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Britische Ministerin Karen Bradley muss Nordirland vor dem Brexit auf Friedenskurs bringen

Der Brexit könnte im geteilten Irland alte Gräben aufreißen. Es droht Gewalt – der Nordirland-Ministerin muss sich als Vermittlerin beweisen.
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In ihrem früheren Berufsleben war die britische Ministerin Steuerexpertin bei Deloitte und KPMG. Quelle: Reuters
Karen Bradley

In ihrem früheren Berufsleben war die britische Ministerin Steuerexpertin bei Deloitte und KPMG.

(Foto: Reuters)

Belfast Nordirland ist klein und abgelegen, britische Politiker machen sich wenig Gedanken um die Provinz. Selbst auf die Nordirland-Ministerin Karen Bradley traf das zu. Beispielsweise lernte sie erst im Amt, dass die protestantischen Unionisten niemals die katholischen Nationalisten wählen würden und umgekehrt. Als die 48-Jährige dies vor einigen Monaten in einem Interview einräumte, musste sie einigen Spott ertragen. In ihrem früheren Berufsleben als Steuerexpertin bei Deloitte und KPMG brauchte sie keine Geschichtskenntnisse.

Jetzt muss sie die Hausaufgaben nachholen. Nordirland spielt eine Schlüsselrolle beim Brexit, die Stimmung kocht hoch. Erst am Wochenende explodierte eine Autobombe in der zweitgrößten nordirischen Stadt Derry, von Protestanten Londonderry genannt. Bradleys Hauptaufgabe ist es, endlich eine Regionalregierung in Belfast zu installieren.

Seit Sinn Fein vor zwei Jahren die Zusammenarbeit mit der DUP aufkündigte, ist die Provinz führungslos. Seit 1998, als der Bürgerkrieg endete, müssen Nationalisten und Unionisten gemeinsam regieren. Bradley konnte bislang nicht beide Parteien an einen Tisch bringen.

Der Brexit hat den Graben noch vertieft. Die DUP will sicherstellen, dass Nordirland nicht durch eine regulatorische Grenze vom Vereinigten Königreich getrennt wird. Die Republikaner von Sinn Fein hingegen träumen insgeheim von der Vereinigung beider Inselteile. Bradley wirbt für den Ausstiegsvertrag, den Premierministerin Theresa May in Brüssel ausgehandelt hat. Er garantiere, dass die nordirische Grenze offen bleibe, sagt sie.

Ein ungeordneter Brexit hingegen könnte ein „Gefühl der Unruhe“ auslösen. Kenner der Insel bestätigen, dass jegliche Grenzanlagen an der künftigen EU-Außengrenze zwischen Nordirland und der Republik Irland zum Anschlagsziel würden. Zwar hat die Terrororganisation IRA der Gewalt längst abgeschworen, doch es kommt wie am Sonntag immer noch zu Anschlägen von Splittergruppen. Der Frieden ist fragil.

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