Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Großbritannien-Wahl Ökonomen warnen vor Europas Populisten

Bei der Großbritannien-Wahl könnte die eurokritische Ukip-Partei triumphieren und die Kluft zwischen Insel und Kontinent vergrößern. Ökonomen befürchten ähnliche Szenarien in anderen EU-Ländern und warnen vor den Folgen.
13 Kommentare
Das wichtigste politische Ziel des Ukip-Chefs ist ein Referendum über den Verbleib von Großbritannien in der Europäischen Union.
Nigel Farage

Das wichtigste politische Ziel des Ukip-Chefs ist ein Referendum über den Verbleib von Großbritannien in der Europäischen Union.

BerlinVor dem Hintergrund eines möglichen Erfolgs der eurokritischen Ukip-Partei bei der Großbritannienwahl haben führende Ökonomen in Deutschland vor einem Erstarken solcher rechtspopulistischer Parteien in Europa gewarnt. „Das große Dilemma der europäischen Krise ist die zunehmende Re-Nationalisierung der Politik. Auch wir Deutschen haben häufig die falsche Wahrnehmung, was gut für Europa ist, sei schlecht für Deutschland“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem Handelsblatt. „Gerade diese Sichtweise gibt populistischen Parteien in Europa Zulauf.“

Vor allem in Großbritannien hat die EU-Skepsis in den vergangenen Jahren nochmals zugenommen. Im Mai 2014 wurde die EU-feindliche United Kingdom Independence Party (Ukip) bei den Europawahlen stärkste Kraft. In Umfragen zur Parlamentswahl am Donnerstag kommt sie auf mehr als zehn Prozent Unterstützung. Aufgrund des britischen Wahlrechts wird aber damit gerechnet, dass Ukip nicht mehr als eine Handvoll Sitze bei der Abstimmung am Donnerstag erhält. Dennoch könnte ihr eine gewichtige Rolle zukommen, da Umfragen zufolge wohl keine der großen Parteien eine Regierungsmehrheit gewinnen wird.

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, führt den Vormarsch rechtskonservativer Gruppierungen vor allem auf die Wirkungen der Gemeinschaftswährung zurück. „Der Euro hat für Europa ähnliche Folgen wie der Goldstandard in den zwanziger Jahren“, sagte Sinn dem Handelsblatt.

Die Wirtschaftskrise der südlichen Länder und Frankreichs, die der Euro hervorgerufen habe, führe zu „erheblichen“ Lasten, über deren Verteilung mit „zunehmender Erregung“ gestritten werde. „Das ist das Klima für radikale populistische Parteien, die versuchen, den Unfrieden zu kanalisieren.“ Leider schlage die „berechtigte Kritik am Euro-System“ dabei allzu oft um in eine Kritik an der EU und am europäischen Einigungswerk an sich. 

Auftrieb könnte den Populisten auch der Umstand geben, dass der Euro-Raum darunter leide, dass die politische Union als Gegenstück zur Währungsunion trotz einzelner Fortschritte noch in den Kinderschuhen stecke, wie der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, anmerkt. Nötig sei jedoch mehr Europa. „Aber irritiert durch die Staatsschuldenkrise und das Griechenland-Drama sind viele Wähler nicht bereit, mehr Kompetenzen nach Brüssel zu verlagern“, sagte Krämer dem Handelsblatt. „Und bei dieser Weigerung dürfte es bleiben, solange die Regierungschefs des Euro-Raums keine gemeinsame Vision für einen wirtschaftlich soliden Euro-Raum entwickeln.“

Die Befürchtungen der Ökonomen haben einen realen Hintergrund: die britische Parlamentswahl. Die beiden großen Parteien liegen Umfragen zufolge nahe beieinander, aber ohne eine Chance auf die absolute Mehrheit. Die große Frage ist daher, wie viele Stimmen sie an diesem Donnerstag an die Rechtspopulisten der Ukip-Partei und die schottischen Nationalisten verlieren, und was dies für die Sitzverteilung im Londoner Unterhaus bedeutet. Dominiert wurde der Wahlkampf vor allem von innenpolitischen Themen sowie der Einwanderungspolitik. Aber auch die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union steht zur Wahl.

