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Buiter „Merkel würde Geld-Überweisung nach Athen nicht überstehen“

Europas Währungsunion ist nach Überzeugung von Willem Buiter, dem Chefvolkswirt der Citigroup, stark genug, um die Griechenland-Krise zu überstehen. Doch sie brauche dringend die Ergänzung durch eine Haushaltsbehörde und einen Europa-Fonds, fordert er im Gespräch mit dem Handelsblatt.
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Willem Buiter: Die Regierungen stehen vor der Wahl, Griechenland oder den eigenen Banken zu helfen. Quelle: Pressebild

Willem Buiter: Die Regierungen stehen vor der Wahl, Griechenland oder den eigenen Banken zu helfen.

(Foto: Pressebild)

Handelsblatt: Herr Buiter, werden die Griechen letztlich Finanzhilfen der Euro-Partner brauchen?

Willem Buiter: Der größte Teil der griechischen Staatsschulden wird von Banken in der Euro-Zone gehalten. Die Regierungen dieser Länder stehen vor der Alternative, entweder Griechenland aus der Patsche zu helfen oder ihren Banken. Genau genommen heißt die Alternative: ein Bail-out für die Banken oder ein ewiger Bail-out für Griechenland und andere Länder wie Portugal und Spanien. Denn sollte Griechenland mit einem blauen Auge davonkommen, haben diese Länder große Anreize, sich ähnlich zu verhalten.

HB: Eine ziemlich vertrackte Situation, oder?

Buiter: Die Sache ist lösbar, solange keiner den Verstand verliert. Die Griechen wissen nicht, wie hoch sie pokern können, und die EU weiß nicht, welche Auflagen sie verlangen kann, ohne dass das politische System Griechenlands zusammenbricht. In solch einem unsicheren Umfeld können immer Betriebsunfälle passieren. Aber ich halte die Wahrscheinlichkeit für sehr gering. Ein Staatsbankrott wäre genau das: ein vermeidbarer Betriebsunfall.

HB: Aber einer, der einen fatalen Dominoeffekt auslösen könnte.

Buiter: Ich glaube nicht. Griechenland hat viel größere Probleme als die anderen Länder - schon in Spanien und Portugal ist die Lage längst nicht so ernst, erst recht nicht in Italien und Irland.

HB: Was sollte die EU langfristig aus der Griechenland-Krise lernen?

Buiter: Die zentrale Lektion ist: Eine Währungsunion ohne eine gewisse Form der politischen Union funktioniert nicht. Das war von Anfang an klar: Die Euro-Zone braucht eine Haushaltsbehörde, die Ländern wie Griechenland unter strengen Auflagen helfen kann. Sie muss die Kompetenz haben, Steuern zu erheben, Kredite aufzunehmen und in die Haushaltspolitik der Mitgliedstaaten einzugreifen.

Brexit 2019
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21 Kommentare zu "Buiter: „Merkel würde Geld-Überweisung nach Athen nicht überstehen“"

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  • brauchen Sie Darlehen jeglicher Art? Sie haben konsequent von ihnen Ufer des Finanzinstituts zurückgewiesen i der Suche nach Darlehen? Wir bieten Darlehen mit 3% besteuert. Kontaktieren Sie uns per Mail [email protected] und wir ihnen umgehend antworten.

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  • CDS (Credit Default Swaps) dienen im wesentlichen dazu, Kreditrisiken in den verschiedensten Arten und Weisen abzusichern oder auszuklammern. Man kann nicht zwingend von Versicherung sprechen, jedoch von einer möglichkeit Risiken unter "normalen Marktbedingungen" abzusichern. Hierzu gibt es bessere Lektüre als Wikipedia, zum beispiel von der Deutschen bundesbank im www

    Da es sich um synthetische Produkte handelt, hat der Käufer eines solchen Produkts auch immer das Gegenparteienrisiko des Finanzinstituts das dieses Produkt verkauft. Darum hatten wir das Problem mit Lehman, da diese massgebliche Emittenten derartiger Produkte waren (Lehman war vor allem ein Anleihe-Haus) und darum muss die bundesregierung die HypoRealEstate stützen da ansonsten ähnliches passieren würde. (Die synthetischen immobilienkredite der HRE liegen in so ziemlich jedem Versicherungsunternehmen und in jeder Pensionskasse in Deutschland. Und dies zu Emissionspreisen!!)

