Bürgerkrieg Experten prüfen möglichen Giftgas-Angriff in Syrien – Russland ist empört

Wurde bei einem Angriff im syrischen Duma Giftgas eingesetzt? Die USA, Frankreich und Deutschland sind davon überzeugt, Russland wittert eine Provokation.
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Syrien: Experten prüfen möglichen Giftgas-Angriff Quelle: dpa
Mutmaßlicher Giftgasangriff in Syrien

Dieses vom Syrischen Zivilschutz, genannt „Weißhelme“, zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Junge, der ein Beatmungsgerät über den Mund hält. Hilfsorganisationen berichteten von einem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen.

(Foto: dpa)

Amsterdam/MoskauInternationale Chemiewaffen-Experten prüfen Angaben, wonach in der syrischen Rebellenhochburg Duma Giftgas eingesetzt wurde. Alle verfügbaren Informationen über den Angriff in der Stadt östlich von Damaskus würden zusammengetragen, teilte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) am Montag mit. Der Leiter der Gruppe, Ahmet Uzumcu, erklärte, er sei „tief besorgt wegen des angeblichen Chemiewaffenangriffs am 7. April in Duma“. Bei dem Angriff wurden nach Angaben der Hilfsorganisation UOSSM mindestens 60 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt.

Die USA und Frankreich sind überzeugt, dass C-Waffen eingesetzt wurden. Auch die Bundesregierung in Berlin vermutet hinter dem Vorfall die syrische Regierung. „Die Verantwortlichen für den Einsatz von Giftgas, für die gezielte Bombardierung ziviler medizinischer Infrastruktur, müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Und auch bei diesem Giftgaseinsatz deuten die Umstände auf die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes hin.“

Seibert betonte, ein so schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht „darf nicht ungesühnt bleiben“. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte: „Bei solchen abscheulichen Taten, da darf es keine Straflosigkeit geben.“

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Vorwürfe gegen die syrische Regierung seien falsch und eine Provokation. Russische Militärspezialisten seien bereits für Untersuchungen vor Ort gewesen und hätten keinerlei Spuren von Chlorgas gefunden, sagte Lawrow am Montag in Moskau. Vorwürfe des Westens, Russland decke den syrischen Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten, bezeichnete der Minister der Agentur Interfax zufolge als antirussische Kampagne.

  • rtr
  • dpa
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3 Kommentare zu "Bürgerkrieg: Experten prüfen möglichen Giftgas-Angriff in Syrien – Russland ist empört"

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  • Das war doch Israel.

  • Also – ich glaube den westlichen Medien und Polit-Größen unbesehen, dass Assad den Angriff befohlen hat, denn er hat 2 unschlagbare Motive.

    1. Seitdem Assad weiß, dass auf jeden Giftgas-Angriff inzwischen kurz nach Publizierung ein militärischer Schlag gegen eine seiner militärischen Einrichtungen erfolgt, nutzt er solche Mittel, um die Luftverteidigungsfähigkeit zu testen. Zu lesen war, dass immerhin 8 feindliche Raketen abgeschossen werden konnten. Wenn 100 % Abschussgarantie festgestellt wurde, kann er auf den weiteren Einsatz von Chemiewaffen verzichten.

    2. Nachdem er in der westlichen Welt den gefestigten Ruf eines Schlächters und Massenmörders hat, arbeitet er in regelmäßigen Abständen daran, dass sein „Image“ weiter gepflegt und verfestigt werden kann.

    Der Westen ist sich, wie auch im Fall Skripal, von vornherein einig über den Schuldigen – Beweise auch hier völlig unnötig.

  • Wie durchsichtig. Mal wieder "weapons of mass destruction" im Einsatz. Sind wohl eher wieder weapons of mass delusion" wie wir das schon mal im Irak hatten-nur sind wir Deutsche damals nicht mit Hurra hinter den US-Kriegstreibern hergelaufen-jetzt scheinbar schon. Den Amis schwimmen in Syrien die Felle weg-meint ihre zusammengewürfelte Armee aus islamistischen Kopfabschneidern verliert immer mehr Terrain. Jetzt sucht man Dumme, die die Kastanien aus dem Feuer holen-auch ohne UN-Beschluss. Diesmal werden wir dabei sein-oder? Und das Handelsblatt wird das prima finden-liegt doch auf der HB-Linie.

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