Brexit 2019
Parteien am rechten Rand feiern europaweit Wahlerfolge
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Großbritannien-Wahl - Ökonomen warnen vor Europas Populisten

13 Kommentare zu "Großbritannien-Wahl: Ökonomen warnen vor Europas Populisten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ulrich Kottke
    ich stimme Ihnen voll und ganz zu

  • Als Populisten würde ich eher diejenigen bezeichnen, welche die EURO-Zone gegen jeden ökonomischen Sachverstand (z.B. mangelnde Wettbewerbsfähigkeit einzelner Länder) und unter Inkaufnahme von Vertragsbruch (Maastricht-Verträge), angetrieben von eigenem Machtstreben, geopolitischen Gründen und aus Untertanengeist vor dem große Bruder zusammenhalten wollen. Als überzeugter Kapitalist (und Unternehmer) erwarte ich von unserer Regierung die Einhaltung marktüblicher Regeln, anstelle des "Primats der Politik" - also DDR.2 Es gibt zum Glück durchaus Ökonomen, die sich nicht von der Politik korrumpieren lassen, z.B. http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomen-aufruf-professoren-halten-ezb-anleiheprogramm-fuer-rechtswidrig/8777042.htm oder "Ende des Euro kommt 2017", Video mit Ökonom Heiner Flassbeck: https://www.youtube.comwatch?v=mcIRAMM_E48 Und hier ein Beispiel, wie "dankbar" unsere Regierung für solche Freigeister ist: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/anrufe-bei-professoren-regierung-setzt-kritische-oekonomen-unter-druck/6901090.html

  • Auch wir Deutschen haben häufig die falsche Wahrnehmung, was gut für Europa ist, sei schlecht für Deutschland“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem Handelsblatt. „Gerade diese Sichtweise gibt populistischen Parteien in Europa Zulauf.“

    Auch hier liegt Herr Fratzscher völlig falsch!
    Es ist nicht die falsche Wahrnehmung des Deutschen, sondern die von den Kommissionaren, der EZB und der Politik geschaffenen Fakten incl. Rechtsbrüchen, die immer mehr Bürger ablehnen. Zu dieser verlogengenen Politik hat der Bürger leider nur eingeschränkte Alternativen, aber vorhanden.
    Stellt sich bei der Fortführung dieser Politik die Frage, welches für den Bürger das geringere Übel ist. Bei dieser Ekenntnisfindung arbeitet das deutsche Gehirn im Schneckentempo, aber es arbeitet. So ganz langsam kommt man zur Erkenntnis, daß alles um ein Vielfaches teurer wird wie vorgelogen.

    Schönen Tag noch.

  • Geht mir weg mit diesen sogenannten Ökonomen. Der Werdegang sieht doch folgendermassen aus : Schule, Uni, dann in irgendein Institut um als Interessenvertretung für den der am meißten zahlt was zu berichten.
    Diese Typen haben noch nie einen Cent mit ordentlicher Arbeit verdient,
    Ganz im Gegenteil.
    Weltfremde Professoren meißt, nie in der realen Welt angekommen , schlaäen sich als "Mietmäuler" durchs Leben aber übernehmen niemals die Verantwortung für den von ihnen fabrizierten Mist.
    Als "Populisten" werden Menschen bezeichnet die sich für das wohl ihres Volkes einsetzen, unsere Blockparteien tun dieses ja schon lange nicht mehr.
    Wir müßen keine Angst haben, eher die Politikkasper und diese Ökonomen die eigentlich niemand braucht.
    Gesunder Menschenverstand ist gefragt und hilft auch immer.

  • Man warnt vor Populisten und plündert, verachtet nur die Bürger. Können dies Menschen sein???

  • Ich war ein ueberzeugter Europaeer. Vielleicht bin ich es immer noch, aber das Europa, auf das wir uns zubewegen, will ich nicht. Ich will ein Europa, welches auf dem Subsisiearitaetsprinzip gruendet, in dem europaeische Buerger ihr Zusammenleben nach eigenen Praeferenzen gestalten koennen. Das ist die Grundbedingung fuer ein Leben in Freiheit, Wuerde und Selbstbestimmung.

