Bewerten Sie uns Beantworten Sie drei Fragen und helfen Sie uns mit Ihrem Feedback handelsblatt.com zu verbessern. (Dauer ca. eine Minute)
Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bürgerkrieg Angriff auf syrischen Stützpunkt – Russland beschuldigt Israel

In der Nacht wurde eine syrische Militärbasis angegriffen. Beobachter melden 14 Tote. Russland macht Israel für den Angriff verantwortlich.
Update: 09.04.2018 - 16:07 Uhr 7 Kommentare
Ein Rakete der syrischen Armee steigt in den Himmel. Quelle: dpa
Konflikt in Syrien

Ein Rakete der syrischen Armee steigt in den Himmel.

(Foto: dpa)

DamaskusSyrien und sein enger Verbündeter Russland machen Israels Luftwaffe für einen schweren Raketenangriff auf einen syrischen Militärflugplatz verantwortlich. Bei der Bombardierung wurden mindestens 14 Angehörige der Armee und verbündeter Milizen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag meldete. Der Angriff erfolgte nur zwei Tage nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff der syrischen Regierung auf das letzte verbliebene Rebellengebiet in der umkämpften Region Ost-Ghuta.

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, zwei israelische Kampfjets vom Typ F-15 hätten vom Libanon aus acht Raketen auf den Flugplatz T4 nahe der Stadt Homs abgefeuert. Augenzeugen berichteten im syrischen Fernsehen von Explosionen in der Gegend. Bewohner im Libanon hörten nahe der Grenze zu Syrien das Dröhnen von Jets. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Luftabwehr des Landes haben den israelischen Raketenangriff abgewehrt.

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter sind unter den Todesopfern auch Iraner. Der schiitische Iran unterstützt Syriens Regierung im Bürgerkrieg. Wie bereits in früheren Fällen wollte sich die israelische Armee nicht zu den Vorwürfen äußern.

Israel hat bereits mehrfach Ziele im benachbarten Bürgerkriegsland bombardiert. Die Angriffe richten sich nach Meinung von Beobachtern vor allem gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, einen engen Verbündeten der syrischen Armee. Die bewaffnete Gruppe wird vom schiitischen Iran finanziert und gilt als dessen verlängerter Arm. Israel will verhindern, dass sich die Miliz weiter aufrüstet.

Schon vor zwei Monaten hatte Israels Luftwaffe den Flugplatz T4 bombardiert, nachdem von dort eine iranische Drohne gestartet war, die später in israelisches Hoheitsgebiet eingedrungen sein soll. Der strategisch wichtige Flugplatz in der zentralsyrischen Wüste ist die größte Luftwaffenbasis Syriens. Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass ihn auch iranische Milzen und russische Soldaten nutzen.

Im September hatte Israel nach Einschätzung von Experten zudem eine Einrichtung der syrischen Armee beschossen, in der Chemiewaffen hergestellt werden sollen. Unklar ist, ob die Bombardierung am Montag mit dem mutmaßlichen Giftgasangriff der syrischen Armee zwei Tage zuvor auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta zusammenhängt. Dabei sollen mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden sein.

Der mutmaßliche Giftgaseinsatz setzt den Westen unter Druck. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte mit „gezielten Schlägen“ gegen die syrische Regierung gedroht, sollte ein tödlicher Einsatz von Chemiewaffen unwiderlegbar bewiesen sein. Das sei eine rote Linie, sagte Macron. Auch US-Präsident Donald Trump drohte dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Am Wochenende twitterte er, das „Tier Assad“ werde einen hohen Preis zahlen.

Nach dem Angriff auf Duma verständigten sich Trump und Macron darauf, die syrische Führung zur Verantwortung zu ziehen. Das Weiße Haus sprach von einer „starken, gemeinsamen Reaktion“. Das löste in den USA Spekulationen aus, Trump könne erneut einen Angriff auf das syrische Militär befehlen. Washington und Paris aber dementierten am Montag jede Beteiligung an der Bombardierung.

US-Verteidigungsminister James Mattis schloss aber nicht aus, dass es zu militärischen Schritten der USA gegen die syrische Regierung kommen könnte. Er schließe zu diesem Zeitpunkt nichts aus, sagte Mattis am Montag auf eine entsprechende Frage eines Journalisten. Die USA wollten den Vorfall gemeinsam mit Verbündeten und Partnern thematisieren. Er erwähnte in diesem Zusammenhang die Nato, Katar und andere, ging aber nicht näher ins Detail.

Bereits vor einem Jahr hatte das US-Militär die syrische Luftwaffenbasis Schairat beschossen - als Reaktion auf den verheerenden Giftgasangriff mit Dutzenden Toten auf die Stadt Chan Scheichun, für den UN-Experten ebenfalls die Assad-Regierung verantwortlich machten. Das Eingreifen der USA galt aber weitgehend als symbolisch. Denkbar ist, dass die US-Regierung erneut einen ähnlichen Schritt unternimmt, um ein Signal an Assad zu senden, ohne aber eine tiefere Verstrickung in den Bürgerkrieg zu suchen. Denn eigentlich will Trump das US-Engagement in Syrien beenden.

Auch die Bundesregierung vermutet Syriens Armee hinter dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz. Die Umstände deuteten auf „die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes“ hin, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert und betonte: Ein so schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht „darf nicht ungesühnt bleiben“.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete Berichte über einen syrischen Angriff mit Chemiewaffen hingegen als Provokation. Russische Militärspezialisten seien vor Ort gewesen und hätten keinerlei Spuren von Chlorgas gefunden. Vorwürfe des Westens, Russland decke den syrischen Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten, bezeichnete der Minister als antirussische Kampagne.

Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) untersucht den Vorwurf des Einsatzes von Chemiewaffen in Duma. Die Expertengruppe zu Syrien sei dabei, weitere Informationen über die eingesetzten Stoffe zu sammeln, teilte die Organisation in Den Haag mit. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich am Montag ebenfalls mit dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf Duma befassen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Bürgerkrieg - Angriff auf syrischen Stützpunkt – Russland beschuldigt Israel

7 Kommentare zu "Bürgerkrieg: Angriff auf syrischen Stützpunkt – Russland beschuldigt Israel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Israelis duerfen alles. Sie haben die Veto-Macht USA hinter sich und werden von uns
    gut und teilweise zum Nulltarif ausgeruestet. Wann kommt ein Lieferstopp fuer Waffen
    nach Israel?

  • Herr Santos, hoffentlich wird Ihnen die gewuenschte Mission anvertraut, dann werden wir
    wohl von Ihren unsaeglichen Kommentaren verschont.

  • Herr Peer Kabus
    09.04.2018, 14:08 Uhr
    Also – ich glaube den westlichen Medien und Polit-Größen unbesehen, dass Assad den Angriff befohlen hat, denn er hat 2 unschlagbare Motive.

    .....................

    BASCHAR AL ASSAD GEHÖRT SOFORT NACH DAN HAAG AUSGELIEFERT !!!

    Wenn niemanden es erreicht, gebt mir den Auftrag, ich hole Ihn Höchstpersönlich aus Syrien ab und bringe Ihn nach DAN HAAG !

    WILL NICHT EINMAL GELD DAFÜR !

    Gebt mir 5 GUTE MILITÄRS MIT !

  • https://www.focus.de/politik/ausland/giftgas-anschlag-in-syrien-trump-und-macron-drohen-assad-mit-vergeltung-doch-das-ist-reine-heuchelei_id_8732587.html

    .......................................

    US-PRESIDENT TRUMP GEGENÜBER HABE ICH VOLLES VERTRAUEN !!!

    MACRON GLAUBE ICH NICHT EINMAL EIN BUCHSTABE, geschweige einen Wort oder sogar einen ausgeprochenen Satz von Ihm !!!!!

    SCHADE DAß TRUMP MACRON IN FRANKREICH HAT UND NICHT MEHR SARKOZY !!!

    IN EUROPA DARF DIE USA NIEMANDEN ECHTEN GLAUBEN SCHENKEN !!!

  • Also – ich glaube den westlichen Medien und Polit-Größen unbesehen, dass Assad den Angriff befohlen hat, denn er hat 2 unschlagbare Motive.

    1. Seitdem Assad weiß, dass auf jeden Giftgas-Angriff inzwischen kurz nach Publizierung ein militärischer Schlag gegen eine seiner militärischen Einrichtungen erfolgt, nutzt er solche Mittel, um die Luftverteidigungsfähigkeit zu testen. Zu lesen war, dass immerhin 8 feindliche Raketen abgeschossen werden konnten. Wenn 100 % Abschussgarantie festgestellt wurde, kann er auf den weiteren Einsatz von Chemiewaffen verzichten.

    2. Nachdem er in der westlichen Welt den gefestigten Ruf eines Schlächters und Massenmörders hat, arbeitet er in regelmäßigen Abständen daran, dass sein „Image“ weiter gepflegt und verfestigt werden kann.

  • Der mutmaßlich israelische Angriff zeigt, dass auf Russland als Schutzmacht kein Verlass ist. Denn wenn Israel die Russen informiert hat und trotzdem iranisches Militärpersonal stirbt, ist das Verbündetenverrat. Wenn hingegen Russland zuvor nicht von Israel informiert wurde, dann wollte Russland entweder die zwei F-15-Jets nicht abschießen oder die elektronische Kampfführung der Israelis hat die russische Flugabwehr ausmanövriert. In beiden Fällen weiß jetzt der Iran, dass Russland keine verlässliche Schutzmacht ist. Israel könnte den Stützpunkt angreifen, von dem der letzte Chemiewaffenangriff ausging. Aber die stärkste Militärmacht der Region zieht es vor, die Verantwortung dafür anderen Mächten zu überlassen. Das ist keine Solidarität mit den Opfern.

  • Hatten wir das nicht schon mal so ähnlich? Angriff unbekannter Truppen in der Ukraine und auf der Krim. Damals war man sich ziemlich einig in der Verurteilung. Unabhängig davon,
    gehören Angriffe ohne Kriegserklärung, in Tarnung, zu den fiesesten Methoden. Ob und von
    wem Giftgas eingesetzt wurde weiss niemand so genau. Man hat schon seit geraumer
    Zeit darüber spekuliert, das sowas als nächstes kommt, um einen großen Angriff gegen
    Syrien und den verbündeten Iran zu rechtfertigen. Ich nehme auch an, das Assad kein
    Dummkopf ist, der eine schon gewonnene Schlacht damit abrundet. Natürlich weiss auch er das Bilder von einem Krankenhaus das so angegriffen eine Entrüstungswelle auslöst. Nicht nur er weiss das, sondern auch seine Feinde. Diese Feinde haben schon früher mit erfundenen Horrormeldungen die Rechtfertigungen für militärische Einmärsche geliefert. So läuft es immer ab. Der Feind beginnt den Krieg und ist selbst dran schuld das er niedergemacht wird. Danach kommt der Frieden, wobei die Sieger die Geschichte schreiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%