    Derartige Produkte lehnen sich an dem Mechanismus von herkömlichen Kauf- und Verkaufsoptionen (zum beispiel Aktien..) an und das zu Grunde liegende Nominal (60bn USD??!!) ist weniger bedeutend als die Preisbewegung des CDS selbst. Dies, da über 95% der im Umlauf befindlichen Kontrakte niemals das Ziel haben am Ende oder während der Laufzeit ausgeübt zu werden. Es geht somit um relative Risikointerpretationen während der Laufzeit.

    im Aktienbereich werden wesentlich mehr Optionen und Future-Kontrakte gehandelt als die inhärente Marktkapitalisierung. Als beispiel hierfür kann die Volkswagen-Aktie genommen werden. Hier war Porsche in der Lage eine grosse Anzahl an Aktien zu kaufen, ohne dass diese im freien Handel hätten erworben werden können. Warum? Weil es eben auch Marktteilnehmer gibt, die Aktien verkaufen, ohne diese zu haben. So genannte Leerverkäufe. Auch diese treffen sich im Optionenhandel wieder, was letzten Endes auf eine hohe Effizienz des Finanzmarktes hinweist. (den Sinn dahinter möchte ich jetzt nicht interpretieren...)

    Und hier liegt der eigentliche "Hund" bei CDS begraben. Ein CDS (speziell single-name CDS und somit durchauch als Schuldnerausfall-Absicherung zu sehen) steigt im Preis, wenn es einem Schuldner schlecht geht. Je schlechter, desto höher. Und hier liegt die Asymmetrie und das Problem: Man kann mit dem Konkurs eines Unternehmens mehr Geld verdienen (open end nach oben) als mit der Gesundung (bei 0 ist Schluss).

    Ein Grossteil des spekulativen Handels mit CDS Produkten ist somit ökonomisch destruktiv; der Anreiz auf fallende CDS Kurse zu setzen ist kleiner.

    Da der CDS-Markt im Generellen sehr illiquide ist, findet keine "theoretische Markt-Effizienz" statt. Der Handel findet ausschliesslich ausserbörslich statt. Alle Zahlen und Statistiken sind nur Orientierungsgrössen.
    Jedoch, der steigende CDS-Preis suggeriert Verlust, steigert sich in Angst und Panik. Dies greift relativ schnell auf die Aktien- und Anleihekurse über.

    Das Produkt ist im Prinzip sehr gut, da massgeblich die banken aber auch andere investoren sich auch vor Klumpenrisiken oder Risiken die sich nicht tragen wollen/können, befreien müssen dürfen.
    Aber zwingend: Undgedeckte CDS sollten nicht gehandelt werden dürfen. Hier "spielt" man mit der Existenz von Unternehmen und Staaten und ähnlich wie mit kleinen Kindern: Ein Feuerzeug ist nützlich, jedoch nicht in falschen Händen!

  • @ Frau bach

    Nein, generell sind die banken nicht abgesichert. CDS sind um Himmels Willen keine Kredtausfallversicherungen. Da werden sehr komplexe Pakete geschnürt und gehandelt, deren inhalt sehr, sehr unterschirdlich sein kann. Kreditrisiken werden über CDS gehandelt. Man kann die Risiken quasi "verkaufen". Ebenso kann man sie sich (ungewollt) einkaufen. Der hier im Thread erfundene Satz, es seien Kreidtausfallversicherungen, ist wohl einer irreführenden Formulierung in Wikipedia geschuldet.

    Wikipedia, liebe Frau bach, speist hier offenbar die Möchtegern-Experten! Heiterkeit!

  • ".... Credit Default Swaps, sind, wie Sie richtig bemerkt haben, Kreditausfallversicherungen. .... "

    Wiederholung macht den Kappes nicht richtiger!

    informieren Sie sich, bevor Sie solche Märchen erfinden!

  • PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
    Das ist aber krass! in diesem Artikel sind die Kommentare mehrdimensional qualitativ hochstehend und die im Artikel wiedergegebene Meinung eines bankers effektiv Schrott!
    Das dieser der Citi-bank einen bärendienst erweist ist offensichtlich.
    Es ist das nach Jahren der gelebten Europäischen Gemeinschaft das noch immer unausgereifte, in ihrer Handhabung, Wirkung und Umsetzung von Fehlern durchsetzte instrumentarium, was ein neues Ministerium, übergeordnetes Organ, gleich welcher Art als bedrohlichen Dino wirken läßt. Dies umzusetzten ist genauso unmöglich, wie die Versuche der beeinflussung innerstaatlicher griechischer Finanzprobleme. Wenn es einen Weg in die europäische Krise bis hin zu schwerwiegenden Konflikten gibt, dann den der Anwenung von europäischen "Folterwerkzeugskoffern". Was Not tut?
    Die europäische Deklaration des griechischen bankrotts! Ohne zeitlichen Verzug. - Als Freunde natürlich!

  • @Eckhardt Stephan (13)

    Sehr guter beitrag. Über die Sprengkraf dieser
    Konstruktionen unserer seriösen "Freude" aus dem Finanzmarkt ist sich nur ein ganz kleiner Teil der Meschheit bewusst (sonst gäbe es sie nicht). Und viele haben schon fast wieder verdrängt, was diese Kostruktionen in den letzten Jahren bewirkt haben, mit weiter bestehdenden Risiken.

    Und Gnade uns Gott, wenn es richtig kracht.
    Und so lange die Verantwortlichen frei rumlaufen, bleibt das Risiko bestehen.

  • Kurze Antwort für Frau bach: CDS, „Credit Default Swaps“, sind, wie Sie richtig bemerkt haben, Kreditausfallversicherungen. beispielsweise leistet der investor in eine Anleihe Zahlungen an den Verkäufer des CDS und erhält damit Schutz gegen den (möglichen) Ausfall dieser Anleihe. Soweit so gut! Allerdings, und hier liegt der Sprengsatz im globalen Finanzmarkt, besteht nirgendwo eine Verpflichtung an den Verkäufer solcher Ausfallversicherungen, diese selbst durch Vermögenswerte besichern zu müssen. Mit anderen Worten: Fällt der Schuldner in eine Anleihe mit seinen Zahlungen an den Gläubiger aus, könnte der Gläubiger hinsichtlich der Zahlungen aus den CDS ebenfalls leer ausgehen, weil dessen besitzer diese nicht leisten kann. Und nun, Frau bach, verdauen Sie bitte den Fakt, dass dieser Markt mit CDS inzwischen die 60 billionen Dollarmarke überschritten hat. Und für diesen gewaltigen Wertpapierberg besteht nirgendwo die Verpflichtung, auch tatsächlich Vermögenswerte hinterlegen zu müssen. Warren buffet sprach bereits 2002 von „finanziellen Massenvernichtungswaffen“.

  • Deutschland leidet unter einer tödlichen Krankheit. Und das sind zerrüttete Staatsfinanzen: Jedes Jahr übersteigen die Ausgaben des bundes und der meisten Länderhaushalte deren Einnahmen bei weitem. Die Ursache dieser Misere reicht in die siebziger Jahre zurück und ist - vom zunehmenden Arbeitsplätzemangel über die Wiedervereinigungslasten bis zur durch höchst unzureichende Staatsaufsicht mitverschuldeten Finanzkrise - in einer verantwortungslosen Aufschuldungspolitik zu finden, die die deutsche Staatsverschuldung explizit und implizit zu einem bedrohlichen Krebsgeschwür hat wuchern lassen. Um das Faß zum Überlaufen zu bringen, ist jetzt für die Euro-Zone auch noch ein Fonds oder eine zentrale Haushaltsbehörde ins Gespräch gebracht worden, um Ländern wie Griechenland bei bedarf mit deutschen Steuermitteln aushelfen zu können. ich wundere mich, daß die verantwortlichen Politiker von damals und heute überhaupt noch in den Spiegel schauen können.

