Bruno Le Maire im Interview: Frankreichs Wirtschaftsminister: „Ich fordere eine koordinierte, vereinte und starke Antwort gegenüber den USA“
Frankreichs Finanz- und Wirtschaftsminister sorgt sich um den Industriestandort Europa.
Foto: REUTERSParis. Bruno Le Maire ist einer der wichtigsten Minister im Kabinett von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, er ist für die Wirtschafts- und Finanzpolitik zuständig. Sein Ressort ist so umfangreich, dass er in der Bundesregierung gleich zwei Amtskollegen hat: Christian Lindner (FDP) und Robert Habeck (Grüne).
Die deutsch-französischen Beziehungen waren in den vergangenen Wochen von Misstönen geprägt, vor allem in der Energie- und in der Sicherheitspolitik. Nun versichert Le Maire im Interview mit dem Handelsblatt und drei weiteren europäischen Zeitungen: „Eine Sache ist sicher : Der politische Wille zur Zusammenarbeit ist in Paris und Berlin intakt.“
Lesen Sie hier das gesamte Interview:
Herr Minister, Europa steckt in einer schwierigen Lage, Energie-Schock, Inflation, mögliche Rezession 2023 – Wo sehen Sie die größten Risiken?
Das eigentliche Risiko für Europa ist, dass es als Industriestandort abgehängt wird. Die Europäische Union macht derzeit 17 Prozent der Weltwirtschaft aus, 1990 waren es 25 Prozent. China steht heute auch für 17 Prozent der Weltwirtschaft, 1990 waren es aber nur drei Prozent Das wirkliche europäische Risiko ist also ein technologischer, industrieller und wirtschaftlicher Rückfall, der die Weltwirtschaft den Vereinigten Staaten und China überlassen würde. Wir müssen uns die Mittel geben, Europa zu reindustrialisieren, um eine globale Wirtschaftsmacht zu bleiben.