Budapest Ungarische Polizei vereitelt Ausschreitungen

Nach zwei Nächten der Gewalt in der ungarischen Hauptstadt Budapest zeichnet sich eine Beruhigung der Lage ab: Zwar demonstrierten wieder tausende Menschen gegen die Regierung, zwar suchten wieder Randalierer die Auseinandersetzung mit der Polizei - doch die schritt energisch ein, verletzt wurde offenbar niemand.
Polizisten nehmen in der Nacht zum Donnerstag einen gewalttätigen Demonstranten fest. Foto: ap

Polizisten nehmen in der Nacht zum Donnerstag einen gewalttätigen Demonstranten fest. Foto: ap

HB BUDAPEST. Die Versammlung der rund 15 000 Menschen auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude verlief weitgehend friedlich. Nach Augenzeugenberichten brach am späten Abend eine Gruppe von etwa hundert gewaltbereiten Demonstranten aus der friedlichen Menge aus und versuchte, am nahe gelegenen Bahnhof zu randalieren. Hunderte Polizei-Einsatzkräfte schritten sofort ein und verhinderten größere Ausschreitungen. Einige der Randalierer wurden festgenommen.

Die Regierung von Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany hatte angesichts der Ereignisse der vergangenen Nächte ein hartes Durchgreifen gegen Unruhestifter angekündigt. Justizminister Jozsef Petretei hatte gesagt, es werde auch eine Ausgangssperre erwogen, sollte sich die Gewalt fortsetzen.

In den vorangegangenen beiden Nächten waren bei Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen mehr als 200 Menschen verletzt und 137 Personen festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei mischten sich bis zu 2000 gewaltbereite Protestierer, darunter auch zahlreiche Fußball-Hooligans und Rechtsextremisten, unter die friedlichen Demonstranten.

Auslöser der Unruhen war die Veröffentlichung eines Tonbandprotokolls, in dem sich der Ministerpräsident selbst als Wahlkampf-Lügner bezichtigt hatte. Darin gab er unumwunden zu, das Volk bewusst über die prekäre Wirtschaftslage getäuscht zu haben. Im Wahlkampf vor der Abstimmung im April hatte er noch Steuererleichterungen in Aussicht gestellt. Trotz des Skandals, der das Land in die schwersten Unruhen seit dem Fall des Kommunismus stürzte, will der Regierungschef nicht abtreten. Der bürgerliche Oppositionschef Viktor Orban distanzierte sich von den gewaltbereiten Demonstranten, nannte die Sozialisten jedoch regierungsunfähig.

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