    Zur Erlösung von diesem Übel haben Hugo Dicke und Hans Glismann bereits vor mehreren Jahren wertvolle Denkhilfe geleistet:
    (1) So besteht eine wesentliche Schwachstelle unserer parlamentarischen Demokratie darin, daß eine wirksame Kontrolle der Exekutive durch die Legislative nicht gewährleistet ist, da die jeweilige parlamentarische Mehrheit von der Regierungsmehrheit gebildet wird, für die Rückendeckung politischer beamten also in aller Regel gesorgt ist - ein gefährlicher Systemfehler, der nach meiner Überzeugung durch grundgesetzliche Verankerung von Sanktionsmöglichkeiten gegen verantwortliche Amtsinhaber ("Amtspflichtverletzung") zu einem guten Teil geheilt werden könnte.
    (2) Ein anderes schwerwiegendes Manko besteht darin, daß unsere gesamtwirtschaftlichen Wachstumsraten immer wieder deutlich zu hoch angesetzt werden. Deutschland gehört inzwischen bekanntlich zu den reifen Volkswirtschaften mit einem vergleichsweise niedrigen Potentialwachstum von etwa 1 vH im Jahr, so daß eine maximale Defizitquote von 1 vH biP bzw. 0,6 vH biP unter Zugrundelegung einer Schuldenstandsgrenze von 60 vH angemessener wäre als die fehlkonstruierte EU-Neuverschuldungsgrenze von 3 vH biP, die ein für uns heute unerreichbares Nominalwachstum von 5 vH biP stipuliert.
    (3) in diesem Zusammenhang ist zu beklagen, daß in unserem Land die für eine sachgerechte berichterstattung und Kommentierung erforderliche politische Neutralität und wirtschaftliche Unabhängigkeit öffentlicher Medien zu wünschen übrig läßt; eine qualifizierte Wächter- und Kontrollfunktion wird nach meinen beobachtungen nur noch in seltenen Fällen ausgeübt.

    Deshalb ist es von höchster Dringlichkeit, daß die Regierungen in bund und Ländern zu potentialorientierter Fiskalpolitik und zum regelmäßigen Ausgleich ihrer Haushalte verpflichtet und die dafür notwendigen verfassungsrechtlichen Vorkehrungen getroffen werden. Die Aufstockung der Sozialhaushalte oder die Alimentierung multinationaler institutionen ohne vorherige Steuerhöhungen und/oder Aufgabenbeschränkungen bzw. Ausgabenkürzungen an anderer Stelle muß endlich geächtet und geahndet werden! Wie sonst wollen wir im Konkurrenzkampf mit viel bevölkerungsreicheren und wachstumsstärkeren, aber staatskapitalistisch gesteuerten, Volkswirtschaften um Wohlstand und Arbeitsplätze bestehen können? Durch weiteres Gelddrucken auf Pump? ich bin sicher, daß der mit einer transparenten und gradlinigen Politik des regelmäßigen Haushaltsausgleichs verbundene Kurswechsel von einer deutlichen bevölkerungsmehrheit unterstützt würde, wenn gleichzeitig auf Dauer sichergestellt wird, daß das bisherige Politikversagen nicht wieder einreißen kann. Ein Weiter-so auf Pump wie bisher wird jedoch ins Verderben führen - ist das Sparvermögen der Deutschen in den letzten 100 Jahren doch schon zweimal vernichtet worden.

  • Die EU kann gemäß Verfassungsvertrag NiCHT helfen, auch einzelne Länder nicht.
    Wenn doch machen sich die Staatschefs des Verfassungsbruches schuldig.
    Aber wenneine Privatbank - siehe interview amSonntag von Fr.Merkel in der ARD - hilft, dann geht alles.
    Man muss dann halt nur die bank mit Steuergeldern absichern ( oder Hermes bürgschaften oder irgen etwas was halt passt )
    Fazit: der deutsche Steuerzahler wird egal wie zahlen !!!
    Aber wehe ich gebe meine UST-Meldunge 2 Tage später ab, schon kommt eine Gebührenrechnung von m/m 1 % der Summe.
    Wir sind nur noch MELKViEH !!
    Für die eigenen Leute haben wir nichts und für alle aus dem Ausland haben wtr alles.
    Wann steht das deutscheVolk endlich auf und protestiert gegen diese Kanzlerin ??
    An alle in NRW : Schwarz/Gelb unbeding abwählen

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