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Bürgerkriegsland USA wollen Kurden in Syrien nicht gegen Türkei verteidigen, Trump verteidigt Rückzug

Die USA lehnen eine Beteiligung an der türkischen Offensive in Nordsyrien ab – und ziehen sich zurück. Für die kurdischen Kämpfer gegen den IS bedeutet das Unsicherheit.
Update: 07.10.2019 - 14:27 Uhr 1 Kommentar
Ziel der türkischen Offensive sind die kurdischen YPG-Milizen, die die Grenzregion kontrollieren und von der Türkei als Terrororganisation betrachtet werden. Quelle: dpa
US-Soldaten in Syrien

Ziel der türkischen Offensive sind die kurdischen YPG-Milizen, die die Grenzregion kontrollieren und von der Türkei als Terrororganisation betrachtet werden.

(Foto: dpa)

Washington Die USA werden sich einer geplanten Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien nicht in den Weg stellen. Dies erklärte das Weiße Haus am Sonntag (Ortszeit) nach einem Telefongespräch von US-Präsident Donald Trump und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Washington sprach von einem „lange geplanten Einsatz“ im umkämpften Gebiet, mit dem die Türkei bald beginnen werde.

Die USA werden die von der Kurden-Miliz YPG angeführten SDF-Kräfte nicht verteidigen. Sie wollen den Einsatz weder unterstützen noch sich daran beteiligen. Darüber habe man den Kommandeur der Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) informiert, sagte am Montag ein US-Vertreter zu dem vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angedrohten Militäreinsatz.

Erdogan hat am Montag den Beginn des amerikanischen Truppenrückzugs aus Nordsyrien bestätigt. Er versprach, die Grenze zu schützen. Die US-Armee habe das „Kalifat“, wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das von ihr ehemals kontrollierte Gebiet in der Region nannte, besiegt, heißt es in der Erklärung. „Streitkräfte der USA“ würden künftig nicht mehr in der unmittelbaren Region sein.“

US-Präsident Donald Trump verteidigt den Rückzug der US-Truppen. Es sei an der Zeit, aus diesen „lächerlichen endlosen Kriegen“ herauszukommen und „unsere Soldaten nach Hause zu bringen“, twitterte Trump am Montag. Es sei nun an der „Türkei, Europa, Syrien, Iran, Irak, Russland und den Kurden“, die Situation zu lösen. „Wir sind 7000 Meilen entfernt und werden IS erneut niederschlagen, wenn sie irgendwo in unsere Nähe kommt.“

Das Ziel der geplanten türkischen Offensive wären die kurdischen YPG-Milizen östlich des Flusses Euphrat, die die Grenzregion kontrollieren. Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Region waren sie allerdings auch enge Verbündete der USA. Von der Türkei werden sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation betrachtet. Die Türkei will das Gebiet südlich seiner Grenze zu Syrien seit langem allein militärisch kontrollieren. Unklar ist, ob der Militäreinsatz eine neue Flüchtlingswelle auslösen wird.

Die USA und die Türkei haben sich seit August gemeinsam um die Einrichtung einer Sicherheitszone im Norden des Bürgerkriegslandes bemüht. Dorthin will Erdogan auch syrische Flüchtlinge umsiedeln, die in der Türkei leben. Solche Sicherheitszonen müssen militärisch geschützt werden, vor allem vor möglichen Angriffen aus der Luft.

Die Türkei sei künftig auch für alle in diesem Gebiet festgenommenen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, heißt es weiter. Deutschland, Frankreich und andere europäische Länder, aus denen die IS-Anhänger stammten, hätten diese trotz des Drucks aus Washington nicht gewollt. Die USA würden sie nicht festhalten, weil dies hohe Kosten für den Steuerzahler bedeuten könnte.

Erdogan hatte am Samstag vor Parteimitgliedern angekündigt, dass die Türkei mit Bodentruppen und auch aus der Luft eine Offensive im benachbarten nordsyrischen Gebiet vorbereitet hätten. Der Einmarsch werde binnen Tagen erfolgen. Von einem möglichen Einmarsch hatte die Türkei bereits seit Ende 2018 wiederholt gesprochen. Am Sonntag berichtete die Nachrichtenagenturen DHA und Anadolu von Truppen- und Waffenverlegungen an die türkisch-syrische Grenze.

Mehr: Die Türkei sitzt in Syrien am kürzeren Hebel, kommentiert unser Türkei-Korrespondent Ozan Demircan.

Türkei-Offensive in Syrien: „Ich vermute, die Bundesregierung ist darüber informiert gewesen“

  • dpa
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  • Sollten sich alle Nato-Mitglieder merken, wie die USA mit ihren Verbuendeten umgehen.