    Auf den Gebieten, wo europaeische Zusammenarbeit gefragt gewesen waere, etwa die Aussenpolitik, die Verteidigungspolitik oder die Energiepolitik, um nur wenige zu nennen, wurden keine Erfolge erzielt. “Europapolitiker” sind von einem geradezu neurotischen Zwang besessen, zu standardisieren und zu harmonisieren. Ich nenne das Gleichschalten. Die harmlosen Schildbuergerstreiche mit Gluehbirnen, Gurkenkruemmungen, Staubsaugern und Oelkaennchen bringen mich eher zum Schmunzeln. Eine gemeinsame Fiskalpolitik aber ist weder moeglich noch wuenschenswert weil die europaeischen Auffassungen ueber die Rolle des Staates unterschiedlich, ja unvereinbar sind.

    Der Euro waere nuetzlich, machbar und wuenschenswert gewesen, haette man sich an die Regeln gehalten und ihn weiterentwickelt haette. Stattdessen hat sich der Euro zu einer europeischen Katstrophe entwickelt aus der es kein Entrinnen mehr zu geben scheint.

    Europa ja, aber wir muessen noch einmal ganz von vorne anfangen. Das Europa von Herrn Neuerer wird genauso wenig funktionieren wie eine Studentenkommune, wo keiner putzen will, alle die gleichen Beitraege zahlen und sich jeder das groesste Schnitzel nehmen will.

    Ach ja, ich bin weder national-konservativ, noch lasse ich mich von populistischen Stimmen beeindrucken. Ich bin ein Liberaler, der sich wuenscht, dass das Bessere sich durchsetzt.

  • Manipulierte Lügenpresse eben,

    Siehe hierzu den Artikel "Griechenland zahlt 200 Mio pünktlich zurück".
    Wir sprechen hier von 0,1% der griechischen Staatsschulden! Wie man doch
    Nebensächlichkeiten positiv darstellen und aufbauschen kann......................

  • So war es früher und ist es heute noc h !!!
    1880 war John Swinton Ehrengast bei einem Bankett, das ihm die Führer der Zeitungszunft ausrichteten. Jemand sprach ehrende Worte über die unabhängige Presse.Swinton antwortete (Überrsetzung)

    „So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ [5]
    (John Swinton geb. 1829, gestorben 1901, Journalist der bei der New York Times)

  • Statt zu informieren, ist seitens unserer Medien wieder Manipulation angesagt. Das fängt bei der Wortwahl an (keine noch so populistische Forderung von SPD und Grünen wurde je von unserer Presse als Populismus gebrandmarkt) und hört bei einseitiger Themenwahl auf. Besonders vor Wahlen können unsere Medien dem Versuch der tendenziösen Berichterstattung nicht widerstehen. Dass sie mit ihrer Macht die Prinzipien einer funktionierenden Demokratie aushebeln, ist ihnen dabei gleichgültig.
    Aber warum wird so einseitig berichtet? Hier einer der Gründe: Laut einer Studie des Instituts für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin sympathisiert die große Mehrheit der Journalisten mit Rot-Grün (vor allem mit den Grünen). Und nicht nur das: 32,5 Prozent der Befragten geben an, mit ihrer Arbeit "die politische Tagesordnung beeinflussen und Themen auf die Agenda setzen" zu wollen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie durchgeführt vom Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg.

  • Ein HORROR für die Protagonisten des Kapitalismus!

    An der europäischen Gleichschaltung hätte Adolf sicher seine Freude gehabt. Heute sind es halt die US-Amerikaner mit ihrer Fed die die Regeln für die Vasallen des Kapitalismus bestimmen. Bin jedoch gespannt, wie man das regeln will mit 16 Billionen (US) bzw. 2,2 Billionen (D) Schuldscheinen am Arsch. Ich tippe mal: Am Ende bezahlt dfie Rechnung der "kleine Mann/Frau"!

    Da ist doch ein Brexit genau das Richtige, um dem sinkenden EU-Schiff frühzeitig den Rücken zu kehren.
    Der gemeine Brite wird sowieso sagen: LmaA EUro-Spinner!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote