Bürgerkrieg Al-Qaida-Rebellen verlieren in Syrien an Boden

Nach dem IS verliert nun auch der syrische Al-Qaida-Zweig massiv an Boden. Auf Unterstützung anderer Rebellen kann er nicht mehr zählen.
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„Überblick verschaffen“ – Assad fährt durch Kriegsgebiet

BeirutZum ersten Mal seit ihrem rasanten Aufstieg im Jahr 2012 sind sie ernsthaft in der Defensive. Ob im äußersten Nordwesten oder vor den Toren von Damaskus: In den vergangenen drei Wochen mussten Kämpfer mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Qaida in Syrien etliche schwere Niederlagen hinnehmen.

Aus der Provinz Aleppo wurden sie fast komplett verdrängt. In Idlib und Ost-Ghuta stehen sie unter heftigem Beschuss durch die von Russland unterstützten Truppen der syrischen Regierung. Hinzu kommen interne Machtkämpfe und Abspaltungen.

Die Extremistengruppe Hai’at Tahrir asch-Scham hat noch immer mehrere tausend bewaffnete Anhänger. Sie zählt damit weiterhin zu den mächtigsten Kriegsparteien in Syrien. Vor allem in der Provinz Idlib konnten die Al-Qaida nahestehenden Kämpfer ihre Kontrolle bis zuletzt sogar ausbauen.

Seit aber die Terrormiliz Islamischer Staat keine maßgebliche militärische Bedrohung mehr darstellt, bröckelt auch die Macht der Extremisten in den anderen Landesteilen. Die Al-Qaida-Kämpfer sind die größte noch verbliebene Gruppe, die jegliche Verhandlungen mit Präsident Baschar al-Assad kategorisch ablehnt.

Für die gemäßigteren Rebellen werden sie damit zunehmend zum Problem. Denn sowohl in Ost-Ghuta als auch in Idlib nimmt das syrische Regime die Präsenz der Extremisten zum Vorwand für massive Luftangriffe.

In den östlichen Vororten von Damaskus wurden sie trotz ihrer militärischen Erfahrung daher von den anderen Kämpfern der Opposition unlängst aufgefordert, das Gebiet möglichst schnell zu verlassen. In Ost-Ghuta halten sich Schätzungen zufolge nur noch einige hundert Kämpfer auf, die der Al-Qaida nahestehen.

Im nordwestlichen Idlib dagegen sind es deutlich mehr. Sowohl die Türkei als auch die USA fürchten daher, dass Idlib zur neuen Hochburg des von Osama bin Laden gegründeten Netzwerks wird - und dass von dort aus künftig Anschläge in der ganzen Welt geplant werden könnten.

Interne Kämpfe bei Terroristen
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