doch wie den meisten hier auch: Brüssel ist ein trotz Wahlen, demokratisch nicht legitimierbares Monster. EU-Richtliniern etc., werden als bürokratische Knebelungen des Bürgers empfunden und, es versickern dort Milliarden von Subventionsgeldern, die eben jener Einfach-Bürger bereitstellen muss. - Der Unterschied zwischen UK und uns: Schon frühzeitig forderte die Eiserne Lady "we want our money back", während wir immer noch bereit sind, Milliarden in dieses intransparente System EU zu pumpen. Insofern, aus der Perspektive der Akzeptanz von Brüssel im Volk der Briten, ist der EU-Austrittswunsch logisch. Mental ist die EU tief gespalten: In Nationalitäten die nur Nehmerqualitäten (aktuell sehr deutlich Griechenland) und solche Nationalitäten, die als Zahlmeister betrachtet werden.- Das Erstarken sogenannter "rechtspopulistischer" Parteien ist logische Konsequenz. Diese politischen Strömungen greifen lediglich, die Sorgen des Normalbürgers auf, die die ehemaligen "Volksparteien" sich weigern zu thematisieren.

  • Deutschland sollte sich ein Beispiel nehmen. Wir haben genug eigene Probleme, wenn die soweit gelöst sind kann man sich wieder verstärkt um internationale Probleme kümmern.

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